Dieser Tage werden wir Kinogeher und Filmliebhaber mit der Tatsache konfrontiert, dass es jede Story schon einmal gab und das der Trend zu Remakes in Hollywood ungebrochen anhält. Wenn einem ein Film wie 'Cube' in die Hände, dann werden die Augen weit und die Spannung groß. Mit einer derartig genialen Geschichte kann kein anderer Film den ich bisher gesehen habe aufwarten.
Diese Story ermöglicht es, das Nichtwissen von wichtigen Fakten extrem spannend zu machen und der Plot ist klug gestrickt um den Spannungsaufbau zu unterstützen. Der Zuschauer ist wie die Protagonisten des Films zu Beginn völlig orientierungslos. Die W-Fragen (Wo? Wer? Wann? Wie? Warum?) sind gar nicht oder nur sehr unkonkret beantwortbar.
Fünf Leute im Würfel, mehr weiß der Zuschauer nicht, mehr wissen die fünf Gefangenen auch nicht. Diese fünf unterschiedlichen Menschen (Geschlecht, Hautfarbe, Gefühlswelt, Körperzustand) sind gezwungen miteinander zu kooperieren ohne sich zu kennen. Das Entdecken der Fähigkeiten und der Schwächen des anderen bilden einen zentralen Aspekt des Films, den die unbekannten Schauspieler gekonnt umsetzen. Mit jeden Rätsel das sie dem Würfel abluchsen steigt propertional das Wissen über den anderen und damit steigt das Konfliktpotentzial. Jeder in der Gruppe hat Fähigkeiten, die sowohl negativ als auch positiv in der Gruppe wirken (Der Polizist ist energisch, spornt die Gruppe an, ist aber auch aufbrausend, die Studentin ist mathematisch begabt, aber zickig, die Psychoanalytikerin beruhigt und verstört die Menschen, Der Authist hat seinen Körper nicht unter Kontrolle, kann aber für 'normale' Menschen unmögliche Rechnungen vollführen...).
Wer und zu welchen Zweck den Würfel gebaut hat bleibt für die Gefangenen und den Zuschauer verborgen und das ist meiner Meinung nach sehr gut. Jeder kann sich perfide Verschwörungstheorien ausdenken (z.B. Aliens, Regierung, Erdinneres...).
Ein weiterer beängstigendes Detail des Würfels ist die Funktionsweise des Würfels. Zu Beginn scheinen die Würfelräume im Würfel nach einem zufälligen Prinzip mit Fallen, die ebenfalls genial erdacht sind, ausgestattet zu sein, aber im Verlauf des Films wird klar, dass diese Konstruktion logischen und mathematischen Gestetzen folgt; Gesetze, die weit über die Möglichkeiten der Menschen hinausgehen. Die Maschine von Menschenhand, die intelligenter als ihr Schöpfer ist, ist kein neues Sujet, aber hier wird gezeigt welche Dimensionen die Hybris des Menschen annehmen kann. Die Menschen zerrissen im Kampf gegen ihre eignen Emotionen und auf der anderen Seite ein emtionsloses Konstrukt!
Das Ende des Films beinhaltet eine wunderbare Botschaft. Keiner der 'gesunden' Menschen der Gruppe überlebt das Szenario, sondern der 'Behinderte', der auf der einen Seite zeigt, dass Behinderung nicht gleich Dummheit bedeutet und das 'sein' Andersein ihm das Leben gerettet hat. Spezialeffekte und Musik runden den Gesamteindruck ab und wirken überzeugend.
Im Gesamtkontext beantwortet das Ende keine Fragen und entläßt den Zuschauer mit unbeantworteten Fragen und Antworten und bei diesem Film ist es gut so!
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