Requiem for a Dream

  • Informationen zum Film
  • Requiem for a Dream

  • Originaltitel:
    Requiem for a Dream
    Genre:
    Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2000
    Kinostart Deutschland:
    03.01.2002
    Kinostart USA:
    27.10.2000
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Darren Aronofsky
    Drehbuch:
    Hubert Selby Jr., Darren Aronofsky
    Musik:
    Clint Mansell
    Darsteller:
    Christopher McDonald, Marcia Jean Kurtz, Louise Lasser, Suzanne Shepherd, Jared Leto, Marlon Wayans, Ellen Burstyn, Jennifer Connelly, Janet Sarno, Joanne Gordon, Charlotte Aronofsky, Mark Margolis, Michael Kaycheck, Jack O'Connell, Chas Mastin, Ajay Naidu, Sean Gullette, Samia Shoaib, Peter Maloney, Abraham Abraham, Aliya Campbell, Te'ron A. O'Neal, Denise Dowse, Bryan Chattoo, Eddie De Harp, Scott Franklin, Peter Cheyenne, Brian Costello, Abraham Aronofsky, James Chinlund
  • Inhalt
  • Der Film zeigt die Verbindung zwischen den Leben einer einsamen verwitweten Mutter (Ellen Burstyn), ihrem Sohn Harry (Jared Leto), seiner Freundin Marion (Jennifer Connelly) und Harry's besten Freund Tyrone (Marlon Wayans). Jeder dieser Figuren verfolgt eine Vision von Glück, aber diese Vision zerfällt durch den Konsum verschiedener Drogen (auch TV kann eine Droge sein!).
  • Filmkritik
  • Es gibt Filme die von ihrer Regie leben, Filme die von den darstellerischen Leistungen leben, Filme die von ihren Geschichten leben und Filme, wie Requiem for a Dream, die all diese Eigenschaften besitzen und sie nahezu perfekt vereinen.
    Narrativer Aufbau:

    Schon die Opening Credits deuten durch das Auflösen der Namen auf das kommende Auflösen der Charaktere hin. Die Charakter werden übrigens nicht, wie in vielen anderen Filmen üblich, langsam und langatmig eingeführt, sondern schnell und effektiv. Man merkt gleich zu Beginn: in diesem Film wird keine Sekunde mit Nebensächlichkeiten verschwendet.

    Der Film macht aber auch ein paar Anspielungen auf die amerikanische Gesellschaft und deren Gesundheitssystem. So verläuft zum Beispiel die 'Untersuchung' des Arztes an Sarah Goldfarb, ohne einen einzigen Blick auf die Patientin zu werfen.

    Die 3 Akte des Films werden in Sommer, Herbst und Winter unterteilt. Während im Sommer das Leben der Figuren sogar irgendwie harmonisch wirkt, verschlechtert sich ihre Lage auf sehr tragische Weise in den beiden folgenden Monaten. Der Drogenkonsum wirkt zu Beginn noch wie ein wunderbarer Höhenflug, aber in den letzten beiden Monaten (Akten) wird schließlich die schlechte Seite des Lebens und des Drogenkonsums gezeigt. Die Figuren verflüchtigen sich in Erinnerungen und Visionen und bekommen Wahnvorstellungen. Die Auswirkungen der Drogen auf das Leben werden immer schrecklicher und gehen am Ende in einen unvergesslichen Höhepunkt über.

    Stilelemte:

