Das Positive vorweg: AEON FLUX ist mit einer Laufzeit von lediglich 93 Min. ein kurzer Film! Sonst gibt es wenig positive Aspekte daran zu erkennen. Die hochgradig dilettantische Erzählweise des Films scheint nicht im Mindersten um eine halbwegs zusammenhängende Story bemüht zu sein. Die mannigfaltigen Plotholes des Drehbuchs würden sogar dafür ausreichen um aus ihnen zwei inhaltlich weitaus präzisere Sequels zu generieren. AEON FLUX sieht sich in nahzu bemitleidenswerter Weise außerstande, seine vielen optischen Gimmicks in eine halbwegs sinnvolle Handlungsebene zu integrieren. Und so springt Charlize Theron herum wie Trinity, rollt ihr linkes Auge zu einer tiefschwarzen, übergroßen Pupille und befehligt einen Haufen irrer Silberkugeln, die dann auf höchst mysteriöse Weise ein Loch in die Wand ihrer Gefängniszelle sprengen... All das bunte Treiben wird im Film mit keinem Deut erklärt, das Drehbuch schert sich äußerst wenig darum diese vielfältigen, durchaus bemerkenswerten, Fähigkeiten seiner Hauptfigur für den Zuseher halbwegs nachvollziehbar zu machen. Hauptsächlich deshalb wirken einige der völlig überzogenen Action Sequenzen des Films überaus dumm und infantil, zumal sie noch dazu so überzogen sind, dass man als Zuseher förmlich seine Gehirnzellen absterben spürt.
AEON FLUX ist zudem so dermaßen mit stylishen Bildern hochgezüchtet, dass die Sets und die entsprechenden CGI's der Handlung konsequent den Rang ablaufen. Fast könnte man meinen, dass die Regisseurin krampfhaft versucht hat, rund um die pompösen und verschwenderischen Sets eine Handlung konstruieren zu wollen, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Hier wedelt ganz offensichtlich der Schwanz mit dem Hund. Das kunterbunte Potpourri ausgeklügelter und überdesignter Kulissen lässt zwar duchaus einige wirklich schöne Bilder entstehen, ist aber nicht im entferntesten in der Lage die Story darin zu integrieren. Auch hier stellt sich wieder die Frage, welchen Sinn manch üppig designte CGI-Gimmicks eigentlich auf praktischer Ebene haben sollen, und auch hier wieder verweigert AEON FLUX beharrlich eine halbwegs sinnvolle Erklärung. Vielmehr ist ein immanenterer, und darüber hinaus ziemlich penetranter, Hang zu einer inhaltslosen MTV Video Clip Ästethik festzustellen, welche protzig von sich behauptet, nur über optischen Overkill funktionieren zu können. Das mag zwar für die Dauer eines 4 Minuten Songs zu funktionieren, beweist allerdings sehr effizient, dass ein Kinofilm doch deutlich mehr Kohärenz erfordert. AEON FLUX ist eine fast schon sensationell schlechte Regiearbeit, die an einfältiger Dummheit kaum mehr zu überbieten ist.
Mit der hochkarätigen Besetzung verspricht das Filmplakat mehr, als AEON FLUX in Wahrheit halten kann. An sich hervorragende SchauspielerInnen wie Pete Postlethwaite, Charlize Theron und Frances McDormand werden durch das miserable Drehbuch und die handwerklich katastrophale Regie zu minderwertigen Erscheinungen demontiert, ihre Gage gleicht einem Schmerzensgeld. Ihre darstellerischen Fähigkeiten werden nicht im Entferntesten auf die Leinwand gebracht. Es ist in diesem Zusammengang auch nicht verwunderlich, dass das Drehbuch erst nach der Hälfte realisiert, dass zwischenmenschliche Kommunikation sogar über Dialoge hergestellt werden kann. Einzig und allein die Effekte wissen streckenweise zu überzeugen. Die CGI's sind überwiegend gut umgesetzt und recht gut in die "Live Action Shots" eingebettet... oder umgekehrt. Wie auch immer, trotz einiger schöner Effekte und einer guten Grundidee der Story, bleibt AEON FLUX ein Opfer seiner vielfältigen Unzulänglichkeiten. In Summe leider ein ungemein dummer und einfältiger Film, der weder über seine überzogenen Action Szenen, und schon gar nicht über seine überfrachtete, visuelle Ebene funktioniert. Ein waschechter, überbudgetierter und minderbemittelter "Turkey", der keinesfalls eine aufmerksame Betrachtung rechtfertigen kann.
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