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Zombie 2 - Das letzte Kapitel

  • Informationen zum Film
  • Zombie 2 - Das letzte Kapitel

  • Originaltitel:
    Day of the Dead
    Genre:
    Sci-Fi, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1985
    Kinostart Deutschland:
    20.08.1987
    Kinostart USA:
    19.07.1985
  • Inhalt
  • Phase 3 in George A. Romero's konsequenter Timeline: Die lebenden Toten haben die Menschen überrannt und die Herrschaft übernommen. Das Verhältnis liegt in etwa bei 400.000:1, wenn man Dr. Logan's (Richard Liberty) Berechnungen Glauben schenken darf. Ein abrupt zusammengewürfeltes Team, bestehend aus Wissenschaftlern und Militärs, fristet sein tägliches Dasein innerhalb eines unterirdischen Bunkerkomplexes. Während das wissenschaftliche Team sich damit beschäftigt, das Zombie-Phänomen zu analysieren um Gegenmaßnahmen entwickeln zu können, bricht Stück für Stück jener militärische Support zusammen, den sie bisher hatten. Als Capt. Rhodes (Joseph Pilato) das Kommando übernimmt, ist Schluß mit lustig! Er will Ergebnisse sehen, die er verstehen kann und beschwört einen Konflikt innerhalb der Gruppe herauf, der völlig eskaliert und die gesamte Mannschaft des unterirdischen Stützpunkts in den Abgrund führt...
  • Filmkritik
  • Das System frißt sich selbst -----
    Wenn NIGHT OF THE LIVING DEAD der unheimliche Horrorfilm ist, und DAWN OF THE DEAD das comichafte, apokalyptische Splattermovie, dann ist DAY OF THE DEAD das existenzialistische, nachtschwarze Drama in Romero's "Dead"-Serie. Schon allein der Titel DAY OF THE DEAD bringt es auf den Punkt, handelt der Film doch von einer Gruppe von Menschen, die in der ewigen Dunkelheit eines unterirdischen Bunker- und Tunnelsystems leben. Der Tag, also das Sonnenlicht an der Oberfläche, "gehört" längst den lebenden Toten. DAY OF THE DEAD ist eine konsequente Weiterentwicklung von Romero's Weltuntergangs Szenario. Die Schlacht ist längst vorbei und die Menschen haben verloren. Das Ende der Menschheit ist nicht nur eindeutig vollzogen, es wird im post-apokalyptischen Umfeld von DAY OF THE DEAD retrospektiv und stichhaltig begründet und am Beispiel der handelnden Figuren detailliert veranschaulicht. Wissenschaftler und Soldaten bilden eine Gruppe, die sich in ihrer Zusammensetzung als so inkonsistent erweist, dass sie sich primär über ihre Konflikte untereinander definieren. Kooperatives Versagen innerhalb gesellschaftlicher Strukturprinzipien ist ein essenzieller Kernpunkt in der Romero'schen Darstellung bluttriefender Abgesänge auf die Menschheit im Allgemeinen. Die immanente Unfähigkeit zur Konfliktlösung innerhalb der Spezies hat uns dem kollektiven Untergang geweiht, in dem Punkt ist Romero's gesamte Zombie-Serie eindeutig. Kaum ein anderer Satz verdeutlicht das besser als Norbert Stresau in seinem Buch Der Horror-Film: Von Dracula zum Zombie Schocker (Heyne Filmbibliothek, ISBN: 3-453-86098-5): "Das System frißt sich selbst." Angesichts einer schier unzählbaren Horde von fleischfressenden Zombies, welche die wenigen überlebenden Menschen bedrohen, eine exzellent komprimierte, doppelbödige Formulierung, welche das selbstzerstörerische Konfliktverhalten dieser Gruppe adäquat in den Kontext des Films zu setzen vermag und ihr Dilemma in nur einen einzigen, kurzen Satz ausdrückt. Es ist für immer vorbei - und wir haben es selbst vermasselt!

