Serenity

  • Informationen zum Film
  • Serenity

  • Originaltitel:
    Serenity
    Genre:
    Action, Thriller, Sci-Fi, Abenteuer
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    25.11.2005
    Kinostart Deutschland:
    24.11.2005
    Kinostart USA:
    30.09.2005
    Verleiher Österreich:
    Universal Pictures International Austria
    Verleiher Deutschland:
    Universal Pictures International Austria
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Joss Whedon
    Drehbuch:
    Erik Weiner, Joss Whedon
    Musik:
    David Newman
    Darsteller:
    Alan Tudyk, Adam Baldwin, Gina Torres, Jewel Staite, Peter James Smith, David Krumholtz, Michael Hitchcock, Nectar Rose, Sarah Paulson, Summer Glau, Scott Kinworthy, Nathan Fillion, Morena Baccarin, Sean Maher, Ron Glass, Chiwetel Ejiofor, Yan Feldman, Glenn Howerton, Rafael Feldman, Hunter Ansley Wryn, Logan O'Brien, Erik Erotas, Demetra Raven, Jessica Huang, Marley McClean, Conor O'Brien, Weston Nathanson, Carrie 'CeCe' Cline, Erik Weiner
  • Inhalt
  • Joss Whedon ist Fans als Drehbuchautor für die Serien Buffy, Roseanne, Angel und Firefly bekannt. Auch für Toy Story, Alien: Resurrection, Titan A.E. und Atlantis: The Lost Empire waren seine Vorlagen in unterschiedlichem Grade maßgeblich. Bei seinen ureigensten Kindern, den von ihm konzipierten und produzierten Buffy, Angel und Firefly führte er auch Regie. Mit Serenity wagt er sich nun auch an die Regie eines Feature Films heran. Im SciFi Genre ist er fraglos erprobt, seine Serien ausgezeichnet, sein Film gar die Kinoversion seiner Serie Firefly. Sicheres Gelände also.

    Für den Film zur Serie steht auch der gesamte, typisierte Firefly-Cast zur Verfügung. Der abgewrackte Kapitän Mal (Nathan Fillion), Amazone Zoe (Gina Torres), Pilot Wash (Alan Tudyk), Mechanikerin Kaylee (Jewel Staite), Haudegen Jayne (Adam Baldwin) und die beiden Gäste an Bord, deretwegen die Crew der Serenity in arge Schwierigkeiten gerät: Simon (Sean Mahler) und River (Summer Glam). River ist nämlich eine Geheimwaffe der Allianz. Ihre telepathischen und kämpferischen Fähigkeiten wurden manipuliert, um sie für unklare Zwecke zu missbrauchen. Nun hat sie ihr Bruder Jayne befreit und flieht vereinbarungsgemäß mit Mal, einem alten Gegenspieler der mächtigen Allianz. Doch Rivers schwer zu kontrollierende Kräfte sorgen für Reibereien auf dem Schiff. Für die Allianz (eine amerikanisch-chinesisch geführte Supermacht) ist diese Rückholaktion ihres Forschungseigentums gleichzeitig die Möglichkeit sich an den Gegnern von einst zu rächen. Ein mit allen Vollmachten ausgestatteter Geheimagent (Chiwetal Ejiofor) macht sich auf die Jagd. Die Serenity kommt bald von mehreren Seiten unter Beschuss.
  • Filmkritik
  • Whedons erster Spielfilm lebt aus zwei traditionellen Strängen des Science-Fiction Films heraus, die sich vom Paranoia-Invasionskino abgrenzen. Zum einen aus der eher amerikanischen Linie des Prinzips verfolgte Unschuld und/oder Freiheitskämpfer gegen eine (böse) Übermacht (Star Wars), zum anderen aus der eher europäischen Linie des vom Menschen selbst verschuldeten Elends bzw. der menschlichen Hybris, die sich gegen ihn kehrt (Lautlos im Weltraum, 2001, Blade Runner, Alarm im Weltall). Die Allianz, die ihren Machtanspruch in einem brutalen Krieg gegen ihre auf die demokratische Freiheiten und Selbstbestimmung pochenden Widersacher gesichert hat, steht am einen Ende der Skala. Am anderen Ende stehen die Reavers, Outlaws, die auch geographisch an den Rändern des Raumes leben. Diese Gesetzlosen, die in den Weiten des Weltraums zu unmenschlichen Bestien wurden, sind je nachdem, welche Terminologie man verwenden mag die Banditen, Terroristen, Kannibalen, Anarchisten dieser Weltenordnung. Zwischen diesen beiden Polen leben die Besatzung der Serenity, die Kolonie eines ehemaligen Crewmitglieds und Mister Universe (David Krumholtz), eine Art subversiver Medienmogul, der alle Nachrichtensignale des Serenity-Universums empfangen und überall hin distribuieren kann.

