V wie Vendetta

  • Informationen zum Film
  • V wie Vendetta

  • Originaltitel:
    V for Vendetta
    Genre:
    Action, Thriller, Sci-Fi
    Produktionsländer:
    USA, UK, Deutschland
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    17.03.2006
    Kinostart Deutschland:
    16.03.2006
    Kinostart USA:
    17.03.2006
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Andy Wachowski, Lana Wachowski, James McTeigue
    Drehbuch:
    David Lloyd, Andy Wachowski, Lana Wachowski
    Musik:
    Dario Marianelli
    Darsteller:
    Natalie Portman, Stephen Rea, John Hurt, Eddie Marsan, Rupert Graves, Hugo Weaving, Tim Pigott-Smith, Roger Allam, Stephen Fry, John Standing, Ben Miles, Sinéad Cusack, Natasha Wightman, Clive Ashborn, Emma Field-Rayner, Ian Burfield, Mark Phoenix, Alister Mazzotti, Billie Cook, Cosima Shaw, Megan Gay, Roderic Culver, Tara Hacking, Andy Rashleigh, Chad Stahelski, Antje Rau, Amelda Brown, Richard Campbell, Patricia Gannon
  • Inhalt
  • Im Großbritannienn der nahen Zukunft herrscht ein skrupelloses und totalitäres Regime rund um den Kanzler Adam Sutler (John Hurt). Er hat es verstanden die Ängste der Bürger auszubeuten um darauf eine Regierung aufzubauen, die absolute Macht auf die Bevölkerung ausübt. Querdenker und Kritiker werden in dubiose Gefängnisse verschleppt, oder sofort exekutiert. Evey (Natalie Portman) wird während der nächtlichen Ausgangssperre von staatlichen Sicherheitsbeamten angetroffen. Nur knapp entkommt sie einer Vergewaltigung, der maskierte "V" (Hugo Weaving) stellt sich ihnen entgegen und rettet Evey. Bald entdeckt sie die wahren Intentionen ihres mysteriösen Retters. Er sprengt das Justizgebäude in die Luft, verschafft sich gewaltsam Sendezeit im sonst rigoros kontrollierten und entsprechend zensierten, staatlichen TV-Kanal um offen zum Widerstand gegen das Unterdrückerregime aufzurufen. Zwischen "V" und ihr entwickelt sich alsbald ein Naheverhältnis, welches sie einerseits zur zweitmeist gesuchten Person des Landes macht, ihr aber andererseits die Augen öffnet. Der von den staatlich kontrollierten Medien als Terrorist abgestempelte "V" hat nichts anders im Sinn als das totalitäre Regime von Kanzler Sutler zu stürzen, wobei sich seine Motive aus persönlicher Rache und politischer Motivation zusehends verwischen. Letztendlich obliegt es Evey genau diese Trennlinie aus freier Entscheidung zu ziehen...
  • Filmkritik
  • "People should not be afraid of their governments. Governments should be afraid of their people."

    V FOR VENDETTA ist auf den ersten Blick (Trailer) eines der zahllosen Comicmovies, die seit Jahren die Leinwände überschwemmen. Ein Mann mit Maske auf Rachefeldzug... alles schon mal gesehen, richtig? Falsch! Es mag stimmen, dass so manche theatralische Inszenierung des kontroversen (Anit)helden bereits nach der ersten Szene bekannt erscheint, inhaltlich jedenfalls ist die Leinwandadaption von Alan Moore's und David Lloyd's Graphic Novel V FOR VENDETTA höchst brisant. Der Film ist vollgepackt mit kritischen, politischen Zeitbezügen, welche oftmals sehr ernsthaft thematisiert werden, sich nicht unter Tonnen von Actiongedröhn zu verstecken versuchen, aber manchmal durchaus mit einem Schuss überzogenen, subversiven Humor ausgestattet sind. So findet sich im Keller eines anscheinbar konformen Bürgers eine Collage der englischen Flagge, in deren Mitte ein verkehrtes Hakenkreuz prangt und die mit der Überschrift "The Coalition of the Willing" ("Die Koalition der Willigen") versehen ist. Etwas später zeigt der Film gequälte Gefangene in einer staatlichen Anstalt, die nackt in gläsernen Boxen liegen, ihre Köpfe eingehüllt in schwarze Kapuzen. Bilder, wie wir sie aus dem von den USA zu verantwortenden Folterskandal im irakischen Gefängnis von Abu Ghoraib kennen. V FOR VENDETTA ist zwar einerseits ein unterhaltsamer Blockbuster, scheut sich aber deshalb in keinster Weise mit höchst direkten politischen Inhalten und Zeitbezügen auf äußerst kritische Art um sich zu schlagen. Eine Qualität, die bisher im krassen Widerspruch zum seichten Mainstream Entertainment stand. V FOR VENDETTA ist keinesfalls ein 08/15 Comicmovie Blockbuster, der Film ist vielmehr eine fiktionale Bestandsaufnahme nur allzu realer Geschehnisse und hat damit den Finger genau auf den Puls seiner Zeit gelegt.

