Es gibt immer wieder Filme, von denen man hört, sie seinen klasse, aber man bleibt skeptisch. Dann wandelt man durch Einkaufszentrum sieht den Film als Angebot und schlägt zu, mit der Sicherheit, nicht enttäuscht zu werden, was den Preis des Vergnügens betrifft.
Umso schöner sind dann die Schnäppchen, die sich als 'Megahits' entpuppen und genau das ist bei Jalla! Jalla! der Fall. Ich habe schon lange nicht mehr so über eine Komödie gelacht, die bewusst witzig inszeniert worden ist.
Der Regisseur Josef Fares schafft es, Szenen so darzustellen, dass sie lustig sind, aber nicht lächerlich. Vor allem Mans Problem mit seinem kleinen Freund hätte meiner Meinung nach sehr daneben gehen können, aber Fares macht seine Sache toll (das Gespräch zwischen Roro und Mans auf der Toilette).
Jalla! Jalla! ist ein lockerer Film, bei dem der Regisseur sein Ensemble teilweise improvisieren ließ und dadurch dem Film eine sehr authentische Note verlieh. Diese Note wird durch die Verwandtschaftbeziehungen zwischen Regisseur und Schauspielern verstärkt (Roros ist Fares Bruder, Roros Vater ist auch sein leiblicher Vater und die großartige Großmutter ist auch im realen Leben die Oma).
Mir persönlich gefällt Jalla! Jalla!, weil einerseits männliche und kulture Probleme mit einem Augenzwinkern beleuchtet werden, ohne das es peinlich oder blöd wirkt.
Neben den Haupthandlungssträngen kommen kleine Nebengeschichten und Nebencharaktere ins Spiel, die zum Gelingen des Films beitragen (Die Geschichte mit den Hund Rambo oder der stumme Müllkollege Benson, der einfach nur durch sein Auftauchen in verschiedenen Momenten witzig ist).
Dringend empfehle ich den Film, möglichst nach der Erstsichtung, nochmals mit Audiokommentar der beiden Faresbrüder und Peterson anzusehen. Bei diesem bleibt ebenfalls kein Auge trocken.
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