TDR - The Devil's Rejects

  • Informationen zum Film
  • TDR - The Devil's Rejects

  • Originaltitel:
    The Devil's Rejects
    Genre:
    Krimi, Thriller, Horror
    Produktionsländer:
    USA, Deutschland
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    27.01.2006
    Kinostart Deutschland:
    01.12.2005
    Kinostart USA:
    22.07.2005
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Rob Zombie
    Drehbuch:
    Rob Zombie
    Musik:
    Tyler Bates, Terry Reid, Rob Zombie
    Darsteller:
    William Forsythe, Chris Ellis, Geoffrey Lewis, Elizabeth Daily, Danny Trejo, Bill Moseley, Sid Haig, Matthew McGrory, Sheri Moon Zombie, Tom Towles, Rob Zombie, Mary Woronov, Leslie Easterbrook, P.J. Soles, Sean Moran, Ken Foree, Duane Whitaker, Michael Berryman, Dallas Page, Daniel Roebuck, Deborah Van Valkenburgh, Jordan Del Spina, Brian Posehn, Ginger Lynn Allen, Lew Temple, Priscilla Barnes, Dave Sheridan, Kate Norby, Jossara Jinaro, Michael 'Red Bone' Alcott, Juanita Guzman
  • Inhalt
  • Das abgelegene Farmhaus der berüchtigten Firefly Family ist von der Polizei umstellt. Im Zuge des folgenden Feuergefechts wird Mutter Firefly (Leslie Easterbrook) festgenommen, wohingegen Otis (Bill Moseley) und Baby (Sheri Moon Zombie) fliehen können. Sie können gerade noch Captain Spaulding (Sid Haig) vor der Polizei warnen, der ebenfalls sofort die Flucht ergreift um sich am gemeinsamen Fluchtpunkt, einem abgelegenen Motel, mit den anderen zu treffen. Während sich die Firefly Family in dem Hotel einnistet, die Zimmergäste kurzwegs als Geiseln nimmt und ein perfides Spiel aus Sex und Gewalt mit ihnen treibt, lässt Sheriff Wydell (William Forsythe) nicht locker. Bei der Jagd nach den kaltschnäuzigen Mördern steigert er sich in einen persönlichen Wahn, der die Polizeiarbeit bald zum irren Rachefeldzug werden lässt, bei dem sich seine Methoden immer mehr jenen der skrupellosen Verbrecher annähern...
  • Filmkritik
  • I keep my standards pretty low, so I'm never disappointed. -----
    Das Sequel zu HOUSE OF 1000 CORPSES (2003) beginnt gleich mit einem Shoot-Out zwischen der Firefly Family und der Polizei. Diese, temporeichste, Szene des Films ist durch jenes hysterische Editing geprägt, welches die fragmentarische Bildersprache des Erstlings wieder in Erinnerung ruft und gleich vorneweg erkennen lässt, dass Regisseur Rob Zombie immer noch kein Gespür für dramaturgisch kohärente Szenenabläufe hat. In THE DEVIL'S REJECTS setzt er wiederum auf eine bizarre Mixtur aus gängig düsteren Horrorflair, quietschbunter Rummelplatz Ästhetik, übercooler MTV Schnittfolgen, irrer Freezeframes und zum Teil verwackelter Kameraverrenkungen. Würde ich darin auch nur den geringsten Bezug zur inhaltlichen Ebene des Films, oder zumindest einzelner Szenen, erkennen käme ich fast in Versuchung das Wort "Stil" zu verwenden. So aber reicht die Bezeichnung "overstyled" zur treffenden Beschreibung des bunten, audiovisuellen Treibens völlig aus. Dieses seltsam anmutende Potpurri vermag in einzelnen Szenen durchaus zu funktionieren, über den Zeitraum von über 100 Minuten hinweg wird's einem dann aber schon zu viel. Speziell dann, wenn der Drehbuchautor (ebenfalls Rob Zombie) sich so verzweifelt darum bemüht aus seinen drei Lieblingsworten ("shit", "fuck", "ass") ganze Sätze zu formen. Das Ergebnis langweilt nicht nur den Betrachter, sondern dekonstruiert darüber hinaus die Bedeutung der gesprochenen Dialoge im Film ins Bodenlose. Dazu gesellt sich ein dumpfer und geschmackloser Bierzelthumor, der wohl erst nach dem Genuß mehrerer Sixpacks unterhalten kann. All das wäre verzeihlich würde THE DEVIL'S REJECTS wenigstens ein spannender und kurzweiliger Horrorfilm sein, doch leider auch hierbei Fehlanzeige. Mit satten 109 Minuten Laufzeit (Unrated Director's Cut) ist der Film weitaus zu lang, hat zu viele Durchhänger und dramaturgische Stillstände um kontinuierlich zu funktionieren. HOUSE OF 1000 CORPSES war in dem Punkt deutlich kompakter als das Sequel.

