´

Die Geisha

  • Informationen zum Film
  • Die Geisha

  • Originaltitel:
    Memoirs of a Geisha
    Genre:
    Romanze, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    20.01.2006
    Kinostart Deutschland:
    19.01.2006
    Kinostart USA:
    23.12.2005
  • Inhalt
  • Basierend auf der Romanvorlage von Arthur Golden erzählt der Film die Lebensgeschichte des jungen Mädchens Chiyo, welches von ihren Eltern verkauft wurde und von ihrer "Besitzerin" zur Geisha ausgebildet wird. Ziel ist die Fertigkeiten einer Geisha zu erlernen, um letztendlich einen Gönner zu finden welcher sie permanent um sich haben will. Im Laufe der Zeit hat sie mit einigen Problemen und Schicksalsschlägen zu kämpfen, von der Trennung von ihrer Schwester über rivalisierende Geishas bis hin zum 2. Weltkrieg, welcher die japanische Gesellschaft und ihre Lebensumstände drastisch verändert. Und obwohl sich eine Geisha im Regelfall ihren Gönner nicht selber aussuchen kann und daher gezwungen ist aus ihrem Herzen eine Mördergrube zu machen, hegt Chiyo doch insgeheime Hoffnungen bei einem Mann zu landen, der ihr sehr viel bedeutet...
  • Filmkritik
  • Von Zeit zu Zeit gibt es Filme, die uns mit eindrucksvollen Bildern in Erinnerung rufen, dass Kino primär ein visuelles Medium ist. MEMOIRS OF A GEISHA ist so ein Film! Fast könnte man sich zu der Übertreibung versteigen, dass alle weiteren Aspekte des Films zumindest sekundär sind solange man sich als Zuseher in solch wundervoll gestalteten Bilderwelten verlieren darf. Etwas nüchterner betrachtet muss man dieses Statement natürlich etwas relativieren, Fakt bleibt jedoch, dass die visuelle Ebene gerade im Kino einen hohen Stellenwert einnimmt. Die Bildgestaltung von MEMOIRS OF A GEISHA ist jedenfalls atemberaubend. Orangefarbene Lampions zieren die Schatten nachtschwarzer Häuserfronten, ein sattes Rot kontrastiert gleichsam dunkle wie helle Szenen und farblich detailliert aufeinander abgestimmte Kostüme und Sets fügen sich zu einem konsistenten Gesamtkonzept zusammen, wie es nur sehr wenigen Filmen gelingt. Ein interessanter Aspekt ist hierbei, dass selbst aus augenscheinlich schlichten Szenen, die mitunter nicht mehr zeigen als ein paar Häuser in der Dunkelheit, einprägsame Bildgemälde entstehen, die mit elementarsten filmtechnischen Mitteln, fernab großartiger Visual-FX Spielereien, erreicht werden. Die überaus gekonnte Ausleuchtung ist dabei ein wesentlicher Faktor. Sie grenzt Licht und Schatten einerseits deutlich genug gegeneinander ab um effektive Kontraste entstehen zu lassen, ist andererseits jedoch subtil genug um weiche Übergänge darzustellen, die selbst in dunklen Szenen eine gewisse optische Wärme ausstrahlen. Das Resultat kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Die Bilder von MEMOIRS OF A GEISHA sind gleichsam opulent und schlicht, manchmal eben nur ein scheinbarer Widerspruch in sich. Eines ist jedenfalls evident - die visuelle Ebene des Films harmoniert perfekt mit der inhaltlichen Ebene. Die Bilder sind wie die Geisha selbst, anmutig, elegant, stilvoll und graziös. Ein überaus gekonntes Zusammenspiel aus Kameraeinstellungen, Sets, Kostümen und Ausleuchtung, welches über 145 Minuten hinweg eine traumhafte Hypnotik auf den Zuseher ausübt.

    Erzählerisch präsentiert sich MEMOIRS OF A GEISHA als langsam und subtil inszeniertes Drama, das immer am Puls seiner Hauptfigur bleibt und diesen Fokus über die gesamte Laufzeit hinweg konsequent einhält. Die lange Reise seiner Protagonistin wird durch den überaus gekonnten Soundtrack von John Williams eloquent begleitet. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken des mehrfach mit dem Oscar ausgezeichneten Komponisten, ist sein Score zu MEMOIRS OF A GEISHA deutlich abwechslungsreicher, vielschichtiger und experimentierfreudiger, was zweifellos mit zu seiner Effizienz beiträgt und die verschiedenen Lebensabschnitte der Hauptfigur auf emotioneller Ebene noch besser unterstreicht. Die Prämierung mit dem Golden Globe für die beste Filmmusik ist in diesem Fall hochverdient. Aber trotz aller optischen und akustischen Glanzleistungen ist festzustellen, dass der Film dramaturgisch durchaus etwas kompakter sein könnte. Zwar versteht es MEMOIRS OF A GEISHA aufgrund der bereits angeführten Stärken meisterhaft über einige handlungstechnische Leerläufe hinwegzutäuschen, letztendlich muss man aber klar sagen, dass nicht jede Sequenz des Films eine inhaltliche Notwendigkeit darstellt. Wobei diese Beurteilung sehr stark im Ermessen des Zusehers liegt. Bringt man Zeit und Geduld mit in den Film, wird sich dieser Faktor bestimmt nicht als sehr störend auswirken. Deutlich anders sehe ich jedoch das Ende. Ohne inhaltliche Details vorwegnehmen zu wollen ist doch klar festzustellen, dass es sich hierbei offensichtlich um eine Hollywood Produktion handelt. Wäre MEMOIRS OF A GEISHA ein asiatischer Film gewesen, wäre er mit Sicherheit anders ausgegangen und hätte jenen Anmut, welchen er über die gesamte Laufzeit hinweg vor sich her getragen hat auch über das Filmende hinaus bewahren können. Dennoch ist dem Film zu attestieren, dass er ein ebenso detailliertes wie eloquentes Bild seiner Charaktere und ihrer Gefühlswelten darzustellen vermag und damit seinen Thema durchaus auch auf inhaltlicher Ebene gekonnt auf die Leinwand bringt. Wesentlichen Anteil daran haben mit Sicherheit die großartigen Performances der Darstellerinnen, die einerseits subtil genug agieren um sich in die Eleganz der Bilder nahtlos zu integrieren, andererseits jedoch ausdrucksstark genug sind um auf der emotionellen Ebene kontrastreiche Charaktere zu gewährleisten.

    Fazit: MEMOIRS OF A GEISHA ist ein wunderschöner Film, der mit überaus eleganten Bildern, einem sensationellen Score, überwiegend guten Performances und einer hervorragenden Regieleistung aufwarten kann. Aufgrund der langen Laufzeit von 145 Minuten und einer kleiner Längen muss man jedoch als Zuseher im 2. Akt etwas Geduld mitbringen und bereit sein über kleine dramaturgische Schwächen hinwegzusehen, dann steht einem exzellenten und hochgradig stilvollen Filmgenuß nichts mehr im Wege.
  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    1,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Bestellen bei:
    Jetzt auf Amazon bestellen

Komentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Userkritiken

Userkritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 6,5/10 | Wertungen: 2 | Kritiken: 0