A Tale of two Sisters

  • Informationen zum Film
  • A Tale of two Sisters

  • Originaltitel:
    Janghwa, Hongryeon
    Genre:
    Horror, Drama, Thriller, Mystery
    Produktionsland:
    Südkorea
    Produktionsjahr:
    2003
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Jee-woon Kim
    Drehbuch:
    Jee-woon Kim
    Musik:
    Byung-woo Lee
    Darsteller:
    Kap-su Kim, Jung-ah Yum, Su-jeong Lim, Geun-Young Moon, Seung-bi Lee
  • Inhalt
  • Die jugendlichen Schwestern Bae Soo-mi und Bae Soo-yeon werden aus der psychatrischen Behandlung nach Hause zu Ihrem Vater und der Stiefmutter entlassen. Die Mädchen leben in Misstrauen und Verachtung gegenüber Ihren Eltern und weigern sich über die traumatischen Vorfälle in ihrer Vergangenheit zu sprechen. Ihr Hass richtet sich vor allem gegen die Stiefmutter und schon bald beginnt sich Angst und Schrecken unter den Familienmitgliedern auszubreiten
  • Filmkritik
  • Asien ist die neue Filmhochburg für Fans des subtilen Horrors mit Gänsehautgarantie. Dass aus den Hollywood-Studios keine neuen Ideen zur Belebung des Horror-Genres kommen, wurde in letzter Zeit durch unzählige Remakes und Neuverfilmungen hinreichend bewiesen. Was bleibt dem Filmfan trotz lästiger Sprachbarriere anderes übrig, als direkt die fernöstliche Quelle des innovativen und kreativen Horrorkinos anzuzapfen. Überdrüssige des weichgespülten und von Pre- und Sequels gezeichneten US-Kinos bekamen spätestens mit „The Ring“ (2002), starbesetztes US-Remake des Japan-Klassikers „Ringu“ (1998), den Anstoß sich genauer mit dem asiatischen Film auseinanderzusetzen. Mittlerweile sind Filme wie „The Eye“ oder „Kairo“ auch in westlichen Gefilden mehr als nur Geheimtipps. Wer das Gefühl von Angst und kalter Schauer am eigenen Leib erleben möchte, der kommt an diesen Filmen nicht vorbei.

    „A Tale Of Two Sisters“ scheint zwar auf den Zug der bewährten Ghost-Storys aufspringen zu wollen, jedoch offenbart sich die durchdachte Handlung als Psychothriller mit einigen Wendungen, gespickt mit dramatischen Einzelschicksalen und äußerst effektiven Schockmomenten. Der gesamte Film ist von einer nüchternen und ernsten Atmosphäre gekennzeichnet, sodass der Zuseher eine gewisse Trostlosigkeit und Verlorenheit mit den Hauptcharakteren assoziiert.

    Bereits die Anfangssequenz, in der die in der Psychatrie befindliche Su-Mi nicht fähig ist über das Geschehene zu berichten, macht das Hauptmotiv der Handlung deutlich: Vergangenheitsbewältigung. Auf die Handlung näher einzugehen ist mir nicht möglich, ohne wesentliches zu Verraten. Die Stärke des Films liegt nicht in einer Aneinanderreihung von Schockszenen, sondern in der nicht linearen Erzählweise der Geschichte aus der Sicht unterschiedlicher Charaktere. Verraten sei, dass sich die Charaktere alles andere als in einem psychisch stabilen Zustand befinden. Zwar sind beim Ansehen des Films parallelen zu David Lynchs „Lost Highway“ oder „Mulholland Drive“ nicht offensichtlich, lässt man den Film jedoch Revue passieren, sind thematische Übereinstimmungen kaum von der Hand zu weisen. Ähnlich wie im Haus von Fred Madison in „Lost Highway“ wird mit bedrohlichen Kulissen gespielt, wobei dies bei „A Tale Of Two Sisters“ viel stärker forciert wird.

    Den Satz mit dem Sinngehalt „I feel that there is something in this house…“ ist des Öfteren zu aus dem Mund der Darsteller zu hören und wird in beunruhigenden Bildern eingefangen. Während in der ersten Hälfte des Films Horrorelemente und Schockszenen klar Überhand haben, dominieren Themen wie „Identitätskrise“ und „Schizophrenie“ mit fortlaufender Spielzeit, wobei dementsprechend das Erzähltempo rasanter und die Handlung durch die gesteigerte Dynamik verwirrender wird. Zu den Schockelementen möchte ich anmerken, dass diese bei mir mehr Gänsehaut als etwa bei „The Eye“ oder „Kairo“ erzeugt haben. Wie für den „wirklichen“ Horror notwendig, wird kein Blut & Gore geboten, sondern fiese Kamerawinkel und dunkle Gestalten in finsteren Ecken. Sensible Gemüter seinen daher gewarnt!

