Da Science Fiction nicht zu meinen Lieblings-Genres gehört dringen meist nur Blockbuster oder Klassiker zu mir durch. Oder aber es läuft wie bei SERENITY, der mir aus einer grundsätzlich sehr verlässlichen Quelle ans Herz gelegt wurde. Ich hab mir mal den Trailer angesehen und fand den zwar kurzweilig, aber interessant. Dem Film liegt ja eine Serie zugrunde ("Firefly") die ich aber nie gesehen habe bzw. von der ich absolut nichts weiß. Somit war der Erwerb dieses Films auf Bluray ein Blindkauf. Genau so blind und in der Hoffnung zumindest gut unterhalten zu werden ging ich jetzt in den Film...
Der Plot: 500 Jahre in der Zukunft ist die Erde so weit zerstört und ihre Ressourcen so sehr aufgebraucht, dass sich die Menschen auf Planeten eines neu entdeckten Planetensystems niederlassen und dort sogenanntes Terraforming betreiben.
Die Crew des Raumschiffs Serenity schlägt sich mit kleinen Transportaufträgen oder Schmuggelgeschäften mit ihrem überholbedürftigen Raumschiff durch. Eines Tages finden die beiden Dr. Simon Tam und seine Schwester River auf ihr Schiff, doch die beiden sind keine gewöhnlichen Gäste. River hat telepathische Fähigkeiten und wurde aus den Fängen der mächtigen Allianz befreit, die nun um geheime Informationen bangen die von diesem außergewöhnlichen Mädchen möglicherweise aufgeschnappt wurden. Nun kann die Jagd beginnen...
Hintergrund und Rahmenbedingungen in denen sich er Film bewegt werden gleich zu Beginn erläutert was heißt, dass man von Anfang an dem Film aufmerksam folgen sollte. Diese erste Sequenz hat mich gleich ein wenig abgeschreckt, da die Szenerie zwar gut aber nach typischem SciFi aussah wie ich ihn sehr ungerne sehe. Glücklicherweise bleibt aber nur ganz kurz Zeit darauf zu achten, denn die Action lässt nicht lange auf sich warten und zieht den Fokus damit vorerst auf sich. Das Ruder konnte also gerade noch rumgerissen werden, sodass sich meine Zuversicht noch nicht ganz in Luft augelöst hat.
Der restliche Film ist Spielfilm-typisch in 3 Parts geteilt, was ich ohne zu spoilern sagen kann:
1. Die Charaktere werden vorgestellt: Natürlich gibt es unzählige andere mit einer ähnlichen Formation wie hier, dennoch schafft man's mich hiermit zu gewinnen. Das liegt vor allem an Nathan Fillion der den Captain der Serenity spielt und mir bisher noch in keinem Film aufgefallen wäre (zumindest kann ich mich an keinen erinnern). Sein Charakter ist nicht nur einer der wichtigsten, sondern auch einer der außergewöhnlichsten was wohl teilweise auch an Fillion liegt. Sein Humor ist einfach untypisch für einen derartigen Film und hat mich wie auch sein Äußeres sofort an Indiana Jones erinnert. Und Indiana Jones im Weltall? Ja, das kann durchaus funktionieren!
Aber auch die anderen Hauptcharaktere des Films passen gut in dessen Konzept und sind - nehme ich an - eher unbekannt besetzt, da das Budget nicht mehr her gab. Das aber macht den Film für mich noch einmal interessanter, denn aufgrund ihrer unverbrauchten Gesichter geht man unvoreingenommen in den Film was den Charakteren wohl stark zugute kommt. Alan Tudik, Morena Baccarin, Adam Baldwin und Chiwetel Ejiofor lernte ich so nämlich von Grund auf - als Darsteller und als Filmfigur - kennen. Dass ich den ein oder anderen schon aus kleinen Nebenrollen kannte spielt hier gar keine Rolle.
2. Der Hauptpart: Während der Einführung der Charakter entwickelt sich natürlich auch die Story weiter. Diese hatte ich nach dem Beginn dem Witz angepasst eher oberflächlich und kurzweilig erwartet, was ganz und gar nicht der Fall ist. Zwischen den Sprüchen die ab und an mal eingestreut werden wird es nicht nur ernster, sondern auch tiefer. Einerseits ist das schon an den Rahmenbedingungen - der zerstörten und verbrauchten Erde - der Geschehnisse abzulesen. Andererseits aber ist auch die Story um die außergewöhnliche River gespickt mit guten Ansätzen. Auch die Inszenierung stimmt hier, sodass der zweistündige Film keinerlei Längen zulässt und immer für Unterhaltung gesorgt wird. Die Actionsequenzen sind sehr nett anzusehen und in Anbetracht des Budgets das bei knapp $40 Mio. lag atemberaubend - hier hat man mit Sicherheit das Maximum rausgeholt! Auch die zahlreichen Kampfszenen können sich absolut sehen lassen, die mit ein wenig Arbeit sogar Potential für das Martial Arts-Genre Platz hätten. Aber auch in den inhatlich wertvolleren Szenen lässt der Film den Zuschauer nicht los, was nicht nur dem Drehbuch sondern auch den Darstellern zu verdanken ist.
3. Das Finale: Natürlich muss der Film wie jeder dieser Preisklasse auch ein krönendes Finale haben. Das hat er auch, denn einerseits findet hier nicht nur die Action ihren Höhepunkt, sondern auch die Intensität nimmt aufgrund des Mottos "Alles oder nichts" stark zu. Da dem Zuseher zuvor eindringlich vermittelt wurde, dass es nun ans Eingemachte geht wird man am Ende förmlich gepackt, was ich dem Film ebenfalls nicht zugetraut hätte.
Auch wenn es von mir bisher nur lobende Wort gab ist der Film für mich noch lange nicht perfekt. Das liegt aber weniger daran, dass ich große Schwächen feststellen konnte, sondern dass ich vergleichsweise einfach zu viele andere SciFi-Actioner kenne die mir besser gefallen haben. Noch dazu wird man dem Film wesentlich mehr abgewinnen können, wenn man die Serie "Firefly" gesehen habe, da bin ich mir - auch wenn ich die Serie nie gesehen habe - ganz sicher.
Fazit: Von SERENITY wurde ich absolut positiv überrascht, vor allem von dem gelungenen Mix aus kurzweiliger Unterhaltung und guter, doch etwas tiefer greifenden Story. Die mir bisher eher unbekannten Darsteller tragen aber ebenfalls stark dazu bei, dass mir dieser Film sehr gut gefallen hat.
8/10 schrottige Raumschiffe
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