Hass

  • Informationen zum Film
  • Hass

  • Originaltitel:
    La haine
    Genre:
    Drama
    Produktionsland:
    Frankreich
    Produktionsjahr:
    1995
    Kinostart Deutschland:
    26.10.1995
    Kinostart USA:
    23.02.1996
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Mathieu Kassovitz
    Drehbuch:
    Mathieu Kassovitz
    Musik:
    Assassin
    Darsteller:
    Edouard Montoute, Vincent Cassel, Hubert Koundé, Saïd Taghmaoui, Abdel Ahmed Ghili, Solo, Joseph Momo, Héloïse Rauth, Rywka Wajsbrot, Olga Abrego, Laurent Labasse, Choukri Gabteni, Nabil Ben Mhamed, Benoît Magimel, Medard Niang, Arash Mansour, Abdel-Moulah Boujdouni, Mathilde Vitry, Christian Moro, JiBi, Félicité Wouassi, Fatou Thioune, Thang-Long, Cut Killer, Sabrina Houicha, Sandor Weitmann, François Levantal, Julie Mauduech, Karin Viard, Peter Kassovitz
  • Inhalt
  • Sie hängen in abgebrannten Hallen oder auf der Strasse rum, hören Musik, rauchen Joints und prügeln sich mit der Polizei: Alltag in einer grauen Vorstadt von Paris. Hier fristen die drei arbeitslosen Jugendlichen Vincent, Hubert und Said ihr trostloses Leben. Als ihr Freund Abdel bei einem Polizeiverhör lebensgefährlich verletzt wird, schlagen ihre Aggressionen in Hass um...
  • Filmkritik
  • Tja was soll man bloß zu einem Film wie Hass sagen, die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn, dazwischen gibt es nicht.

    Keine Spezialeffekte, keine Helden, die die Welt retten und das Mädchen auch noch bekommen, keine Machosprüche, keine Explosionen und keine Schiessereien, sondern einfach nur die knallharte Realität in den Vororten von Paris. Drogenhandel, Schlägereien, Konflikte mit der Polizei, und Hass. Blanker Hass. Hass auf die Polizei; Hass auf das ganze System.

    Arbeitslose Jugendliche, die tagein tagaus das Selbe machen.....deren Träume von Glück und Geld enden, als ein Bekannter von der Polizei bei einem Verhör schwer misshandelt wird. Rache ist das einzige Gefühl das sie kennen! Ein Schwur wird geleistet: stirbt der Freund im Krankenhaus, stirbt auch ein Polizist.

    Was Kassovitz hier zeigt, übertrifft bei weitem einige Top-Produktionen aus Hollywood.

    Knallharte Bilder, natürlich in schwarz/weiß, alles um den Zuschauer verstärkt zu zeigen, dass hier kein Gefühl der Freude aufkommt.

    Ein starkes Gefühl der Kälte und Aussichtslosigkeit steigt auf. Ausweglose Situationen, die wie in der Realität auch nur ausweglos enden können.

    Allein schon die Darsteller machen den Film zu einem echten Highlight. Jeder der Protagonisten spielt sich einfach selbst (kennen wir vielleicht schon aus „Kids“, doch hier um Längen besser) und verwenden sogar ihre wirklichen Namen. Manche Parallelen zu „Kids“ sind ansatzweise zu erkennen, doch die Darsteller in Hass haben eindeutig mehr Charisma und reden auch nicht nur über Sex.

    Klar kommt dies auch vor, doch alle Gespräche entwickeln sich einfach spontan und driften mittendrin auch zu einem völlig anderen Thema, welches wiederum mit einer total unpassenden Frage beantwortet wird.

    Oft fragt man sich wirklich ob dieser Film ein Drehbuch hat, da die Dialoge und Handlungsweisen einfach schon zu real für einen Film wirken.

    Selbst auf die Musik wird verzichtet, vielleicht hier und da mal einen Song im Hintergrund durch ein offenes Fenster oder Geschäft, mehr aber auch nicht. Einfach genial! Hinzu kommt noch, dass die Darsteller mit Ausnahme von Vincent Cassel (Dobermann, Die Purpurnen Flüsse) allesamt unbekannt sind. Die Polizisten spielen sich natürlich auch selbst. Gewalt wird wenig bis gar nicht geboten, doch die Schauspieler schaffen es auch ohne Schlägereien sehr gut, ein Gefühl des Hasses rüber zu bringen.

    Freundschaft spielt auch eine zentrale Rolle. Die Jungs hängen jede freie Minute rum, besprechen alles Mögliche, fragen um Rat, protzen mit Sex Erlebnissen und planen die nächsten Schritte.

