THE FAMILY STONE lebt in erster Linie von den gezielten kleinen Bösartigkeiten gegen Meredith, welche Regisseur und Drehbuchautor Thomas Bezucha mit diebischer Freude in Szene setzt. Der Humor des Films ist dabei eine feine, aber sehr spitze Klinge, welche oftmals hinterrücks geschwungen und dann treffsicher ins Ziel geführt wird. Während die subtilen Boshaftigkeiten im ersten Akt des Films primär auf der Ebene lustvoller Schadenfreude funktionieren, gewinnen sie im zweiten Akt zusehends an Ernsthaftigkeit. THE FAMILY STONE beginnt als turbulente Comedy, welche sich ab der Hälfte jedoch immer öfters Elementen des Dramas bedient und damit deutlich an Witz und Dynamik eingebüßt. Andererseits nimmt sich der Film damit jedoch Zeit, um seine vielen Figuren detaillierter auszuarbeiten und zu beleuchten, was sich spätestens im letzten Akt bezahlt macht. Viele Szenen und Momente hätten hier sonst nicht so gut funktioniert. Obwohl sich der Film mit seiner Struktur ganz klar in die üblichen Genremuster der romantischen Komödie einreiht, kann er sie doch meist zu seinem Vorteil nutzen, damit einerseits unterhalten und andererseits auch die emotionale Ebene ansprechen.
Die Balance zwischen Witz und Ernsthaftigkeit, welche den Film ausmacht, wird in erster Linie von der wundervoll agierenden Diane Keaton getragen. Scheinbar mühelos und spielerisch wechselt ihre Performance innerhalb eines Wimpernschlags zwischen hintergründiger Komik und ernsthafter Mimik, zwischen offenherziger Ausdrucksweise und reservierter Zweckfreundlichkeit hin und her. Damit ist sie nicht nur das schauspielerische Highlight des gesamten Films, sie hält THE FAMILY STONE auch inhaltlich auf Kurs und macht nicht nur einmal den Unterschied zwischen Feingefühl und Sentimentalität auf der Leinwand sichtbar. Obwohl Keaton nicht permanent im Bild ist, entwickelt sie eine ständige Präsenz, die den Film über weite Strecken zu tragen vermag. Wirklich sehenswert! Sarah Jessica Parker, Claire Danes und Rachel McAdams runden die weiblichen Haupt- und Nebenrollen mit guten bzw. soliden Performances ab. Craig T. Nelson als Familienvater ist ebenfalls sehenswert, lediglich Dermot Mulroney ist streckenweise etwas unscheinbar. Alles in Allem sind die schauspielerischen Leistungen des Films durchwegs in Ordnung, wobei die hervorragende Diane Keaton ganz klar heraussticht.
THE FAMILY STONE ist überwiegend kurzweilig und unterhaltsam, mit kleinen dramaturgischen Schwächen im Mittelteil, die aber in Summe nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Wirklich störend ist lediglich der standardisierte Handlungsablauf in festgefahrenen Genrekonventionen, welcher keinen Platz für Überraschungen bietet und den Film daher ziemlich vorhersehbar macht. Dass THE FAMILY STONE trotzdem funktioniert ist, liegt zweifellos an den gut ausgearbeiteten Charakteren und natürlich an den SchauspielerInnen, die den Film auch davor bewahren zeitweise zu plump auf die Tränendrüse zu drücken. In Summe eine durchaus gelungene Komödie.
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