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The New World

  • Informationen zum Film
  • The New World

  • Originaltitel:
    The New World
    Genre:
    Romanze, Biographie, Geschichte, Drama
    Produktionsländer:
    USA, UK
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    03.03.2006
    Kinostart Deutschland:
    02.03.2006
    Kinostart USA:
    20.01.2006
  • Inhalt
  • Im 17. Jahrhundert sticht eine Gruppe englischer Siedler in See, um Neuland zur Errichtung einer Kolonie zu erkunden. Sie lassen sich im heutigen US-Bundesstaat Virginia nieder, der bis dato von der indianischen Urbevölkerung bewohnt wurde. Zunächst scheint es, als ob ein gemeinsames Miteinander möglich wäre, doch bald brechen schwere Konflikte zwischen den britischen Kolonisten und den Indianern aus, die letztendlich in bewaffnete Auseinandersetzungen münden. Inmitten dieses Szenarios verliebt sich der englische Abenteurer John Smith (Colin Farrell) in das Indianermädchen Pocahontas, wodurch beide sehr rasch zwischen die Fronten geraten...
  • Filmkritik
  • Mit THE NEW WORLD präsentiert sich der renommierte Regisseur Terrence Malick (THE THIN RED LINE) mehr als Ästhet, denn als Geschichtenerzähler. Gleich von Anfang an entwickelt der Film eine erhabene Bildersprache, die einen Kinobesuch bereits nach ein paar Minuten gerechtfertigt erscheinen lässt. THE NEW WORLD gleicht dramaturgisch eher einer langsamen und subtilen Symphonie, die ein hervorragendes, musikalisches Gespür für Rhythmus, Tempo und Flüssigkeit in sich birgt. Terrence Malick zieht alle Register seines Könnens, mit unglaublicher Präzision ordnet er alle Ingredenzien (Kamera, Schnitt, Musik, usw.) so stilsicher an, dass sie ein perfektes Gesamtbild ergeben. Die ersten 15-20 Minuten von THE NEW WORLD erreichen eine fast schon lyrische Ästhetik. Wesentlichen Anteil daran hat der herausragende Score von James Horner (ALIENS, TITANIC), der mit THE NEW WORLD eine seiner besten Arbeiten der letzten Jahre abliefert. Auffallend ist auch die eigenwillige Montagetechnik, derer sich der Film zeitweise bedient. Es entsteht der Eindruck, dass sich Malick dem inhaltlichen Kernpunkt vieler Szenen erst nähert, in dem er ihn zunächst visuell umkreist, wobei zeitlich lineare Szenenabläufe oftmals durch Cross-Cutting aufgebrochen werden. Voice Overs auf der Tonspur gewährleisten dabei die strukturelle Konsistenz solcher Sequenzen. Eine hochgradig interessante Herangehensweise, die erstaunlicherweise sogar funktioniert, obwohl sie es eigentlich nicht dürfte. Dennoch, leider wird aber bald offenkundig, dass selbst die beste Regieleistung die vielfältigen Schwächen der Story nicht auf Dauer kaschieren kann. Somit gerät THE NEW WORLD, je länger der Film dauert, immer mehr zu einer weitgehend inhaltsfreien Stilübung, die mit satten 135 Minuten deutlich zu lang(wierig) ausfällt.

    Die primären erzählerischen Kernpunkte des Films, die Entwicklung der neuen Siedlung und der Konflikt mit der indianischen Urbevölkerung einerseits, und die Liebesgeschichte zwischen John Smith (Colin Farrell) und dem Indianermädchen (Q'Orianka Kilcher) andererseits, geraten zusehends out of Focus. Handlungsstränge reißen einfach unvermittelt ab, die Entwicklung der Figuren gerät oftmals ins Stocken, kommt zeitweise sogar ganz zum Stillstand und auf tiefergreifende Erkundungen der unterschiedlichen Kulturen und ihre Annäherung zueinander lässt sich THE NEW WORLD nur sehr selten ein. Da hilft es auch nicht, den Namen des Indianermädchens (Pocahontas) kein einziges Mal im Film zu erwähnen, um dem Zuseher etwaige schmerzvolle Erinnerungen an die filmische Kitschversion von Disney zu ersparen. Malick verzichtet glücklicherweise auf die Darstellung allzu ausladende Sentimentalitäten der Marke Hollywood, vielleicht begründen sich ja damit die reduzierten, vielfach ausdruckslosen Performances von Colin Farrell und Q'Orianka Kilcher, die sich auf eine gekünstelt wirkende, subtile und unterschwellige Weise anschmachten. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass THE NEW WORLD einerseits deutliche Längen, speziell im Mittelteil, ausweist, dem Film aber andererseits am Ende die Zeit auszugehen scheint. Als Pocahontas erstmals in ihrem Leben eine Großstadt besucht reißt sich THE NEW WORLD aus seiner selbst auferlegten Lethargie und versucht noch schnell vor den Endcredits zumindest ein paar der vielen losen Plotpoints zu thematisieren. Ob das lediglich spät, oder bereits zu spät ist, muss der geneigte Kinobesucher wohl für sich selbst entscheiden...

    Fazit: THE NEW WORLD ist visuell ein wunderschön inszenierter Film, der aber leider vor lauter Ästhetik seine Inhalte vernachlässigt.
  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    1,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    0,5
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
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