Mike Newell, Regisseur von Filmen wie “Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, “Donnie Brasco“ und "Mona Lisa `s Lächeln" übernahm zum ersten Mal die Regentschaft in Sachen Harry Potter. Und er schwingt seinen Zauberstab auf eine diffenziertere Weise als seine namhaften Vorgänger. Er lässt seine Zauberwelt rund um Harry Potter weit weniger bunt, vielmehr farbenleerer und düsterer erscheinen. Mike Newell beweist mit seinem Vorgehen das J.K. Rowlings Novellen auch für ein älteres Publikum konzipierbar wären. Ein großer Schritt in die richtige Richtung. Seine Spiele die das triamagische Turnier bietet, wirken bedrohlich und erwecken den Eindruck, es könne jedem Moment etwas schief gehen. Der Höhepunkt dieser weit zwielichtigeren Episode ist der Endkampf zwischen Harry Potter und Voldemort. Mike Newell zeigt diese Szenen im “Batman Begins“ Stil. Fahle Farben, viel Schwarz, ein wenig Weiß. Voldemorts Maske und seine Helfer (Death Eater) passen sich der erwähnten Szenerie an. Leider widmet sich Mike Newell zu sehr seinen Lieblingsszenen und vernachlässigt ein wenig die Rahmenhandlung. Dadurch wirkt der Film zeitweise ruppig und unrund. Insgesamt gesehen kann man es handwerklich betrachtet, als den besten Potter bezeichnen.
Leider wird die Tatsache immer deutlicher das sich die gesamte Belegschaft der Jungschauspieler als untalentiert erweist. Nun reicht es nicht mehr süß und lieblich zu wirken. Jetzt erfordert das Drehbuch mehr. Es fördert das Erwachsen werden; ihre Leistungen müssten oder viel mehr sollten, einem anderen Niveau entsprechen. Aber davon sind sie weit entfernt. Harry Potter (Daniel Radcliffe) sorgenvolle Mimik ist unecht und aufgesetzt. Ron Wesleys (Rupert Grint) frecher Blick funktioniert nicht mehr. Nur Hermine (Emma Watson) vergaß offensichtlich nicht zwischen durch mal eine Schauspielerschule zu besuchen. Ihr Auftreten reift angepasst ihres Alters. Das darstellerische Können zwischen den Jungstars und den älteren Berufskollegen zeigt sich immer besonders dann, wenn ein Michael Gambon oder ein Alan Rickman die Leinwand betritt. Das Niveau hebt sich sekündlich und die Aura dieser Protagonisten ist stets präsent. Und fällt genau so schnell wieder ins Bodenlose wenn Harry zum Beispiel, betrübt ist oder sogar weint. Unglaubwürdigkeit und daraus entstehende Langeweile entsteht und trübt etwas das sonst durchaus positive Gesamtbild. Lobend sei die Darbietung des Oberfieslings Voldemort erwähnt, die von Ralph Fiennes verkörpert wird. Seinen Part in der Friedhofszene kann durchaus als Höhepunkt des gesamten Werkes betrachtet werden. Und Potter Fans kennen endlich das Gesicht des “Du weißt schon wen“....
Kritik:
157 Minuten akzeptable Unterhaltung. Den Produzenten sei empfohlen ein Jahr auszusetzen und stattdessen einen Daniel, Rupert, und die restliche Jungbelegschaft die Macht der Schauspielkunst zu lehren. Mit Zaubern allein ist es leider nicht getan.
Stilistisch mit Abstand der beste Potter. Harry Potter und der Feuerkelch!
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