    Der Schlüssel zu dieser höchst vielschichtigen und konsistenten Dramaturgie ist zweifellos das hervorragende Drehbuch der Wachowski Brothers (THE MATRIX). Sie verstehen es ihren Figuren die notwendige Motivation und Tiefe zu geben, die letztendlich ihre Glaubwürdigkeit ausmacht. Selbst wenn sich hierbei manchmal etwas theatralische Auftritte des genreüblichen, maskierten Retters finden, und so manche Actionszenen leicht überzogen wirken, verliert ihr Script nur selten an inhaltlicher Substanz. Die Dialoge zwischen den verschiedenen Charakteren sind überaus geschickt formuliert, funktionieren manchmal als wortgewandte und unterhaltsame Szenen mit Witz und Esprit, andermals als ernsthafte und kritische Erkundung ihrer komplexen Thematik. V FOR VENDETTA begnügt sich nicht damit sein fiktives, totalitäres Regime als schlichte, genreübliche "Bad Guys" hinzustellen, sondern investiert sehr viel Zeit und Mühe um die Mechanismen, die Hintergründe, die Dynamik und die Funktionsweisen des scheinbar übermächtigen und überaus brutalen Staatsapparates detailliert zu veranschaulichen. Dabei wird ganz offenbar bewusst in Kauf genommen, dass Fans des reinen, hirnlosen Actionkinos etwas enttäuscht sein werden. Jedenfalls eine höchst untypische Herangehensweise für eine Großproduktion dieser Art, ruft man sich das nicht gerade geringe Budget von über $50 Mio in Erinnerung...

    Handwerklich ist V FOR VENDETTA überaus solide inszeniert. Es ist zwar die erste Regiearbeit von James McTeigue, er kann aber bereits Credits als Regieassistent bzw. Second Unit Director in namhaften Filmen wie DARK CITY, THE MATRIX und STAR WARS: EPISODE II - ATTACK OF THE CLONES für sich in Anspruch nehmen. Die darstellerischen Leistungen des Films sind ebenfalls sehr gelungen. Natalie Portman als Evey nützt die Gelegenheit des Drehbuchs voll aus und zeigt ihre schauspielerische Bandbreite, wohingegen Hugo Weaving als "V", aufgrund seiner Maske, primär mit seiner gleichsam bestimmten und konsequenten wie gefühlvoll intonierten Stimme begeistern kann. Ebenfalls höchst sehenswert ist Stephen Rea als Inspector Finch, der seine Figur, wie bereits in CITIZEN X, gekonnt menschlich zwischen konformen Befehlsempfänger und eigenverantwortlichen Starrkopf ausbalanciert. John Hurt als machtgieriger und skrupelloser Kanzler Adam Sutler ist zwar ein typisch eindimensionaler Filmbösewicht, kann jedoch in dieser Rolle auf allen Linien überzeugen. Visuell ist V FOR VENDETTA schön anzusehen, der Film hat Stil, ist jedoch nicht overstyled. Obwohl einzelne Kamerapositionen in diese Richtung zielen, verweigert sich der Schnitt einer typisch zeitkonformen Rasanz und erspart dem Zuseher gängige Videoclip Schnittmuster, was zweifellos zur erzählerischen Flüssigkeit des Films beiträgt. Das soll nicht heißen, dass der Film streckenweise kein Tempo zu entwickeln vermag, aber die durchwegs gelungenen visuellen Effekte und die Montagetechnik gewährleisten, dass V FOR VENDETTA optisch von allzu offensichtlicher Künstlichkeit überwiegend verschont bleibt.

