Das ist interessanter Stoff, aus dem sich ein großer Film machen ließe, hätte man das nötige Kleingeld: ein Vampir kämpft gegen andere Vampire, um wieder in sein ursprüngliches Leben zurückzukehren (in Blade nahm sich Hollywood einer ähnlichen Ausgangslage an). Die Produktionsbedingungen setzen diesem Indie-Erstling Grenzen in der Gestaltung. Die Laienschauspieler reißen – mit löblicher Ausnahme von Nicole Bujard als Selin und Peter Schrader als ihr Widerpart – nicht gerade vom Hocker, sind meist viel zu sehr damit beschäftigt, ihren Text fehlerlos aufzusagen. Daraus muss man keinen Vorwurf konstruieren, nur ist dies unverkennbar.
In 95 Minuten stößt dem Betrachter die ein oder andere langatmige Stelle auf. Dafür bemühen sich Bujard/Bartalsky sichtlich, ihren Hauptcharakter Selina zu entwickeln und zu motivieren. Die Verteilung der Goreszenen auf den Film spricht ebenfalls für das kreative Trio. Handlung und Charaktere werden dem Blut nicht geopfert; wo es splattert, wird ausreichend Sorgfalt auf Maß und Wirkung der Effekte verwendet. Zum Filmklassiker reicht es unter den gegebenen Umständen nicht, unter den deutschern Amateur-/Indie-Produktionen nimmt Night Of The Vampire Hunter (a.k.a. Nachtschatten) mit seiner kreativen Handhabung von Story und Charakteren einen besonderen Platz ein. Fans dieses Bereichs und Vampirfreunde sollten ihn auf jeden Fall auf ihre to watch list setzen.
Mit Liebe und Sorgfalt wurde nicht nur der Film gedreht, sondern auch die DVD von Eurovideo ausgestattet. Das üppige Bonusmaterial würde man so gerne auch auf anderen DVDs sehen – frisch, informativ und kurzweilig wie etwa das „Kaffeklatsch“ betitelte Interview mit den maßgeblich Mitwirkenden. Da dürfte sich die dreijährige Produktionszeit doch gelohnt haben.
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