“ Noch das kleinste Ereignis, wenn es nur wirklich unvorgesehen eintritt, entfacht einen Wind der davon trägt “. ( Andrè Breton )
Haben schlechte Menschen eine Chance auf Veränderung ? Darf sich das Leben eines Spielers, der sich selbst und sein Umfeld ruiniert, zum Guten wenden ? Mit diesem Tabu Thema beschäftigt sich “ Spiele Leben “.
Für Regisseur Antonin Svoboda war es der erste abendfüllende Spielfilm. Bisher trat er mit einigen Kurzfilme und für seine Produktionsfirma ( COOP 99 Filmproduktion ) in Erscheinung. “ Darwins Nightmare “, “ Hotel “ oder “ Die fetten Jahre sind vorbei “ zählen zu den bekanntesten Schaffungen der letzten Jahre. Für “ Spiele Leben “ erschuf Antonin Svoboda einen Antihelden, keinen abgrundtief Bösen, aber einen von dem sich die Gesellschaft abwendet, ihn verleugnet. Er lässt seinen Protagonisten nach dem Ausweg suchen und entscheidet sich wieder für ein weiteres Suchtmittel, den Würfel. Einen Ausweg in der Ausweglosigkeit zu finden, indem es für jedes Problem sechs Möglichkeiten gibt sie zu lösen. Er benutzt den Würfel als innovativen Richtungsweiser. Kann er jedoch den Weg aus dieser Misere finden ? Gibt es eine Hoffnung für Kurt sich wieder in den Spiegel schauen zu können ? Oder verschlingt ihn seine Sucht und taucht in einem Strudel des Sumpfes hinab.
Regisseur Antonin Svoboda lässt den Zuschauer viele Perspektiven. Sprich, er gibt dem Betrachter ebenfalls Freiraum für verschiedene Gelegenheiten. Vieles bleibt unausgesprochen. Nicht einfach zu verstehen dafür aber um so realitätsnahe bleibt dieses Kuriosum. Für den Mitsehenden logische Schlussfolgerungen bleiben ungesehen. Man könnte dieses Manko als Drehbuchschwäche ansehen, jedoch war es dem Regisseur ein Anliegen diverse Lücken zu schaffen. Diese Lücken bestehen doch auch im Kopf eines Süchtigen und genau diesen Eindruck versucht Antonin Svoboda auf das Publikum zu übertragen. Dazu fügt er Stilmittel wie kalte Farben und eine unruhige Kamera ein um diese Intensität zu verstärken.
Georg Friedrich als Kurt und Birgit Minichmayr als Tanja erweisen sich als Glückgriff. Dabei wollte Antonin Svoboda den Georg Friedrich nur mal in einer Hauptrolle sehen. Friedrich spielte seinen Part mit genauerster Präzision und passte sich dieser Milieustudie exakt an. Jedes oft improvisierte Wort, jede noch so kleinste Mimik, fügt sich bedenkenlos in den Charakter. Während der Part als Süchtigen und “ echten Wiener “ bei Georg Friedrich als sein Naturell angesehen werden kann, glaubt man bei Birgit Minichmayr an die Schauspielkunst. Die ehemalige Burgschauspielerin und Trägerin des Nestroypreises 2004 bot schon in “ Der Untergang “ und “ Hotel “ außergewöhnliche Performances. In “ Spiele Leben “ verkörpert sie die Rolle der drogensüchtigen Tanja mit enormer Präsenz und Spielgewalt. Zusammen ergeben sie ein fast unschlagpaares Duo, Authensität ist oberstes Gebot.
Fazit:
Spiele Leben ist kein einfacher Film. Er berührt das Innere im Menschen, tut stellenweise sogar weh. Er trifft auch den Nerv der Zeit und er führt vor Augen dass Sucht allgegenwärtig ist.
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.