Mehr noch als den Fortschritt der Ermittlung zeigt uns Bong den fortschreitenden Wandel seiner Protagonisten, dem sie sich nicht entziehen können. Der Fall verändert alle drei: stutzt den brutal-dumpfen Schläger zurecht, lässt den aggressiven, selbstgefälligen Beweisfälscher die Methoden der Schreibtisch- und Kopfarbeit entdecken und den kriminalistisch geschulten Hauptstädter die Selbstjustizmethoden seiner Kollegen verinnerlichen. Abneigung gegeneinander, Willkür gegen Verdächtige und Hass auf den Täter treiben die Kommissare voran.
Bong gesteht seinen Anti-Helden viel Raum zur Entfaltung zu, lässt deren Darsteller genaue Bilder ihrer Charaktere zeigen – und sie dann Veränderungen durchmachen. Das ist zum einen plausibel, da solche Fälle nicht spurlos an den betroffenen Ermittlern vorbeigehen, zum andern rückt es „Memories of Murder“ in die Nähe zum Entwicklungsdrama und zu guter letzt macht es die Charaktere vielschichtiger, glaubwürdiger. Daraus bezieht der Film eine doppelte Spannung: Nicht nur die Frage, wann der Mörder wieder zuschlägt und ob er gefasst werden wird, oder die Wendungen der Handlung fesseln, sondern auch die Brüche und Veränderungen der Kommissare.
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