    Fazit: V FOR VENDETTA ist ein überaus inhaltsstarker Film, der sowohl auf unterhaltsamer Ebene, als auch auf hochgradig kritischer, politischer Ebene funktioniert. Ein überraschend homogener Spagat, den man einer Großproduktion namhafter Hollywood Studios wohl kaum zugetraut hätte. Mainstream muss eben nicht immer dämlich sein, dennoch ist V FOR VENDETTA bis Dato eine überaus löbliche Ausnahmeerscheinung. Bitte mehr davon!
  • Wertu
  • Story
    5,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Als ich nach der Matrix von einem neuen Film hörte an dem die Wachkowski-Brüder mitwirken stiegen meine Erwartungen blitzschnell in die Höhe. Nach dem Trailer ging ich dann nicht mehr so ganz von einem Actionspektakel à la Matrix aus, erhoffte mir aber trotzdem einiges. Gut, einen Actionfilm habe ich tatsächlich nicht zu sehen bekommen - oder zumindes keinen, der sich auf die Action stützt. Stattdessen hat mich V WIE VENDETTA vor allem inhaltlich umgehauen, weshalb er auch zu meinen liebsten Comicverfilmungen zählt.

Der Film zeigt eine düstere Zukunftsvision Englands, in der die Gesellschaft einem totalitären Regierungssystem unterliegt. Diese inhaltliche Note und die Inszenierung hat mich hier und da doch stark an George Orwell's 1984 erinnert. Da ich mich an diesen Film jedoch nur noch wenig erinnern kann, werde ich Vergleiche ab jetzt sein lassen.

Comic-Verfilmungen begegne ich grundsätzlich immer mit überwiegender Vorsicht. Die üblich amerikanische Superheldenstory ist mir da einfach zu ausgelutscht und standardisiert. Teilweise sind die zwar ganz gut inszeniert, dennoch sind die meisten Einheitsbrei - nicht aber V WIE VENDETTA. Was gleich gesagt werden muss und mir vor dem Kinobesuch niemand sagte: V WIE VENDETTA ist kein Actionfilm! Genau das habe ich erwartet und erhofft, aber hier liegen die Prioritäten ganz wo anders. Die Story selbst ist es nicht einmal, denn auch eine schlechte und dünne Story kann toll inszeniert in ein besseres Licht gerückt werden. Hier ist nicht nur die Story klasse und für eine Comic-Verfilmung außergewöhnlich anspruchsvoll, sie wurde auch grandios und stilistisch in Szene gesetzt. Um nicht missverstanden zu werden, der Film enthält Actionszenen. Diese überladen den Film aber nicht, sondern sind gut sehr gut im Film platziert worden. Wichtig dabei ist aber auch wie sie aussehen - und zwar grandios! Die Effekte sind, auch wenn sie bei V WIE VENDETTA nicht allgegenwärtig sind, wirklich schön und einzigartig. Es spritzt hier und da sogar recht viel Blut, das wirkt aber niemals übertrieben oder hart, sondern einfach schön - Bildgewalt trennt sich hier von der Gewalt selbst.

Diese Comic-Verfilmung ist nicht effektüberladen und regt auch das Oberstübchen ein wenig an und genau das macht ihn - in Verbindung mit der stilistischen Inszenierung und den Effekten - einzigartig. Hugo Weaving schafft es hier sogar hinter einer Maske seiner Figur unglaublichen Ausdruck zu verleihen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Natalie Portman schätze ich schon seit Leon der Profi und auch bei V WIE VENDETTA spielt sie sehr gut, wie auch John Hurt, Stephen Fry und Stephen Rea.

Eine der besten, wenn nicht die beste Comic-Verfilmung überhaupt. Ein ansprechender Film mit Action, Dramatik und Mitdenk-Voraussetzung - anschauen!

9,5/10 rote Rosen

geschrieben am 17.08.2011 um 17:28

Cover

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ø Wertung: 8,5/10 | Wertungen: 13 | Kritiken: 1