Nachdem Fulcis größte Erfolge schon ein paar Jahre zurück lagen, versuchte der italienische Regisseur sich wieder auf das zu konzentrieren, was er am besten kann. Und die Spezialität von Fulci waren stets Splatter-Filme, die bis an die Grenzen des guten Geschmacks gingen. Wer erinnert sich nicht gerne an seine Filme 'Woodoo-Schreckensinsel der Zombies', mit der berühmten Augenszene oder an 'Das Haus an der Friedhofsmauer', bei dem es gegen Ende hin auch ordentlich zu Sache ging. Doch diese Tage waren zur Zeit der Entstehung des Films 'Demonia' leider schon Vergangenheit. Man mochte fast meinen Fulci wurde einfach zu alt. Allerdings war die Gewalt-Reduzierung meiner Meinung nach eine Massnahme wegen der immer häufiger auftretenden Diskussionen über den 'Phantastischen Film' und seine Wirkung auf das Publikum. Das goldene Zeitalter des Horror-Films war nun mal vorbei und Fulci, ein Überbleibsel aus dieser Zeit konnte nicht mehr so drehen, wie er es gewollt hätte.
Der Inhalt von 'Demonia' hört sich spannender an, als er eigentlich ist. Wer sich hier vielleicht einen Nunploitationer erwartet wird enttäuscht sein, da hier nur am Rande Nonnen vorkommen. Nichts destotrotz wird die Geschichte konsequent fast eine Stunde lang erzählt und wirkt so um einiges interessanter auf den Zuschauer, als sie eigentlich ist. Hier erkennt man schon ein grosses Manko des Films, dass bei vielen Fulci-Fans nicht gut angekommen ist, denn der Film taucht völlig in die Story ab und Splatter-Szenen muss man in der ersten Stunde mit der Lupe suchen. Doch dann kommt der Film Gore-technisch langsam in Fahrt und der Gorehound wird befriedigt. Zwar sehen einige Szenen ein wenig laienhaft aus, wie z.b. das Auseinanderreißen eines Mannes, aber man muss schon froh sein, solche Szenen überhaupt zu Gesicht zu bekommen.
Wer jetzt glaubt, dass zumindest die Darsteller den Film retten, der hat zum Teil sogar Recht. Fulci übernimmt die Rolle des Komissars, der den Morden auf den Grund geht. Die Rolle, die fast schon so etwas wie eine kleine Hauptrolle ist, wurde Fulci wie auf den Leib geschneidert. Auch werden dadurch ein paar Pointen eingestreut, die eine angenehme Auflockerung des Geschehens zur Folge haben. Die Hauptdarstellerin kann dagegen nur bedingt überzeugen. Sie spielt solide und man sollte von ihr natürlich keine Meisterleistung erwarten. Die restlichen Darsteller sind allesamt austauschbar, bis auf den grimmigen Metzger, der mit seiner Miene dem Film zu etwas unfreiwilliger Komik verhilft.
Auch wenn der mittlerweile verstorbene Italo-Regisseur Lucio Fulci seine besten Jahre schon hinter sich hatte, so lieferte er mit 'Demonia' einen ordentlichen Splatter-Film mit ausgedehnter Handlung, mittelmäßigen Splatter-Einlagen und durchschnittlicher Schauspielleistung. Für viele Fulci-Fans ist der Film einfach nur langweilig und einer der schlechtesten Fulcis, was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann, da mir der Film ganz gut gefällt. Gore-technisch ist der Film zwar weit unter den Möglichkeiten eines Lucio Fulcis, aber das mag man ihm verzeihen. Wer sich den Film trotzdem anschauen will, dem würde ich zur ungeschnittenen X-Rated - DVD raten, welche auf 666 Stück limitiert ist. Die DVD bietet gutes, anamorphes Bild, guten Ton und auch ein paar kurze Extras, unter anderem auch ein Interview mit Fulci.
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