    Klischees gibt es keine, der eine ist der Ruhige, der andere der Schlimme, nein. Man reagiert eben auf die Situation, wie sie gerade ist. Und ständig wartet man darauf zu sehen, ob die Burschen Rache ausüben. Spannung erlebt man von der ersten bis zur letzten Sekunde - dies konnte Kassovitz schon bei „Die Purpurnen Flüsse“, und ansatzweise auch in „Gothika“ (ja ok, er hat mir nicht gefallen) zeigen. Da Hass sein Durchbruch war, zeigt sich hier sein Talent für Spannung und Atmosphäre eben am besten.

    Ein sehr überraschendes Ende führt am Schluss zu der Überlegung, ob der Hass der Jungendlichen überhaupt einen Sinn hatte. Sollte man die Methoden der Polizei verurteilen, oder gar die Jugendlichen selbst? Einige Fragen bleiben offen, doch das Ende ist trotzdem grandios.

    Fazit: Ja auch Filme aus Frankreich können überzeugen! Wer ein Effektgewitter wie Riddick erwartet liegt hier falsch. Wer aber auf Dialoge und eine sehr vernünftige Story mit guten Darstellern ohne 08/15 Schema setzt wird hier bestens bedient, selbst nach dem zehnten Mal ansehen.
  • Wertu
  • Story
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    5,0
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Mario

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Schon Jahre lang habe ich HASS - LA HAINE auf DVD in meinem Regal stehen, kam aber nie dazu den Film zu sehen. Der Film sprach mich beim Kauf nur durch seine Machart an, denn ich mag den Schwarz/Weiß-Stil sehr gerne, da dieses Stilmittel immer nur zum Einsatz kommt wenn so etwas vermittelt werden kann. Dieser französische Film aus dem Jahr 1995 gilt heute als einer der besten europäischen Filme der letzten Jahrzehnte, weswegen ich den Film auch unbedingt sehen musste...

Der Film basiert inhaltlich auf wahren Ereignissen, wie sie sich Anfang der 90er in den Banlieues abgespielt haben. Geschildert wird das triste und harte Leben in diesen Bezirken, die von Drogen und Gewalt dominiert werden. Auslöser für die exzessiven Krawalle, vor allem von Jugendlichen, ist der Tod eines 16-Jährigen - der wird nach seiner Festnahme in der Zuständigkeit der Polizei getötet. Von diesem Zeitpunkt an liegen die Nerven bei den Jugendlichen der franz. Ghettos blank - von Hass gedrängt streben sie nach Rebellion und Rache.

Die Geschichte hat wirklich Potential, vor allem aufgrund ihres realen Bezugs, doch das kann leider nicht ausgeschöpft werden. Der Schwarz/Weiß-Effekt erzielt zwar durchaus seine Wirkung und schafft eine konstant bedrückende Atmosphäre, allerdings hat mich das Drehbuch und dessen Inszenierung nicht überzeugt. Obwohl die Darsteller gut agieren - allen voran Vincent Cassel spielt wirklich genial - schafft es der Regisseur nicht eine Identifikation mit den Charakteren zu ermöglichen. Es fehlen einfach Momente, die dem Zuseher nahe gehen, was bei so einem Drama nun ganz offensichtlich der Fall sein sollte. Das liegt aber wie gesagt definitiv nicht an den Darstellern, denn diese machen wirklich was sie nur können. Ich denke da ganz speziell an eine Szene in der Vinz (Vincent Cassel) zu sich im Spiegel spricht und sich dabei 1:1 in einer Szene aus Taxi Driver befindet. Die rohe Gewalt, die Härte kommt hier kurz wieder einmal richtig gut durch. Das beklemmende Gefühl, dass diese wenigen Szenen im Film haben sollte zumindest in einem gewissen Grad den ganzen Film begleiten, was ich absolut nicht feststellen konnte - leider!
Das Ende allerdings hat die größten Emotionen in mir ausgelöst, warum ich das auch als Höhepunkt des ganzen Films sehe. Ein toller Abschluss, von dessen Intensität der ganze Filme aber mehr gebraucht hätte.

HASS - LA HAINE ist ganz sicher kein schlechter Film! Mit seinem außergewöhnlichen Look, einem grandiosen Hauptdarsteller und einer Story, die ihre Wurzeln in der Wahrheit hat, ist der Film definitiv sehenswert. Schade aber, dass meine hochgesteckten Erwartungn nicht erfüllt werden konnten und mir der Film nur selten richtig nahe ging.

7/10 abgefackelte Autos

geschrieben am 17.08.2011 um 17:27

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ø Wertung: 7/10 | Wertungen: 1 | Kritiken: 1