    Family Reunion -----
    Die Darsteller der Firefly Family liefern halbwegs annehmbare Performances ab, wobei Sid Haig und Bill Moseley am ehesten zu überzeugen wissen und Sheri Moon Zombie einmal mehr als kindisch überzogener Rotzgören-Cheerleader auf die Nerven geht. Am besten agiert die neue "Mother Firefly" Leslie Easterbrook, die Karen Black aus dem ersten Teil in dieser Rolle ersetzt. Zweifellos sehr gut gelungen ist das Casting der Nebenrollen: Ken Foree (DAWN OF THE DEAD), Danny Trejo (FROM DUSK TILL DAWN) und der schon verschollen geglaubte Michael Berryman (THE HILLS HAVE EYES). Die beste Performance des Films bietet ganz klar William Forsythe (THE ROCK), der die Figur des Sheriff Wydell in einen sehr intensiven Wahnsinn hineinsteigert und damit den gesamten dritten Akt des Films an sich reißt. Er ist maßgeblich an der kaltschnäuzigen Intensität beteiligt, die der Film in manchen Sequenzen ausstrahlt.

    Sex, Gewalt und schlechte Laune -----
    Bei der Darstellung von Gewalt macht THE DEVIL'S REJECTS keine Gefangenen. Die wüsten, direkten und ziemlich unverfrorenen Exzesse der Firefly Family werden explizit gezeigt. Obwohl der Film nicht über alle Maßen in Splattereffekten schwelgt, vermag er vor allem über seine zutiefst kranke Stimmung zu verstören. Die lustvoll ausgelebte, widerwärtig kaltschnäuzige Folterung und Erniedrigung der Opfer wird auf sehr ungemütliche Weise inszeniert. Hierbei schafft Regisseur Rob Zombie einen beklemmend realen wirkenden Alptraum aufzubauen, der mit hoher Intensität und perverser Dynamik über den Zuseher hereinbricht. Einmal mehr wird Genrekennern jedoch bald klar welcher Film hierfür Pate stand. Wie bereits in HOUSE OF 1000 CORPSES wird auch in THE DEVIL'S REJECTS Tobe Hooper's ewiger Kultklassiker THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) rauf und runter zitiert, angefangen von kurz eingeblendeten Blitzlichtaufnahmen verwesender Leichen, über eine Gesichtsmaske aus menschlicher Haut, bis hin zu der derangierten Family, deren immanenter Wahnsinn sowohl zur psychischen als auch zur physischen Bedrohung für ihre Opfer gerät. Der Unterschied liegt darin, dass Rob Zombie daraus ein kunterbuntes Alptraum-Disneyland mit kranken Twist erzeugt, welches weder mit der komplexen - vor allem aber durchdachten - Inszenierung von Hooper's Original, noch mit dem hintergründig boshaften, comichaften Flair von THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 (1986) mithalten kann. THE DEVIL'S REJECTS gibt sich zwar sichtlich Mühe, möglichst überall anzuecken, was freilich auf der Ebene eines etwas verkrampften Angriffs auf gängige Moralvorstellungen funktioniert, letztendlich dabei aber sowohl als Film, als auch als Horrorfilm auf imposante Weise scheitert. In einem Punkt hat Otis jedenfalls recht: "I keep my standards pretty low, so I'm never disappointed." Klingt für mich wie eine eindeutige Empfehlung an die Zuschauer...
  • Wertu
  • Story
    1,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    1,5
    Anspruch:
    0,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Rob Zombie und seinen Filmen stehe ich sehr unschlüssig gegenüber. Er hat sich an einen Genre-Klassiker und meinen Lieblings-Horrorfilm "Halloween" gewagt und diesem ein wirklich ansehnliches Remake spendiert. Dass der Nachfolger da nicht mehr ganz mithalten kann ist aber noch zu verkraften, ganz im Gegensatz zu seinen früheren Werken. Als "Haus der 1000 Leichen" rauskam wollte ich mich gleich selbst vom Film überzeugen - der wurde ja ziemlich angepriesen - und wurde maßlos enttäuscht. Nicht viele vergleichbar miese Filme hab ich bis zu diesem Zeitpunkt gesehen und Gott weiß warum, in den "Nachfolger" (THE DEVIL'S REJECTS) habe ich neue Hoffnungen gesetzt, die ebenfalls gleich zum Release zerstört wurden. Warum diese beiden Filme derart gelobt werden ist mir seitdem schleierhaft, doch möglicherweise war's einfach noch die Zeit für mich und diese Werke des Terrors. Genau aus diesem Grund geben ich TDR heute noch eine Chance und bin gespannt ob ich den Hype um diesen Film dieses Mal verstehen kann...