    Die Entstehungsgeschichte der Reavers, die die Crew im Laufe des Films kennen lernen wird, steht ganz in der Tradition des Hybris-kritischen Science-Fiction-Films. Auf einem Planeten, dessen Existenz die Allianz noch heute geheim hält, wurde einst eine Kolonie angesiedelt, deren Bewohner durch Experimente über Nahrungszusätze verbessert werden sollten. Glaube und Vorsatz scheinen aufrichtig gewesen zu sein, dass Experiment ging aber schief und wurde vertuscht. Die Zusätze wirkten auf einen Teil der Bevölkerung positiv, auf einen anderen negativ. Aus letzterem wurden die hyperaggressiven Reavers, derer sich der friedliche Teil nicht erwehren konnte und ausgelöscht wurde. Seitdem machen die Reavers den äußeren Weltraum unsicher. (Vermutlich) gute Absichten schaffen böse Folgen.

    Die Crew, ihre Freunde und Weggefährten sind die Outcasts dieses Universums, die sich zwischen den Fronten bewegen. Sie schlagen sich mittels Handel, Transportdienstleistungen, kleinerer Gaunereien und eines Robin Hood würdigen Diebstählen durch. Das Gute und das Böse existieren hier nicht absolut. Dem passen sich alle Gruppen an. Jede hat ihre Schattierungen, ihre eigene Moral; jede wägt beständig ab, wo und wann gutes Handeln auch richtiges Handeln ist, und wo und wann es ihr Schaden würde. Kaum jemand handelt selbstlos. Mit Ausnahme des Spezialagenten. Sein Tun ist ganz Hingabe an den höheren Auftrag, eine Hingabe, die schon religiös-fanatische Züge trägt. Dennoch ist er sich der Opfer, die er anderen für die Sache aufzwingt, des Unglücks, das er bringt, bewusst. Selbst der Bösewicht des Films ist nicht durch und durch böse, sondern loyal und skrupellos in der Umsetzung seiner Überzeugungen. Der Zweck heiligt die Mittel, auch wenn er selbst die Mittel schlecht findet. Diese moralische Ambivalenz prägt Whedons Universum und grenzt es scharf von ähnlichen Freiheitskampf-Geschichten wie Star Wars ab.

    Chiwetal Ejiofor ist ein Gegenspieler von Format. Seine Karriere an englischen Theatern, Rollen in einer Shakespeare-Verfilmung für das britische Fernsehen, in Amistad und Melinda and Melinda qualifizieren ihn am höchsten. In der Tat porträtiert er einen Schurken, wie man ihn so selten zu sehen bekommt: clever, skrupellos, mit Manieren, seinem Auftrag ergeben und sich dabei dennoch der positiven wie negativen Auswirkungen bewusst. Vielleicht der kühlste kalkulierende Fanatiker überhaupt. Gerade das macht ihn so gefährlich.

    Nathan Fillion ist vielleicht am ehesten aus Saving Private Ryan ein Begriff, Summer Glau hat außer ihren Rollen in Firefly, Serenity und einem Film namens Sleepover noch keine nennenswerten Engagements vor der Filmkamera gehabt. Jewel Staite und Sean Mahler sind auch nicht wesentlich beleckter. Alan Tudyk hat dank I, Robot Genre-Erfahrung (und seine Stimme in Ice Age zum Besten gegeben), Adam Baldwin ja sowieso (X-Files, Independence Day, Predator 2). David Krumholtz verbucht immerhin 35 Film- und Fernseheinsätze. Außergewöhnliche Leistungen sind mit der Ausnahme Ejiofors von diesem Cast nicht zu erwarten, dafür wird eine solide Performance geboten.

