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Los Angeles Plays Itself

  • Informationen zum Film
  • Los Angeles Plays Itself

  • Originaltitel:
    Los Angeles Plays Itself
    Genre:
    Dokumentation, Geschichte
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2003
  • Inhalt
  • LOS ANGELES PLAYS ITSELF ist eine Dokumentation über die Darstellung der Stadt Los Angeles im Film. Sie beleuchtet sowohl den Wahrheitsgehalt fiktiver Hollywood-Darstellungen, als auch realhistorische Hintergründe. Die Doku befasst sich mit Schein und Sein und ist primär aus Filmausschnitten fiktiver Werke zusammengesetzt, die eine Auslotung zwischen Selbst- und Fremdbild einer Stadt erörtern, die eine Fimpräsenz sondergleichen genießt...
  • Filmkritik
  • Wie wird die Stadt Los Angeles gesehen? Was ist das Selbstbild, was das Fremdbild, und inwieweit verwischen sich die beiden? Wieviel Anteil haben die unzähligen Hollywood Filme, die Los Angeles (und nicht "L.A."!) zur am meisten fotographiertesten Stadt der Welt machten? Genau jenen Fragen geht Regisseur Thom Andersen in seiner umfangreichen 169 minütigen Dokumentation LOS ANGELES PLAYS ITSELF nach. Er wählt seinen Ansatz primär dort, wo sich alle Facetten - zumindest scheinbar - treffen, im Kino! Daher besteht dieser Dokumentarfilm hauptsächlich aus Filmauschnitten, von alten S/W-Filmen der 30er und 40er Jahre, bis hin zu Werken aus den späten 1990ern bis Anfang 2000. Los Angeles ist Hollywood. Aber ist Los Angeles wirklich jenes Bild, welches Hollywood vermittelt? Auf den ersten Blick vielleicht... Dieser Blick ist aber meist jener eines Kinobesuchers, der die Stadt durch unzählig verschiedene Blickwinkel durch die Kamera der Entertainment Industrie wahrnimmt. Eine Abstraktionsebene weiter scheint dieser Blickwinkel eine ambivalente Gratwanderung zwischen Fremd- und Selbstbild einer Stadt zu sein, die sich weltweit als kinematographische Illusion inszeniert, mit allen Vor- und Nachteilen, mit allen Konsequenzen...

    Ist "L.A." die Summe seiner virtuellen Teilchen, einzelner Szenen fiktionaler Spielfilme? Sind es Locations wie das "Bradbury Building", welches u. a. in Filmen wie D.O.A. (1950), BLADE RUNNER (1982), oder MURDER IN THE FIRST (1995) als Kulisse diente, welche die Konzeption einer Stadt ausmachen? Oder sind es überstrapazierte Hollywood Klischees, die das Stadtbild nach außen hin definieren? LOS ANGELES PLAYS ITSELF geht diesen Fragen mit akribischer Detailversessenheit nach, verfolgt gängige Locations und wie sie im Laufe der Jahre in Filmen dargestellt wurden, erörtert historische Fakten und ihre verzerrte Wiedergabe im Hollywood Kino und beschäftigt sich mit gängigen Vorurteilen, Wahr- und Halbwahrheiten, welche Los Angeles seit es Kino gibt verfolgen. Regisseur Thom Andersen vollführt hierbei eine detaillierte und akribische Recherche auf zwei Ebenen - jene der filmischen Darstellung und jene der Realität. Diese beiden Konzepte einer Stadt lässt er über 169 überaus spannende und interessante Minuten aufeinanderprallen. Die düstere Vergangenheitsperspektive von Polanski's Filmklassiker CHINATOWN (1974) prallt auf die deutlich unspektakulärere, aber nicht minder belastende Realität um die Wasserversorgung der Stadt, die filmische Inszenierung von Gangstern, korrupten Polizeibeamten und gesellschaftlichen Skandälchen aus L.A. CONFIDENTIAL (1997) wird zwar als Phantasieprodukt eines Autors bzw. Filmemachers enttarnt, ohne jedoch darauf zu vergessen, dass es duchaus reale Hintergründe waren, welche die Illusion gefüttert haben. Ambivalenz pur - wo beginnt die Realität und wo die filmische Illusion?

    LOS ANGELES PLAYS ITSELF ist eine in ihrer Form einzigartige Dokumentation, zusammengesetzt aus "Fremdbildern" (Fiktion), welche der Regisseur gekonnt mit seiner Realvorstellung von Los Angelges konterkarriert. Die Klüfte, welche sich zwischen diesen beiden Sichtweisen auftun sind ein ungemeines Spannungsfeld, das sowohl Los Angeles Interessierten, wie auch Filmfans ein überaus interessantes Bild der "Stadt der Engel" zeichnet. Ganz nebenbei enthüllt Thom Andersen gängige Filmfehler und logischen Ungereihmtheiten, welche sich in Filmen wie z. B. HEAT (1995), KALIFORNIA (1993), usw. eingeschlichen haben. Für Menschen mit geringen Einkommen ist es defacto unmöglich ein Haus in den Hollywood Hills, oder ein Strandcharlet in Malibu Beach zu finanzieren, wie es oftmals in den Filmen den Anschein hat. Auch das Klischee der "fußgängerfreien" Stadt, in welcher man selbst die 20 Meter zum Nachbarn mit dem Auto zurücklegt (L.A. STORY), wird eindrucksvoll am Beispiel der hiesigen Unterschicht, die primär mit den öffentlichen Bussen unterwegs ist, konterkarriert. Los Angeles besteht eben nicht nur aus reichen, korrupten, weißen Leuten, wie uns das die Filmindustrie oft glauben macht. Wie auch immer, LOS ANGELES PLAYS ITSELF thematisiert über seine protzige Spieldauer von 169 Minuten hinweg wesentliche Themen wie z. B. die Rassenkonflikte, das Manko an sozialer Stadtentwicklung und die Absenz von "public places". In sarkastischer Tonlage bemerkt der Off-Erzähler, dass BLADE RUNNER, dazumals das kollektive L.A. Alptraum-Future-Movie, gar nicht so schlimm sei: Die Straßen sind voll mit Leuten (Fußgängern!), die meisten haben einen Job und das Verkehrsproblem scheint in luftigen Höhen letztendlich auch gelöst und produziert keine Staus... Eigentlich gar nicht so schlimm, oder?

    LOS ANGELES PLAYS ITSELF ist auf Video gedreht und "schmückt" sich mit einer ziemlich eintönig intonierten Erzählerstimme, welche gleichzeitg melancholisch und sarkastisch klingt. Dies sind jedoch die einzigen zwei Minuspunkte, die man dem Film vorwerfen kann. Thom Andersen Dokumentation ist sowohl inhaltlich, als auch formal ein großes Kunstwerk, welches einerseits akribisch recherchiert ist und andererseits sein Herz am rechten Fleck hat. Filmkenner kommen bei diesem Potpurri aus verschiedenen Filmausschnitten, welche das primäre Strukturmerkmal dieser Doku ausmachen, ohnehin voll auf ihre Kosten. Eine überaus geniale Doku, die mit nichts zu vergleichen ist...
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    3,0
    Gesamt:
    4,0
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