Alice wurde von der Umbrella Corporation für ein Experiment missbraucht, welches ihr nun übernatürliche Kräfte beschert. Diese braucht sie aber auch dringend, um in Raccoon City, der Stadt, in der sich das tödliche Virus vollständig ausgebreitet und die letzten Überlebenden in Untote verwandelt hat, bei ihrer Flucht aus der Stadt zu überleben. Allerdings kämpft sie nicht alleine gegen die Untoten, denn das S.T.A.R.S.-Mitglied Jill Valentine und vier weitere Überlebende, Terri Morales, Carlos Oliviera, L.J. und Nicholai verteidigen ebenfalls ihr Leben, während sie versuchen, aus der Stadt zu flüchten.
Wenn ein Film seine Kosten einspielt, Gewinn macht und von vorn herein schon eine Fortsetzung geplant war, ist es meist nur eine Frage der Zeit, bis diese auch kommt. Bei Resident Evil hat es nicht einmal ganz 2 Jahre gedauert, bis uns eine Sequel nachgereicht wurde. Auf manche mag das vielleicht so wirken, als würde ein schnell zusammengeschustertes B-Movie auf die Zuschauer warten. Und in gewisser Weise stimmt das auch. Paul Anderson, der den ersten Resident Evil-Teil inszenierte, stand wegen seines „Aliens vs. Predator“ Projekts gehörig unter Zeitdruck und so wurde Alexander Witt als Nachfolger Andersons auserkoren. Manche Leuten waren darüber glücklich, denn Anderson hat nicht gerade den Ruf anspruchsvolle oder gar gute Spiel-Umsetzungen zu inszenieren, obwohl ich doch erwähnen will, dass mir der erste Resident Evil-Film sehr gut gefallen hat.
Nichts desto trotz übernahm Witt die Regie des zweiten Resident Evil-Abenteuers, das zwischen dem zweiten und drittem Teil der Video-Spiele angelegt ist. Es wurden neue interessante Charaktere aus dem Spiel eingefügt, die man im ersten Teil noch vermisste. So ist hier zum ersten Mal Jill Valentine dabei, die eine grossartige Bereicherung für den Film war. Eine Art Lara Croft, die auch ihre Schwächen hat. Gleichzeitig war Jill Valentine auch mein Lieblingscharakter im Film. Charakterzeichnung gibt es zwar fast überhaupt keine im zweiten Resident Evil-Film außer bei Alice und Nemesis, aber dennoch konnten mich die Schauspieler überzeugen, da sie durch das charakterlose Drehbuch auch nicht mehr zeigen konnten.
Einige Parallelen zu anderen Filmen wie z.b. Snyder´s Dawn of the Dead-Remake findet man auch hier, nur wurden sie in Resident Evil:Apocalypse wesentlich besser umgesetzt. So ist z.b. der Ausbruch des T-Virus hervorragend inszeniert worden. Was bei anderen Zombie-Vertretern, die in letzter Zeit auf der Leinwand erschienen sind, doch eher ein ums andere Mal schief ging, wird in Resident Evil um einiges besser gelöst, da man hier weiß, dass es doch noch einen Rettungsanker gibt und man spielt mit dieser Möglichkeit im Laufe des Films und gibt den Protagonisten so ein Ziel. Snyder´s Dawn-Remake machte den Fehler, dass man doch sehr unrealistische Wege ging und die Handlungen der Charaktere nicht ganz nachvollziehbar waren. Aber in Resident Evil beschränkt sich jeder nur auf das eine: Überleben.
Hört sich jetzt alles nach einem ziemlich gelungenen Horror-Zombie-Schocker an, doch gleich nach den ersten zwanzig Minuten wird klar, dass hier die Action-Szenen deutlich im Vordergrund stehen. Selten habe ich so coole Action mit einem Augenzwinkern gesehen. Alles wirkt dermaßen übertrieben und unrealistisch, dass man gar nicht anders kann, als sich darauf einzulassen und Spass zu haben. Trotz der vielen Actionszenen geht der Horror-Anteil nicht verloren. Es vergehen kaum zwei Minuten, in denen man nicht aus dem Kinosessel springt. Die Schockmomente wurden im allgemeinen an Stellen ausgelegt, die atmosphärisch und auch schock-technisch gut zusammenpassten. Daher kann man dem Film sicherlich keine Vorhersehbarkeit vorwerfen. Soundtechnisch ist der Film sehr an die MTV-Generation angelegt, sehr rockige Musik, die elektronisch nochmal gemixt wurde, hämmert uns hier entgegen, aber ehrlich gesagt hätte ein großes Filmorchester auch nicht wirklich zum Film gepasst.
Am ersten Teil von Resident Evil wurde wohl am meisten kritisiert, dass der Film doch sehr blutleer für einen Zombie-Film war. Auch ich fand es schade, da man in einigen Szenen doch mehr blutige Effekte hätte zeigen könne. Gerade im Zombie-Genre sind Splatterszenen nämlich unumgänglich. Nun, zunächst die schlechte Nachricht. Resident Evil:Apocalypse ist nicht wesentlich blutiger als sein Vorgänger. Die gute Nachricht: Es fällt kaum auf. Der Film kommt derart dreckig und gewalttätig daher, dass man dank der schnellen Bilder und der kolossalen Soundkulisse nicht merkt, dass der Film an sich ziemlich blutleer ist. Die Straßen, die Gebäude, die Charaktere, alles wurde sehr dreckig gestylt und so übertrifft der Film nicht zuletzt aufgrund dessen jeden anderen Zombie-Film des neuen Jahrtausends.
Man muss wohl schon Fan von B-Movies sein, um an Resident Evil: Apocalypse gefallen zu finden. Allerdings zeigt er durch übermassig übertriebene Actionszenen, herrvorragend ausbalancierte Schockmomentene und eine Soundkulisse, die die Zombies agieren lässt wie Dinosaurier aus dem Jurassic Park, dass er schon fast wieder erstklassig ist. Das einzige, was dem Film dann doch eine wirklich sehr hohe Bewertungsnote verwehrt, sind die schnellen Schnitte während der Actionszenen. So verliert man leider manchmal den Überblick, doch das scheint bei neueren Horror-Produktionen inzwischen sehr beliebt zu sein. Aber trotz dieses Mankos ist der zweite Resident Evil-Ableger ein kurzweiliger Action-Horror-Trip, der wenn man sich darauf einlässt puren Spass bringt.
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