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TDR - The Devil's Rejects

  • Informationen zum Film
  • TDR - The Devil's Rejects

  • Originaltitel:
    The Devil's Rejects
    Genre:
    Krimi, Thriller, Horror
    Produktionsländer:
    USA, Deutschland
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    27.01.2006
    Kinostart Deutschland:
    01.12.2005
    Kinostart USA:
    22.07.2005
  • Inhalt
  • Das abgelegene Farmhaus der berüchtigten Firefly Family ist von der Polizei umstellt. Im Zuge des folgenden Feuergefechts wird Mutter Firefly (Leslie Easterbrook) festgenommen, wohingegen Otis (Bill Moseley) und Baby (Sheri Moon Zombie) fliehen können. Sie können gerade noch Captain Spaulding (Sid Haig) vor der Polizei warnen, der ebenfalls sofort die Flucht ergreift um sich am gemeinsamen Fluchtpunkt, einem abgelegenen Motel, mit den anderen zu treffen. Während sich die Firefly Family in dem Hotel einnistet, die Zimmergäste kurzwegs als Geiseln nimmt und ein perfides Spiel aus Sex und Gewalt mit ihnen treibt, lässt Sheriff Wydell (William Forsythe) nicht locker. Bei der Jagd nach den kaltschnäuzigen Mördern steigert er sich in einen persönlichen Wahn, der die Polizeiarbeit bald zum irren Rachefeldzug werden lässt, bei dem sich seine Methoden immer mehr jenen der skrupellosen Verbrecher annähern...
  • Filmkritik
  • I keep my standards pretty low, so I'm never disappointed. -----
    Das Sequel zu HOUSE OF 1000 CORPSES (2003) beginnt gleich mit einem Shoot-Out zwischen der Firefly Family und der Polizei. Diese, temporeichste, Szene des Films ist durch jenes hysterische Editing geprägt, welches die fragmentarische Bildersprache des Erstlings wieder in Erinnerung ruft und gleich vorneweg erkennen lässt, dass Regisseur Rob Zombie immer noch kein Gespür für dramaturgisch kohärente Szenenabläufe hat. In THE DEVIL'S REJECTS setzt er wiederum auf eine bizarre Mixtur aus gängig düsteren Horrorflair, quietschbunter Rummelplatz Ästhetik, übercooler MTV Schnittfolgen, irrer Freezeframes und zum Teil verwackelter Kameraverrenkungen. Würde ich darin auch nur den geringsten Bezug zur inhaltlichen Ebene des Films, oder zumindest einzelner Szenen, erkennen käme ich fast in Versuchung das Wort "Stil" zu verwenden. So aber reicht die Bezeichnung "overstyled" zur treffenden Beschreibung des bunten, audiovisuellen Treibens völlig aus. Dieses seltsam anmutende Potpurri vermag in einzelnen Szenen durchaus zu funktionieren, über den Zeitraum von über 100 Minuten hinweg wird's einem dann aber schon zu viel. Speziell dann, wenn der Drehbuchautor (ebenfalls Rob Zombie) sich so verzweifelt darum bemüht aus seinen drei Lieblingsworten ("shit", "fuck", "ass") ganze Sätze zu formen. Das Ergebnis langweilt nicht nur den Betrachter, sondern dekonstruiert darüber hinaus die Bedeutung der gesprochenen Dialoge im Film ins Bodenlose. Dazu gesellt sich ein dumpfer und geschmackloser Bierzelthumor, der wohl erst nach dem Genuß mehrerer Sixpacks unterhalten kann. All das wäre verzeihlich würde THE DEVIL'S REJECTS wenigstens ein spannender und kurzweiliger Horrorfilm sein, doch leider auch hierbei Fehlanzeige. Mit satten 109 Minuten Laufzeit (Unrated Director's Cut) ist der Film weitaus zu lang, hat zu viele Durchhänger und dramaturgische Stillstände um kontinuierlich zu funktionieren. HOUSE OF 1000 CORPSES war in dem Punkt deutlich kompakter als das Sequel.

