Spiele Leben

  • Informationen zum Film
  • Spiele Leben

  • Originaltitel:
    Spiele Leben
    Genre:
    Thriller, Drama
    Produktionsländer:
    Österreich, Schweiz
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    20.01.2006
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Antonin Svoboda
    Drehbuch:
    Martin Ambrosch, Antonin Svoboda
    Musik:
    Christoff Dienz
    Darsteller:
    Birgit Minichmayr, Georg Friedrich, Andreas Patton, Alfred Mrva, Claudia Martini, Michael Rastl, Gerda Drabek, Gerti Drassl, Gabriele Heckel, Silke Jandl, Deniz Cooper, Christian Kohlhofer, Marvin Kren, Aline Götz, Maya Unger, Alice Meiringer, Andreas Kastinger, Georg Hauke, Paul Hofer, Matthias Ebner, Florian Flicker, Wolfgang Franzl, Heinz Heizinger, Annemarie Schleinzer, Gabriela Schmoll, Ali Shama, Roman Steger, Bruno Wagner, Renate Wiesner, Roswitha Ziener
  • Inhalt
  • Kurt unterliegt einer Sucht; die Sucht des Glückspiels. Wie in Trance probiert sich der Spieler in jeglicher Art und taucht zusehends in einen Strudel der Ausweglosigkeit. Immer wieder versucht Kurt mit naiven Mittel an Bargeld ran zu kommen, manchmal mit Erfolg. Doch das neugewonnene Geld ist schnell wieder verloren und Kurts weiterer Weg scheint aussichtslos. Ehemalige Freunde, Gläubiger, sein Vater und nicht zuletzt seine Freundin eine Medizinstudentin werden mit seiner Sucht konfrontiert. Doch eines Tages verändert sich sein Leben schlagartig. Er macht Bekanntschaft mit einem Würfel der ihn fort an jede Entscheidung abnehmen soll. Sechs Möglichkeiten für jedes entstehende Problem. Anfänglich scheint seine Pechsträhne zu enden, auch eine Beziehung mit der drogensüchtigen Tanja hellt seine sonst so düsteren Tage auf. Er versucht sein Leben zu ändern, sich in den Griff zu kriegen; vergebens. Zu schnell verliert sich Kurt in seiner alten Welt, voller Alkohol, Drogen und dem Glückspiel. Kann der Würfel ihn retten ? Kann ihn der Würfel aus seiner Misere befreien ?
  • Filmkritik
  • “ Noch das kleinste Ereignis, wenn es nur wirklich unvorgesehen eintritt, entfacht einen Wind der davon trägt “. ( Andrè Breton )

    Haben schlechte Menschen eine Chance auf Veränderung ? Darf sich das Leben eines Spielers, der sich selbst und sein Umfeld ruiniert, zum Guten wenden ? Mit diesem Tabu Thema beschäftigt sich “ Spiele Leben “.
    Für Regisseur Antonin Svoboda war es der erste abendfüllende Spielfilm. Bisher trat er mit einigen Kurzfilme und für seine Produktionsfirma ( COOP 99 Filmproduktion ) in Erscheinung. “ Darwins Nightmare “, “ Hotel “ oder “ Die fetten Jahre sind vorbei “ zählen zu den bekanntesten Schaffungen der letzten Jahre. Für “ Spiele Leben “ erschuf Antonin Svoboda einen Antihelden, keinen abgrundtief Bösen, aber einen von dem sich die Gesellschaft abwendet, ihn verleugnet. Er lässt seinen Protagonisten nach dem Ausweg suchen und entscheidet sich wieder für ein weiteres Suchtmittel, den Würfel. Einen Ausweg in der Ausweglosigkeit zu finden, indem es für jedes Problem sechs Möglichkeiten gibt sie zu lösen. Er benutzt den Würfel als innovativen Richtungsweiser. Kann er jedoch den Weg aus dieser Misere finden ? Gibt es eine Hoffnung für Kurt sich wieder in den Spiegel schauen zu können ? Oder verschlingt ihn seine Sucht und taucht in einem Strudel des Sumpfes hinab.

    Regisseur Antonin Svoboda lässt den Zuschauer viele Perspektiven. Sprich, er gibt dem Betrachter ebenfalls Freiraum für verschiedene Gelegenheiten. Vieles bleibt unausgesprochen. Nicht einfach zu verstehen dafür aber um so realitätsnahe bleibt dieses Kuriosum. Für den Mitsehenden logische Schlussfolgerungen bleiben ungesehen. Man könnte dieses Manko als Drehbuchschwäche ansehen, jedoch war es dem Regisseur ein Anliegen diverse Lücken zu schaffen. Diese Lücken bestehen doch auch im Kopf eines Süchtigen und genau diesen Eindruck versucht Antonin Svoboda auf das Publikum zu übertragen. Dazu fügt er Stilmittel wie kalte Farben und eine unruhige Kamera ein um diese Intensität zu verstärken.

    Georg Friedrich als Kurt und Birgit Minichmayr als Tanja erweisen sich als Glückgriff. Dabei wollte Antonin Svoboda den Georg Friedrich nur mal in einer Hauptrolle sehen. Friedrich spielte seinen Part mit genauerster Präzision und passte sich dieser Milieustudie exakt an. Jedes oft improvisierte Wort, jede noch so kleinste Mimik, fügt sich bedenkenlos in den Charakter. Während der Part als Süchtigen und “ echten Wiener “ bei Georg Friedrich als sein Naturell angesehen werden kann, glaubt man bei Birgit Minichmayr an die Schauspielkunst. Die ehemalige Burgschauspielerin und Trägerin des Nestroypreises 2004 bot schon in “ Der Untergang “ und “ Hotel “ außergewöhnliche Performances. In “ Spiele Leben “ verkörpert sie die Rolle der drogensüchtigen Tanja mit enormer Präsenz und Spielgewalt. Zusammen ergeben sie ein fast unschlagpaares Duo, Authensität ist oberstes Gebot.

    Fazit:

    Spiele Leben ist kein einfacher Film. Er berührt das Innere im Menschen, tut stellenweise sogar weh. Er trifft auch den Nerv der Zeit und er führt vor Augen dass Sucht allgegenwärtig ist.
  • Wertu
  • Story
    3,5
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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