Konzeptionell setzt FIREWALL auf alt bewährte Methoden. Erfolgreicher Geschäftsmann gegen den intelligenten Dieb. Ein Schachspiel zwischen den Protagonisten beginnt. Erst gestalten sich die Züge des Bösen als kluge, strategisch wertvollere Bestimmungen. Später wendet sich das Blatt und die Politik des Guten verbessert sich zusehends. Jede Finesse wird von beiden Seiten ins Kalkül gezogen und bis in das letzte Detail ausgereizt. Leider strukturiert sich das Gesamtpaket in der Welt der Hollywoodindustrie meist ähnlich. Vordergründig darf der Gesetzwidrige agieren, letztendlich siegt doch immer das Anständige. Es darf zwar der Finger erhoben und mit frevlerischen Absichten gedroht werden, passieren darf in Wirklichkeit nicht viel. Es wird gewarnt dem Kinde das Knie zu brechen, doch der Junge wird höchstens verächtlich angeguckt. Wie sagt Jack Stanfield so schön: It`s just a Game. Und letztendlich scheitert FIREWALL aus diesem Grunde.
Schon Gary Oldman blieb sein Vorhaben in Air Force One verwehrt, nämlich seinen Part als schlauen Gauner glaubhaft zu vermitteln. Das seine Rolle in langer Erinnerung stagniert. An diesem Konzept versagt, wie auch viele seiner Vorgänger die ähnliche Rollen verkörperten, der Charakter Bill Cox. Paul Bettany, der den Bösewicht mimt, achtet zwar an seiner Unantastbarkeit, an seiner scheinbaren Überheblichkeit. Glaubhaft wirkt er dank dem durchschnittlichen und braven Drehbuch nicht. Dem typischen und zahlenden Besucher soll doch nicht das Popcorn aus dem Mund fallen, oder sein Cola verschütten. Nicht zu aufregend heißt das Motto für einen amerikanischen Thriller im neuen Jahrtausend.
Der zweite Schwachpunkt ist die Besetzung des Protagonisten Jack Stanfield. Harisson Ford ist in die Jahre gekommen und dieses erkennt das Publikum in fast jeder Szene. Natürlich gibt er schauspielerisch sein Bestes und benimmt sich tollpatschig dem Alter entsprechend. Doch sein Part verbietet es ihm schwach zu sein, er muss doch seine Widersacher besiegen können. Und das dieses Vorhaben gelingt, verspricht doch schon das Prädikat “ Üblicher Hollywoodfilm “. Leider werden noch weitere Jahre vergehen bis Indiana Jones 4 gedreht werden kann. Bis dahin wird Harrison Fords Zeit als Action Held wohl endgültig vorbei sein, bereitet ihn seine Bewegungsfreiheit schon in FIREWALL unangenehme Schwierigkeiten. Virginia Madsen als Beth figuriert Jacks Ehefrau. Leider war es auch ihr nicht vergönnt die gesamte Bandbreite ihres Können zu zeigen, wie zuletzt gesehen in Sideways. Ihre Performance wird wegen dem begrenzten Regiestil zum Bauernopfer um wieder zum bereits erwähnten Schachspiel zurück zu finden. Bleibt schlussendlich zu erwähnen das sich die Produzenten mit dem restlichen Cast auf ein Pari einigten und das zahlende Volk nur eine Durchschnittspartie zu sehen bekommt.
Fazit:
Leicht verdauliche 105 Minuten mit geringen Spannungspotential, dank der Tatsache einen typischen schon oft gesehenen amerikanischen Film zu sehen. Mit dem selben Ausgang und ähnlich miesen Schlusssequenzen....
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