Ja, Uwe Boll ist ja nicht gerade ein Freund von mir, doch mit "Rampage" konnte er mich neulich wirklich überzeugen. Im Wissen, dass von BLOODRAYNE etwas komplett anderes zu erwarten ist - sowohl inhaltlich, als auf's Endprodukt bezogen - habe ich ihn nun endlich wieder gesehen. Vor Jahren durfe/musste ich mir den Film einmal zu Gemüte führen und bis auf ein paar Effekte blieb mir absolut nichts in Erinnerung, umso gespannter bin ich heute in den Film gegangen. Denn wenn schon der Film als solcher nichts taugt, sollte immerhin Olaf Ittenbach - der Splatter Make-Up Experte schlechthin - für netten Gore sorgen...
Wie befürchtet beschränken sich die positiven Worte lediglich auf die Make-Up Effekte von Olaf Ittenbach. Man sieht einfach, dass hier jemand Hand angelegt hat der schon Erfahrung mit Splatterfilmen hat und diese hier auch auslebt bzw. ausleben kann. Der rote Lebenssaft spritzt bei jeder erdenklichen Möglichkeit und das sieht sogar richtig, richtig gut aus! Würde es sich um einen reinrassigen (Fun-)Splatter handeln wäre der Film schon alleine dadurch gerettet, doch das ist nun mal nicht der Fall. Es kommt auf weit mehr an bei dieser Adaption, nur bekommt man das leider nicht geboten.
Die Darsteller wirken allesamt unbeholfen, niemand scheint so recht zu wissen was er denn zu tun hätte. Das große Geheimnis das mich um BLOODRAYNE beschäftigt ist, wie zum Teufel man es geschafft hat diese Darsteller an Land zu ziehen. Okay, Michael Madsen kann ich noch nachvollziehen und auch Kristanna Loken hat abgesehen von "Terminator 3" nicht viel Spitzenware geboten, aber Michelle Rodriguez, Sir Ben Kingsley und Geraldine Chaplin für diese Produktion zu gewinnen... da muss irgendwas dahinter stecken, denn mit logischem Denkvermögen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen warum die hier mitgemacht haben. Es tut schon fast weh einen großen Kingsley in einer solchen Rolle und dermaßen unterfordert zu sehen.
Wer glaubt wenigstens solide Action serviert zu bekommen wird sich ebenfalls täuschen. Gut, durch diverse Filme von The Asylum habe ich mich in letzter Zeit an Trash gewöhnt, daher tut BLOODRAYNE auch nicht ganz so weh. Dennoch seien jene gewarnt, die sich aufgrund der namhaften Darsteller dementsprechende Action erwarten. Die Animation sind höchstens auf B-Niveau und haben schon Trashfaktor was allerdings nur geringfügig stört. Viel mehr ist an den Schwertkämpfen auszusetzen, denn die deutlich erkennbar unechten Schwerter werden unglaublich langsam geschwungen. Die Kampfchoreographien sind unspektakulär und fern jeder Dynamik, selten habe ich so uninspiriertes Gehampel gesehen - aufgrund der wahnsinnig langsamen Kämpfe gibt's wohl auch kaum Slow Motion, das könnte man nun wirklich niemandem zutrauen.
Auf den Inhalt will ich gar nicht genauer eingehen, denn der geht einfach unter. Die schwachen Kampfszenen könnten noch durch die saftigen Splattereffekte ausgeglichen werden und den trashigen Effekten könnte man ebenfalls etwas abgewinnen, allerdings ist es eine Qual den Darstellern, die sich in ihren Rollen sichtlich unwohl fühlten, zuzusehen. Nette Gore-Effekte, viel mehr leider nicht.
3/10 Plastikschwerter
Rayne ist ein Dhampir – halb Mensch, halb Vampir. Als ihr Vampirvater Kagan ihre menschliche Mutter vor ihren Augen vergewaltigt und tötet, sinnt sie nach Rache. Unterstützung für ihre Pläne findet sie bei einem Vampirorden.
Uwe Boll ist dafür bekannt, aus Computerspielen Filme zu erzeugen. Oft haben diese dann jedoch nichts mehr mit der Originalvorlage zu tun. So ist es auch bei „Bloodrayne“. Die Handlung spielt, statt wie im Game in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, nun im Mittelalter. Jedoch hat sich der Regisseur, etwas dabei gedacht, denn er hat „Bloodrayne“ als Trilogie angelegt. Im ersten Teil wird Raynes Vorgeschichte abgehandelt, im zweiten dient der Wilde Westen als Kulisse und erst der dritte Teil spielt in der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Bis zu diesem Showdown müssen sich die „Bloodrayne“-Fans jedoch noch bis 2009 gedulden.
Bei „Bloodrayne“ ist es bei fast jeder Szene spürbar, dass die Schauspieler nur für Geld mitwirken. Im Großen und Ganzen können sie in ihren Rollen nicht überzeugen, es gibt also keine oscarreifen Schauspielleistungen. Da „Bloodrayne“ spieltechnisch nie mit viel Blut und Gewalt geizte, gibt es im Film auch immer wieder blutige Kämpfe und Morde zu sehen, welche in der Unrated-Version etwas länger ausfallen. Die deutsche Kauf-DVD enthält nur die R-Rated-Kinofassung
Pluspunkte sammelt der Film, neben einer kurzen Oben-ohne-Szene mit Kristanna Loken, vor allem durch die Effekte von Olaf Ittenbach.
„Bloodrayne“ ist nicht der beste Film von Uwe Boll und bietet auch sonst bezüglich des Drehbuchs nichts Außergewöhnliches, doch wer Olaf Ittenbach und dessen Effekte mag oder schon immer wissen wollte, wie Kristanna Loken „oben ohne“ aussieht, kann sich den Film zu Gemüte ziehen.
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