München

  • Informationen zum Film
  • München

  • Originaltitel:
    Munich
    Genre:
    Thriller, Geschichte, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA, Kanada
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    27.01.2006
    Kinostart Deutschland:
    26.01.2006
    Kinostart USA:
    06.01.2006
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Mathieu Kassovitz, Steven Spielberg
    Drehbuch:
    Eric Roth, Tony Kushner, George Jonas
    Musik:
    John Williams
    Darsteller:
    Lynn Cohen, Hanns Zischler, Daniel Craig, Valeria Bruni Tedeschi, Eric Bana, Geoffrey Rush, Ciarán Hinds, Michael Lonsdale, Moritz Bleibtreu, Marie-Josée Croze, Meret Becker, Yvan Attal, Alon Aboutboul, Makram Khoury, Yigal Naor, Ayelet Zurer, Mathieu Amalric, Ami Weinberg, Hiam Abbass, Amos Lavi, Michael Warshaviak, Gila Almagor, Moshe Ivgy, Ohad Shahar, Rafael Tabor, Samuel Calderon, Oded Teomi, Mouna Soualem, Mathieu Kassovitz
  • Inhalt
  • Die Welt blickt auf die olympischen Spiele 1972. Mitglieder der palästinensischen Terroreinheit “ Schwarzer September “ dringen in das Dorf ein und nehmen israelische Sportler und Trainer in ihre Gewalt. Sie fordern die Freilassung von 200 palästinensischen Inhaftierten die in israelischen Gefängnissen sitzen. Deutschland, das jegliche Hilfe von anderen Ländern ablehnt, startet einen Befreiungsversuch. Aber dieser Versuch erleidet ein Desaster und alle Israelischen Geiseln sowie fünf Terroristen sterben. Der Zorn Israels ist groß und erstellt eine Todesliste, deren Namen alle mit diesen Massaker direkt oder auch indirekt verknüpft sind. Obwohl ihn diese Liste mehr als fragwürdig erscheint nimmt Mossad Agent Avner ( Eric Bana ) den Auftrag an all jene Personen zu liquidieren. Er erhält ein Team in dem jeder für ein gewisses Fach ausgebildet scheint. Geld spielt keine Rolle, primäreres Ziel ist die Vernichtung aller Terroristen. Avner lässt seine hochschwangere Frau zurück um dieses Ziel zu realisieren.
  • Filmkritik
  • Obwohl George Jonas Romanvorlage “ Vengeance “ in seinen Aufzeichnungen der Wahrheitsgehalt fragwürdig erscheint, nimmt sich Steven Spielberg diesem heiklen Thema an. George Jonas Held in seinem Roman ist ein Mossad Agent namens Avner, den es offensichtlich wirklich gibt, aber dessen wahre Identität im verborgenen bleibt. Für Spielberg geht es primär um den Film, mehr als um eine wahre Geschichte. Also um noch einmal Revue passieren zu lassen stellen sich die Terrorakte im Dorf als wahrheitsgetreu und das danach als Fiktion dar. Trotzdem wird diese Geschichte von der ersten bis zur letzten Sekunde so erzählt als hätte sich alles genau so zugetragen. “ Munich “ verwendet eine Stilrichtung die den Betrachter glauben lässt, er sehe einen Film aus den 70er Jahren. Kalte Farben und Kaminskis unruhigen Bilder verstärken das Gefühl gerade einen 30 Jahre alten Film zu betrachten.

    Der Film beginnt mit Originalaufnahmen aus dem Dorf. Man sieht einen Terroristen, der am Balkon die Geschehnisse bzw. die Polizeiaktionen verfolgt. Der Terrorist begibt sich in das Zimmer zurück und aus der Realität wird Fiktion. Jedes kleine Detail zur Vermischung von Wahrheit und Spielfilm wird genauestens beachtet. Die ersten 20 Minuten verlaufen in diesem Stil und sind für sich ein kleines Kunstwerk. Danach tritt Agent Avner und seine Mannen in Aktion und nach der 20 minütigen Halbdokumentation folgt ein gnadenloser Thriller. Spielberg setzt auf Charaktere. Minutiös wird jeder dieser Einheit beleuchtet. Erst sind sie Unbekannte, langsam jedoch Schritt für Schritt, erfährt der Zuseher über einen jeden dieser Aktivisten ihre wahre Vergangenheit. Kann man bei “ War of the World “ noch von einem schlampigen Regiestil sprechen, so hat Steven hier das Gegenteil bewiesen. Genaueste Einhaltung aller Komponenten ergeben ein Resultat das sich getrost sehen lassen kann. “ Munch “ ist strukturell und stilistisch sicher der beste Spielberg seit langer Zeit.

    Wie in kleinen Episoden werden die Personen dieser Todesliste abgehandelt. Es entsteht dabei der ungeheure Aspekt immer wieder einen Spannungsaufbau mit anschließenden Höhepunkt zu erleben. Mit der Liquidierung jeder Person geht ein Kapitel zu Ende. Trotzdem dieses Verzeichnis kleiner wird gesellen sich neue Gefahren hinzu. Plötzlich werden die Jäger zu Gejagten denn die andere Seite sendet seine Boten aus. Und Steven Spielberg verstrickt perfekt ein Spinnennetz aus dem es kein Entrinnen gibt. Immer enger wird der Faden gesponnen bis auch die letzte, scheinbar noch so unwichtige Person dieser Handlung, dieses Refugium betretet und eingefügt wird.

    Spielberg spielt keinen Richter obwohl er als Abschlussbild die noch vorhandenen Türme des World Trade Center zeigt. Er versucht neutral zu bleiben, ohne eine Stellung zu beziehen. Dieses Bild des WTC. weist nur als Mahnmal für die anhaltende Krise in unserer Welt hin. Der Zuseher sollte sich einfach in den Bann des Filmes ziehen lassen und davon absehen Schuldige zu finden. Und das ist mit Sicherheit auch Steven Spielbergs begehr.

    Die großartig schauspielerischen Leistungen sind Personen zu verdanken, dessen Gesichter noch nicht zu oft verwendet wurden. Keine Top Stars und doch Mimiken mit Ausdruck. Eric Bana, James Bond Neuling Daniel Graig, Ciara`n Hinds, Hans Zischler und Mathieu Kassovitz agieren als Mossad Agenten mit ungeheurem Engagement. Ein extra Lob gilt auch dem Score, der eindringlich das Gesehene unterstützt. Spielbergs Lieblingskomponist John Williams erschuf eine bedrohlich schöne Komposition voller Gefahren und Leidenschaft. Insgesamt gesehen begibt sich Spielberg mit “ Munich “ auf jenen hohen Level den er stets für sich beansprucht, jedoch bis zuletzt nicht ganz verdient hat.

    Fazit:
    Beeindruckende wenn auch ein wenig zu lange 164 Minuten. Filmgenuss für Cineasten, Spannung und Performance der Superlative. Spielberg in Bestform !
  • Wertu
  • Story
    4,5
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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