    Family Reunion -----
    Die Darsteller der Firefly Family liefern halbwegs annehmbare Performances ab, wobei Sid Haig und Bill Moseley am ehesten zu überzeugen wissen und Sheri Moon Zombie einmal mehr als kindisch überzogener Rotzgören-Cheerleader auf die Nerven geht. Am besten agiert die neue "Mother Firefly" Leslie Easterbrook, die Karen Black aus dem ersten Teil in dieser Rolle ersetzt. Zweifellos sehr gut gelungen ist das Casting der Nebenrollen: Ken Foree (DAWN OF THE DEAD), Danny Trejo (FROM DUSK TILL DAWN) und der schon verschollen geglaubte Michael Berryman (THE HILLS HAVE EYES). Die beste Performance des Films bietet ganz klar William Forsythe (THE ROCK), der die Figur des Sheriff Wydell in einen sehr intensiven Wahnsinn hineinsteigert und damit den gesamten dritten Akt des Films an sich reißt. Er ist maßgeblich an der kaltschnäuzigen Intensität beteiligt, die der Film in manchen Sequenzen ausstrahlt.

    Sex, Gewalt und schlechte Laune -----
    Bei der Darstellung von Gewalt macht THE DEVIL'S REJECTS keine Gefangenen. Die wüsten, direkten und ziemlich unverfrorenen Exzesse der Firefly Family werden explizit gezeigt. Obwohl der Film nicht über alle Maßen in Splattereffekten schwelgt, vermag er vor allem über seine zutiefst kranke Stimmung zu verstören. Die lustvoll ausgelebte, widerwärtig kaltschnäuzige Folterung und Erniedrigung der Opfer wird auf sehr ungemütliche Weise inszeniert. Hierbei schafft Regisseur Rob Zombie einen beklemmend realen wirkenden Alptraum aufzubauen, der mit hoher Intensität und perverser Dynamik über den Zuseher hereinbricht. Einmal mehr wird Genrekennern jedoch bald klar welcher Film hierfür Pate stand. Wie bereits in HOUSE OF 1000 CORPSES wird auch in THE DEVIL'S REJECTS Tobe Hooper's ewiger Kultklassiker THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) rauf und runter zitiert, angefangen von kurz eingeblendeten Blitzlichtaufnahmen verwesender Leichen, über eine Gesichtsmaske aus menschlicher Haut, bis hin zu der derangierten Family, deren immanenter Wahnsinn sowohl zur psychischen als auch zur physischen Bedrohung für ihre Opfer gerät. Der Unterschied liegt darin, dass Rob Zombie daraus ein kunterbuntes Alptraum-Disneyland mit kranken Twist erzeugt, welches weder mit der komplexen - vor allem aber durchdachten - Inszenierung von Hooper's Original, noch mit dem hintergründig boshaften, comichaften Flair von THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 (1986) mithalten kann. THE DEVIL'S REJECTS gibt sich zwar sichtlich Mühe, möglichst überall anzuecken, was freilich auf der Ebene eines etwas verkrampften Angriffs auf gängige Moralvorstellungen funktioniert, letztendlich dabei aber sowohl als Film, als auch als Horrorfilm auf imposante Weise scheitert. In einem Punkt hat Otis jedenfalls recht: "I keep my standards pretty low, so I'm never disappointed." Klingt für mich wie eine eindeutige Empfehlung an die Zuschauer...
  • Wertungen
  • Story
    1,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    1,5
    Anspruch:
    0,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    2,0
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Userkritiken

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Eigentlich hat es Rob Zombie nicht so mit 2 mal das gleiche tun so Unterscheidet sich "The Devil's Rejects" extrem von "Haus der 1000 Leichen". War "Haus der 1000 Leichen" noch ein Horrorfilm so ist seine Fortsetzung "The Devil's Rejects" ein knallha...

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geschrieben am 10.09.2012 um 08:39

Rob Zombie und seinen Filmen stehe ich sehr unschlüssig gegenüber. Er hat sich an einen Genre-Klassiker und meinen Lieblings-Horrorfilm "Halloween" gewagt und diesem ein wirklich ansehnliches Remake spendiert. Dass der Nachfolger da nicht mehr ganz...

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geschrieben am 20.08.2011 um 03:40

Nach Haus der 1000 Leichen geht es mit der Familie Firefly in die zweite Runde. Und es hat sich nichts verändert. Sie sind immer noch bestialische Sadisten, die nichts mehr befriedigt als Macht über einen anderen Menschen zu haben und ihn zu ernied...

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geschrieben am 26.07.2011 um 20:05

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