    Kernstück der Inszenierung ist das Anwesen, in dem die Handlung fast ausschließlich spielt. Es handelt sich um ein altes, großräumiges Herrenhaus, das in gekonnten und teils beeindruckenden Kamerafahrten eingefangen wird. Insgesamt erinnert die Kulisse an den ersten Teil der „Resident Evil“- Videospielreihe, wobei es inhaltlich keine Übereinstimmung gibt. Großteils bewegen sich die Darsteller im Dunklen, wobei die Räume mit viel Liebe zum Detail dekoriert sind. Schwere Holztüren, rustikale Einrichtungsgegenstände, hohe Räume, Tapetenmuster an den Wänden und schmale Gänge entfalten erst im Dunklen ihre bedrohliche Wirkung!

    Die Darsteller sind in ihren Rollen mehr als überzeugend. Die sehr begrenzte Anzahl an Hauptakteuren, die sich im Wesentlichen auf vier Personen – die beiden Schwestern Bae Soo-mi und Bae Soo-yeon, die Stiefmutter und den Vater – beschränken, werden sehr glaubhaft gespielt. An der tiefen Verzweiflung der weiblichen Charaktere, die allesamt mit starken, psychischen Problemen zu kämpfen haben, zweifelt man in keiner Sekunde. Dem Vater, der die Vorgänge großteils nicht verstehen kann und der den einzig stabilen Charakter in der Handlung darstellt, kann man die Überforderung mit der Situation jederzeit anmerken.

    Ähnlich wie in den bereits genannten Werken von David Lynch ist der Film mit dem vorbeiziehen des Abspanns keineswegs abgehakt. Die Handlung wird nicht vollständig aufgelöst und lässt einigen Freiraum für Interpretationen, wobei der Interpretationsspielraum jedoch wesentlich enger als beispielsweise bei „Lost Highway“ ist. Glücklicherweise wird in der Schlussszene einiges Aufgeklärt, sodass am Ende ein großteils schlüssiges und rundes Gesamtwerk bleibt. Für mich ist der Film ein kleines Meisterwerk, da der Stoff über den subtilen Horror hinausgeht und den gewillten Seher auch nachhaltig beschäftigt. Das macht für mich einen guten Film aus, deshalb ein Pflichtfilm (noch) abseits des Mainstreams !
  • Kurz Kritik
  • Story
    3,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    5,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    theSerj

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Zwei Schwestern kommen zurück nach Hause. Sie waren für einige Zeit in einer psychiatrischen Anstalt. Zu Hause angekommen, erwartet sie schon die merkwürdige Stiefmutter. Auch sonst ist irgendwas merkwürdig im Haus.

Asia-Horror der Superlative: Was Regisseur Ji-Woon Kim hier abgeliefert hat, ist ein Meisterstück des modernen Horrorfilms.

Er setzt ganz auf den subjektiven Horror, wie er schon in „Ring“ vorhanden war, doch fügt er noch weitere Elemente hinzu. So gibt es Dinge, die unerklärlich für den Zuschauer bleiben. Ein Rätsel, welches gelöst werden will.

Es gibt viele Dinge, die auch schon in „Ring“ funktioniert haben, doch er spitzt es zu und treibt die Spannung und den Gruselfaktor einfach in ungeahnte Höhen, was „Ring“ in dieser Form nicht so schaffte.

Durch Kamerafahrten und bestimmten Einstellungen werden wir immer wieder auf ein Neues ausgetrickst. Auch der Sound trägt hier eine Menge zur Stimmung bei. Jeder der ein 5.1-Soundsystem hat, sollte dies bei diesem Film nutzen. Es steigert die Spannung mehr noch, wenn sich z.B. etwas im Zimmer im Hintergrund bewegt.

In dem Film gibt es Szenen, die selbst bei Hartgesottenen eine Gänsehaut auslösen können.

Der beste Asia-Horrorfilm der letzten Jahre kommt aus Süd-Korea.

geschrieben am 25.07.2011 um 13:13

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Wertung: 8,5/10 | Wertungen: 4 | Kritiken: 1