    Da die Aufzählung der eingesetzten Stilmittel wohl beinahe ein ganzes Filmlexikon füllen würde, beschränke ich mich auf die auffälligsten Mittel... Um Dialoge, Empfindungen oder Gesichtsausdrücke mehrerer Personen an einem Handlungsort darzustellen, wird keine konventionelle Schnitttechnik verwendet, sondern Splitscreen, sowie auch wunderschöne Zeitraffer. Splitscreen spart wiederum nicht nur 'unnötige' Zeit, sondern zeigt auch, dass die Personen nicht zusammenkommen können bzw. nicht gemeinsam weiterleben werden. Sie werden durch eine Art selbst errichteter Wand voneinander getrennt. Farben und Licht werden sehr expressiv verwendet, wirken aber nie unnatürlich und geben auch die Stimmung der Charaktere wider. Liebesszenen werden nicht von romantischer Musik begleitet und auch nicht in gewohnten Kameraeinstellungen gezeigt, sondern die Kamera entfernt sich drehend in einem High-Angle Shot von den Figuren weg (was wiederum auf das nicht anhaltende Wohlbefinden verweist). In besonders intensiven Momenten wird eine Snorry Cam (Kamera die an den Körper des Darstellers angeschnallt wird) eingesetzt, um die Gefühle verstärkt und von der Umgebung abgehoben darzustellen. Der Zuseher wird auch dadurch immer stärker in die filmische Welt involviert. Die Musik passt nicht nur zum dargestellten Inhalt der Szenen, sondern gibt auf beeindruckene Weise auch die Stimmung der Charaktere wieder. Musik- und Soundeffekte wirken teilweise wie eine schnell tickende Uhr und weisen schon früh darauf hin, dass sich das Leben der Charaktere stark verändern wird. Der Dogenkonsum selbst wird in der sogenannten Hip-Hop Montage dargestellt (hier handelt es sich um eine abgeänderte Form der Attraktionsmontage, in der Aktionen und Bilder in Fast-Motion gezeigt und öfters wiederholt werden
    - meist handelt es sich bei diesen Aktionen um Drogenkonsum) und gibt diesen Tätigkeiten auch durch ihrer Wiederholung eine effektivere Wirkung.

    Die grandiose schauspielerische Leistung der Darsteller, allen voran Ellen Burstyn, lässt sich nur sehr schwer mit Worten beschreiben. Ellen Burstyn scheint sich sowieso in ihrer eigenen Ebene der Schauspielkunst zu befinden. Es wirkt tatsächlich so als hätte sie sich vollkommen in die von ihr dargestellte Figur verwandelt. Die totale Veränderung von Harmonie zu Zerfall wird von allen Darstellern unvergleichbar realistisch durchgeführt.

    Zu Beginn des Films spricht Sarah Goldfarb zu ihrem verstorbenen Mann: 'You'll see already. In the end, it's all nice ' - bloß am Ende, am Ende ist wirklich nichts gut geworden. Die Charaktere leben weiter, aber nur noch durch Erinnerungen und Träume ans Leben gehaftet. Requiem for a Dream ist einer der gefühlsintensivsten Filme, die je gemacht wurden. Vor allem der letzte Akt des Films,wenn sich der Höhepunkt nähert, wirken auch auf den Zuseher tatsächlich so, als wäre er an den gezeigten Vorgängen wirklich beteiligt, als würde er sich dort befinden. Film is an experience!
  • Wertu
  • Story
    4,5
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    in-time

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Kritik: Diesen Wahnsinnsfilm hab ich das erste Mal Ende letztes Jahr oder Anfang dieses Jahr gesehen. 10 Jahre nach seinem Erscheinen. Aber im Endeffekt war ich froh, ihn nicht schon vor 10 Jahren gesehen zu haben. Nachdem ich ihn längere Zeit verliehen hatte, hab ich ihn heute wiederbekommen und natürlich sofort nochmal angeguckt. Und selbst nach mehrmaligen Sehen entfaltet er seine volle Wirkung. Aronofsky hat einen Film erschaffen, der den Zuschauer mitreißt, schockierend ist trotz Hochglanzoptik (oder vielleicht gerade deshalb?). Die Cast ist durchweg perfekt, aber Ellen Burstyn muss man besonders hervorheben. Sie spielt so stark, dass es kein Wunder ist, dass sie für den Oscar nominiert war. Dazu der hervorragende Score, der einem regelrechte Gänsehaut verpasst.

Fazit: Krasses Drogen-Drama, dass mich so schnell nicht wieder losgelassen hat. Ich weiß, "perfekt" ist ein großes Wort, aber auf diesen Film passt es.

geschrieben am 27.07.2011 um 12:18

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ø Wertung: 9/10 | Wertungen: 10 | Kritiken: 1