    They are us! -----
    Regisseur George A. Romero hat bislang mit seinen Zombiefilmen immer Pionierarbeit geleistet. NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) war die Initialzündung des modernen Zombiefilms, DAWN OF THE DEAD (1978) sein erstes großes (Splatter)Spektakel. Mit DAY OF THE DEAD entwickelt der Regisseur nicht nur seine eigenen Ideen konsequent weiter, er positioniert auch erstmals die Idee lebende Tote zu resozialisieren. Die Figur des Dr. Logan ist hiebei ein Schlüssel zur Materie. Während die meisten Figuren des Films immer noch an einer Gesellschaftsordnung festhalten, die längst nicht mehr existiert, ist der brilliante, aber zweifellos auch etwas verrückte, Wissenschaftler Dr. Logan bereits einen Schritt weiter. Er hat - als einziger - die neue Weltordnung akzeptiert und verinnerlicht, hat jedwede althergebrachte Strategie und Moral über Bord geworfen und fokussiert sich mit bestechender Logik auf neue Lösungsansätze. Die Untoten sollen domestiziert und somit resozialisiert werden, mit anderen Worten: Es sind mittlerweile zu viele um ihnen allen eine Kugel in den Kopf zu jagen, nun müssen wir uns mit ihnen arrangieren! Soziales Verhalten soll belohnt werden, Belohnung ist der Schlüssel. Schliesslich sind wir ja auch selber bereits im Kindesalter mit dem Trick der Belohnung dazu gebracht worden uns systemkonform zu verhalten. Eine messerscharfe, ernüchternd wertfreie und erstaunlich simple Analyse eines Kontrollsystems, welches - so Logan - universell anwendbar ist und am Beispiel des domestizierten Zombies Bub (hervorragend gespielt von Howard Sherman) sichtbar wird. "They are us!", schlussfolgert Dr. Logan und auf eine hintergründige, bitterböse Art hat er damit auch völlig recht... Mit seinen zweifellos bizarren, und moralisch äußerst fragwürdigen Experimenten, versucht er zu beweisen, dass Zombies sehr wohl in der Lage dazu sind soziale Integration, wenn auch auf primitiver Ebene, zu erlernen. Ist es tatsächlich möglich die Untoten durch gezielt eingesetzte Verhaltensmuster dazu zu bewegen die Menschen nicht primär als Befriedigung ihres Hungers nach Menschenfleisch zu sehen? "Hello, Aunt Alicia!" brabbelt der Untote Bub in den Hörer eines nicht angeschlossenen Telefons... wissenschaftliche Hoffnung, oder geschmackloser Trick eines Forschers? Am Ende von DAY OF THE DEAD ist diese Frage nach wie vor offen. Zwar bleiben die beschwörenden Worte einer Vorbildwirkung unsererseits, zur Resozialisierung der Untoten, bestehen, andererseits hat Dr. Logan seine bizarren Experimente so weit getrieben, dass die Militärs ihm letztendlich den Garaus machen. Vorbildwirkung ade, Hello, Aunt Alicia...!

    The bright side of death -----
    Für mich persönlich ist DAY OF THE DEAD der beste Film in Romero's Serie. Die Figuren des Films sind sehr detailliert gezeichnet und aus ihren Handlungsweisen ergibt sich eine schlüssige thematische Agenda. Die darstellerischen Glanzlichter des Films sind ohne Zweifel Richard Liberty als Dr. Logan und Howard Sherman als Bub. Die nahezu Vater/Sohn ähnliche Verbundenheit der beiden Figuren wird von den Darstellern wunderschön transportiert und ist ein Herzstück des gesamten Films. Howard Sherman, der als Zombie nur einen einzigen Satz in seiner Rolle sprechen darf, gibt mit seiner differenzierten Mimik und Gestik eine gefühlvolle Performance ab, die einfach nur großartig ist und den Film, aller expliziten Splatterszenen zum Trotz, einen durchwegs humanistischen Aspekt verleiht. Zweifellos der Gipfel der Ironie. Stilistisch unterscheidet sich DAY OF THE DEAD in Look and Feel ganz deutlich von seinen Vorgängern. Die klaustrophobischen optischen Raumverengungen durch düstere Schatten einer S/W Fotographie (NIGHT OF THE LIVING DEAD) und die farbenfrohen Bilder eines wüsten Splattercomics mit hintergründigen Humor (DAWN OF THE DEAD) finden kaum Eingang in die einerseits hellen und klinisch kalten, andererseits nachtschwarzen Bilderwelten von DAY OF THE DEAD. In Punkto Splatter und Gore braucht DAY OF THE DEAD den Vergleich mit seinen Vorgängern sicher nicht scheuen. FX-Maestro Tom Savini zaubert eine Vielfalt an hochgradig blutigen Effekten auf die Leinwand, die - in Summe gesehen - sicher zu seinen besten Arbeiten überhaupt zählen und Splatterfans ins Staunen versetzen können. Die Make Up Effekte sind deutlich detaillierter und vielschichtiger ausgefallen als in den beiden Vorgängerfilmen und die Goreszenen (z. B. in Dr. Logan's Labor) sind handwerklich allererste Klasse. Obwohl die Musik den Film durchaus gut begleitet und unterstützt, hat hierbei für mich immer noch Goblin mit ihren eindrucksvoll düsteren und bedrohlichen Synthie-Score zu DAWN OF THE DEAD die Nase vorn. Ansonsten ist DAY OF THE DEAD für mich George A. Romero's Meisterwerk, der inhaltlich originiellste, durchdachteste und intelligenteste Zombiefilm aller Zeiten!
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
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ø Wertung: 8,5/10 | Wertungen: 39 | Kritiken: 3