“ Based on a true Story “
Die Geschichte liegt einer wahren Begebenheit aus den 70er Jahre zugrunde. Anneliese Michel wohnhaft in Deutschland wurde dieses Schicksal zuteil. Aufgrund diverser Recherchen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung aus der damaligen Zeit, basiert diese Erzählung. William Friedkin entdeckte dieses Genre für das Kino und erschuf mit “ Der Exorzist “ einen Film für die Ewigkeit. Spätere Nachfolger kamen an den Erfolg nicht heran und die Teufelsaustreibungen verschwanden von unseren Bildschirmen. Nun, im neuen Jahrtausend scheint man diese Art von Horror wieder zu mögen, denn Renny Harlin und Paul Shrader wagten sich an ein Prequel zu “ Der Exorzist “. Obwohl diese Versuche, gerechnet in Umsatzzahlen, kläglich scheiterten, bekommt dieses Thema mit “ The Exorcism of Emily Rose “ ein neues Gewand. In weiterer Folge wird demnächst eine britische Dokumentation über Teufelsbeschwörungen zu sehen sein. Auch eine deutsche Produktion plant das Leben der Anneliese Michel zu verfilmen. Hans Christian Schmids “ Requiem “ soll 2006 in unseren Kinos starten.
“ I am the One who dwells within “
“ The Exorcism of Emily Rose “ beginnt da wo Genrewerke dieser Art üblicher Weise enden. Nach der endgültigen Teufelsaustreibung. Doch diese Prozedur zeigte sich wenig erfolgreich und Emily starb. Der eigentliche Film handelt von der darauffolgenden Gerichtsverhandlung und in Rückblenden wird die traurige Geschichte der Emily Rose erzählt. Regisseur Scott Derrickson vermischt geschickt zwei völlig verschiedene Genres. Die Gegenwart zeigt ein Drama, eines das Zeit braucht sich zu entwickeln. Die Farben werden dezent eingesetzt und man ist sichtlich bemüht, ruhig, einfach und seriös zu wirken. Es werden die Standpunkte der Anklage und der Verteidigung ausführlich gezeigt. Die Vergangenheit jedoch ist Horror pur, laut, intensiv und erschreckend nah. Die beiden Komponenten vertragen sich erstaunlicher Weise und Scott Derrickson tat gut daran, eine Filmlänge von 119 Minuten zu wählen. Denn so hatten beide Handlungsstränge Zeit sich zu entwickeln. Es benötigt auch diesen Zeitraum um diese Ebenen übergreifen zu lassen. Etwa die Uhrzeit, die in beiden Geschichten eine wichtige Rolle spielt. 03.00 am, die Zeit der Dämonen und der Finsternis. 3.00 pm ist Jesus am Kreuz gestorben und dieser Gegenpart bietet sich förmlich an.
“ Do you think you can force me out, priest ? Try ! I dare you “.
Hauptdarsteller/in Laura Linney ( Erin Bruner ) und Pfarrer Moore ( Tom Wilkinson ) üben sich in Zurückhaltung und passten sich der ruhigen Erzählweise des Ablaufes an. Jennifer Carpenter ( Emily Rose ), ein Naturtalent in Sachen Akrobatik, bietet die beste Darbietung. Ihre Performance steht ihrer Vorgängerin Linda Blair um nichts nach. Der restliche Besetzung, in der klingende Namen wie Mary Beth Hurt oder Colm Feore stehen, fallen nicht weiter auf. Es ist die Struktur und das ungeheure Flair in gewisse Situationen, die den Film sehenswert gestalten. Erwähnenswert sei der fabelhafte Score von Spiderman 2 Tonkünstler Christopher Young. Seine bedrohlich wirkenden Kompositionen heben das Spannungspotenzial noch um eine Stufe an.
Fazit:
Einem Horrorliebhaber wird sich dieser Film sicher zu ruhig darstellen. Die Fans der Dramen könnten die Phrasen bekommen und das Kino fluchtartig verlassen. Anbeter beider Genres können sich als „ Perfekt bedient „ bezeichnen.
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