Mein erster Eindruck von vor einigen Jahren wurde nun zwar erneuert, änderte sich aber nicht wesentlich. Mit dieser Art Filme zu drehen kann ich mich schlichtweg nicht anfreunden. Der Film ist optisch wie auch inhaltlich einfach nur als dreckig zu bezeichnen, rohe Gewalt und Sex in seiner unansehnlichsten Form. Um Missverständnisse zu vermeiden: ich habe nichts gegen Filme in denen knallharte Gewalt zum Einsatz kommt und bis zum bitteren Ende durchgezogen wird, es hängt aber immer vom inszenatorischen Umfeld ab. Der Film ist in keinster Weise "schön" anzusehen (1-2 Gedärmeszenen bilden die Ausnahme) und ist völlig humorlos. Gut, ein Witz blieb dann doch hängen, doch der kommt einfach nicht zum Tragen, da der restliche Film verbittert, kühl und trocken ist.

Von den Charakteren kann ich keinen einzigen leiden und zwar nicht nur weil man solch abscheuliche Figuren nicht mögen "kann", sondern weil sie für mich einfach nicht Film füllend sind. Die hübsche Sherie Moon Zombie könnte man als Ausnahme sehen, denn sie verleiht ihrem verrückten und sadistischen Wesen immerhin ein wenig Leben - das könnte ich überhaupt als Hauptproblem des Films benennen, denn das fehlt komplett! Die anderen Charaktere, bis auf den Sheriff, sind völlig uninteressant und platt. Lediglich tötungswütige Psychopathen die ihrer sadistischen Kreativität freien Lauf lassen - dazu muss ich kein guter Schauspieler sein, sondern einfach nur so unmenschlich wie möglich.

Als Pluspunkt möchte ich einen Teil der Besetzung nennen, denn hier hat man einige alte Bekannte aus dem Horrorgenre anwerben können. Vor allem P.J. Soles aus John Carpenter's "Halloween" und Ken Foree aus George A. Romero's "Dawn of the Dead" haben mich begeistert - auf solche Besetzungen steh ich einfach! Der Soundtrack kann sich auch hören lassen und selbst die dreckige, unverblümte Optik finde ich toll, lediglich was aus ihr gemacht wird hinterlässt ein unschönes Gefühl im Magen.

THE DEVIL'S REJECTS ist ein gnadenloser, dreckiger und schwer verdaulicher Film. Sinnlose Gewalt und die Wertlosigkeit & Bedeutungslosigkeit von Sex wie man sie heutzutage überall findet bilden wohl die Hauptbotschaft des Films, der aufgrund seiner Inszenierung doch als "schwere" Kost zu bezeichnen ist. Bis auf ein wenig Gore und wenige Charaktere war es für mich aber nicht besonders schön diesen Film zu sehen, ein Highlight würde mir jetzt auch nicht einfallen. Ich kann verstehen unter welchen Vorzeichen man den Film gut finden kann und will deswegen auch keine "offizielle Warnung" aussprechen, aber ich persönlich kann damit leider nichts anfangen.