    Trotz all der positiven Aspekte kommt auch Serenity nicht ohne bekannte Strukturen aus. Dezent angedeutete Liebesgeschichten, die – zum Glück! – nicht breit ausgewalzt werden, das mehrfache Aufeinandertreffen der verfeindeten Parteien, bei denen es den „Guten“, aber immer gelingt zu entkommen, bis zum finalen Showdown, bei dem die Serenity wieder sprichwörtlich zwischen die Fronten gerät und sich nach zwei Seiten wehren muss. Der Endkampf der beiden Helden ist so ähnlich auch schon oft zu sehen gewesen. Das macht es auf den ersten Blick nicht leicht, die Unterschiede zu anderen Genrewerken aufzuspüren. Wiederholtes Betrachten und Tiefenlektüre ermöglichen erst die Erkenntnis der Auffrischung, die Whedons Film der Big-Budget-Sci-Fi verpasst.

    Unter Sci-Fi-Fans, egal ob Anhänger von Star Wars, Firefly oder von nicht so stark budgetierten amerikanischen Megaproduktionen, ist Serenity schon das nächste große Ding nach Star Wars. Die Mixtur aus eye-popping visual effects, starkem Plot, der nicht der vorhandenen Action geopfert wird, und Witz mag das Zeug dazu haben. Joss Whedons Erfahrung kann nur ein Vorteil sein.
  • Wertu
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Student Slasher

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Da Science Fiction nicht zu meinen Lieblings-Genres gehört dringen meist nur Blockbuster oder Klassiker zu mir durch. Oder aber es läuft wie bei SERENITY, der mir aus einer grundsätzlich sehr verlässlichen Quelle ans Herz gelegt wurde. Ich hab mir mal den Trailer angesehen und fand den zwar kurzweilig, aber interessant. Dem Film liegt ja eine Serie zugrunde ("Firefly") die ich aber nie gesehen habe bzw. von der ich absolut nichts weiß. Somit war der Erwerb dieses Films auf Bluray ein Blindkauf. Genau so blind und in der Hoffnung zumindest gut unterhalten zu werden ging ich jetzt in den Film...

Der Plot: 500 Jahre in der Zukunft ist die Erde so weit zerstört und ihre Ressourcen so sehr aufgebraucht, dass sich die Menschen auf Planeten eines neu entdeckten Planetensystems niederlassen und dort sogenanntes Terraforming betreiben.
Die Crew des Raumschiffs Serenity schlägt sich mit kleinen Transportaufträgen oder Schmuggelgeschäften mit ihrem überholbedürftigen Raumschiff durch. Eines Tages finden die beiden Dr. Simon Tam und seine Schwester River auf ihr Schiff, doch die beiden sind keine gewöhnlichen Gäste. River hat telepathische Fähigkeiten und wurde aus den Fängen der mächtigen Allianz befreit, die nun um geheime Informationen bangen die von diesem außergewöhnlichen Mädchen möglicherweise aufgeschnappt wurden. Nun kann die Jagd beginnen...

Hintergrund und Rahmenbedingungen in denen sich er Film bewegt werden gleich zu Beginn erläutert was heißt, dass man von Anfang an dem Film aufmerksam folgen sollte. Diese erste Sequenz hat mich gleich ein wenig abgeschreckt, da die Szenerie zwar gut aber nach typischem SciFi aussah wie ich ihn sehr ungerne sehe. Glücklicherweise bleibt aber nur ganz kurz Zeit darauf zu achten, denn die Action lässt nicht lange auf sich warten und zieht den Fokus damit vorerst auf sich. Das Ruder konnte also gerade noch rumgerissen werden, sodass sich meine Zuversicht noch nicht ganz in Luft augelöst hat.