3,5/10 Sadistenfamilien

geschrieben am 20.08.2011 um 03:40

Nach Haus der 1000 Leichen geht es mit der Familie Firefly in die zweite Runde. Und es hat sich nichts verändert. Sie sind immer noch bestialische Sadisten, die nichts mehr befriedigt als Macht über einen anderen Menschen zu haben und ihn zu erniedrigen und zu quälen bis zum Tod. Und selbst der Tod hält die Fireflys nicht auf und die Leichen finden auch keine Ruhe. Rob Zombie hat eine Familie des Terrors geschaffen die sich mit den Sawyers aus den The Texas Chainsaw Massacre Filmen messen lässt. Witzigerweise ist Bill Moseley Mitglied beider Familien und das zurecht. Sein Auftreten ist voller Hass und vor ihn kann man nur Angst haben, er ist ein sadistischen Schwein vor dem selbst Satan in die Knie geht. Kennt keine Reue und kein Mitleid, nur seine persönliche Lust am penetrieren, massakrieren, quälen und töten. Einzig seine Familie bedeutet ihm was. Sid Haig versprüht als Captain Spaulding eine ganz ähnliche Ausstrahlung, er ist einer der Gründe warum man vor Clowns Angst haben sollte. Da gibt es nichts zu lachen, denn er vereint alles schlechte in sich und es bleibt nur noch Kraft zum Weinen. Baby, gespielt Rob Zombies Frau Sheri Moon Zombie, ist der schöne Lichtblick in der Runde, aber genauso verdorben und abscheulich wie der Rest.

TDR ist ein Roadtrip des Terrors, denn durch den Angriff der Polizei auf ihr Heim, welcher mehr von persönlichen Motiven als von rechtlichen geleitete wurde, müssen die Fireflys fliehen. Dabei wurden sie schon dezimiert und die Satansfamilie ist nicht mehr vollständig. Auf diesen Roadtrip der Flucht lassen sie sich aber nicht ihr liebstes Hobby nehmen und treffen bald auf die ersten unschuldigen Menschen, eine Country-Band, die sich nichts ahnend auf einer Tournee befinden. Auf den Weg der Fireflys zieht sich eine Blutspur aus Terror und Angst.

Ken Foree, der vielen Horrorfilmfans ein Begriff sein sollte, er hatte ja eine Hauptrolle im Klassiker Dawn of the Dead, spielt Charlie den Halbbruder von Captain Spaulding und bietet den flüchtlingen Unterschlupf und lässt die Reise dort vorerst beenden.

Der Film bietet aber noch mehr Terror, Sheriff John Wydell, steht zwar für Gesetzt und Ordnung, wird aber von persönlichen Motiven geleitet und nimmt gar selbst sadistische Züge an, in dem er eine gefangene bis zum Tode quält oder wütend mit einer Axt auf Menschenjagd geht. Das Spiel Opfer/Täter wird am Ende erschreckend umgedreht und die Gefühle in mir haben sich überschlagen. Ich wollte das die eine Seite überlebt, bis mir klar wurde was es überhaupt für Menschen sind, ohne Menschlichkeit. So war ich nur noch voller Abscheu und wollte zu keiner Seite halten. Ich habe nach was gutes gesucht aber nichts gefunden und fühlte mich eigentlich nur noch terrorisiert von dem Film, genau was er erreichen wollte.
Die grobkörnige und dreckige Optik und die aggressive Musik trugen den Rest zur Atmosphäre bei und ich war am Ende.
Beim Abgang war ich dann doch irgendwie erleichtert, da die letzte Szene in Zeitlupe war und somit auch genug Zeit zum verarbeiten blieb, sie hatte etwas mysthischen und erlösendes, ich war aber noch völlig baff vom bisher gezeigten.

Rob Zombie macht nicht nur gute Musik, sondern weiß genau wie er Terror zu Filmen hat der einen seelisch mitnimmt und in einen moralischen Zwiespalt versetzt. 8/10

geschrieben am 26.07.2011 um 20:05

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ø Wertung: 7,5/10 | Wertungen: 13 | Kritiken: 2