Der restliche Film ist Spielfilm-typisch in 3 Parts geteilt, was ich ohne zu spoilern sagen kann:
1. Die Charaktere werden vorgestellt: Natürlich gibt es unzählige andere mit einer ähnlichen Formation wie hier, dennoch schafft man's mich hiermit zu gewinnen. Das liegt vor allem an Nathan Fillion der den Captain der Serenity spielt und mir bisher noch in keinem Film aufgefallen wäre (zumindest kann ich mich an keinen erinnern). Sein Charakter ist nicht nur einer der wichtigsten, sondern auch einer der außergewöhnlichsten was wohl teilweise auch an Fillion liegt. Sein Humor ist einfach untypisch für einen derartigen Film und hat mich wie auch sein Äußeres sofort an Indiana Jones erinnert. Und Indiana Jones im Weltall? Ja, das kann durchaus funktionieren!
Aber auch die anderen Hauptcharaktere des Films passen gut in dessen Konzept und sind - nehme ich an - eher unbekannt besetzt, da das Budget nicht mehr her gab. Das aber macht den Film für mich noch einmal interessanter, denn aufgrund ihrer unverbrauchten Gesichter geht man unvoreingenommen in den Film was den Charakteren wohl stark zugute kommt. Alan Tudik, Morena Baccarin, Adam Baldwin und Chiwetel Ejiofor lernte ich so nämlich von Grund auf - als Darsteller und als Filmfigur - kennen. Dass ich den ein oder anderen schon aus kleinen Nebenrollen kannte spielt hier gar keine Rolle.
2. Der Hauptpart: Während der Einführung der Charakter entwickelt sich natürlich auch die Story weiter. Diese hatte ich nach dem Beginn dem Witz angepasst eher oberflächlich und kurzweilig erwartet, was ganz und gar nicht der Fall ist. Zwischen den Sprüchen die ab und an mal eingestreut werden wird es nicht nur ernster, sondern auch tiefer. Einerseits ist das schon an den Rahmenbedingungen - der zerstörten und verbrauchten Erde - der Geschehnisse abzulesen. Andererseits aber ist auch die Story um die außergewöhnliche River gespickt mit guten Ansätzen. Auch die Inszenierung stimmt hier, sodass der zweistündige Film keinerlei Längen zulässt und immer für Unterhaltung gesorgt wird. Die Actionsequenzen sind sehr nett anzusehen und in Anbetracht des Budgets das bei knapp $40 Mio. lag atemberaubend - hier hat man mit Sicherheit das Maximum rausgeholt! Auch die zahlreichen Kampfszenen können sich absolut sehen lassen, die mit ein wenig Arbeit sogar Potential für das Martial Arts-Genre Platz hätten. Aber auch in den inhatlich wertvolleren Szenen lässt der Film den Zuschauer nicht los, was nicht nur dem Drehbuch sondern auch den Darstellern zu verdanken ist.
3. Das Finale: Natürlich muss der Film wie jeder dieser Preisklasse auch ein krönendes Finale haben. Das hat er auch, denn einerseits findet hier nicht nur die Action ihren Höhepunkt, sondern auch die Intensität nimmt aufgrund des Mottos "Alles oder nichts" stark zu. Da dem Zuseher zuvor eindringlich vermittelt wurde, dass es nun ans Eingemachte geht wird man am Ende förmlich gepackt, was ich dem Film ebenfalls nicht zugetraut hätte.

Auch wenn es von mir bisher nur lobende Wort gab ist der Film für mich noch lange nicht perfekt. Das liegt aber weniger daran, dass ich große Schwächen feststellen konnte, sondern dass ich vergleichsweise einfach zu viele andere SciFi-Actioner kenne die mir besser gefallen haben. Noch dazu wird man dem Film wesentlich mehr abgewinnen können, wenn man die Serie "Firefly" gesehen habe, da bin ich mir - auch wenn ich die Serie nie gesehen habe - ganz sicher.

Fazit: Von SERENITY wurde ich absolut positiv überrascht, vor allem von dem gelungenen Mix aus kurzweiliger Unterhaltung und guter, doch etwas tiefer greifenden Story. Die mir bisher eher unbekannten Darsteller tragen aber ebenfalls stark dazu bei, dass mir dieser Film sehr gut gefallen hat.

8/10 schrottige Raumschiffe

geschrieben am 17.08.2011 um 23:02

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ø Wertung: 8,4/10 | Wertungen: 5 | Kritiken: 1