Seit langem gibt der österreichische Film wieder ein kräftiges Lebenszeichen, jenseits der handvoll arivierten Filmemacher, von sich. „Nacktschnecken“ ist eine Symbiose aus bewußt, österreichischer Komödie, gepard (gepaart, Wortspiel des Films) mit einem weltweit gleich bekannten und interessanten Thema. Sex!
Ein paar Typen drehen einen Porno, na und?Die Geschichte wird interessant durch die Verbindung von Alltag und die Möglichkeiten, die sich durch den Alltag ergeben. Fünf Leute wollen einen Porno machen, wobei ihr Hauptmotiv das Geld ist. Es ergeben sich zwei Ebenen, die den Film so außergewöhnlich machen. Auf der einen Seite agieren hier Charaktere, die dank ihrer Autoren und Darsteller aus sich heraus witzig sind und nicht wie in so vielen anderen Komödien krampfhaft nach Pointen haschen.
Auf der anderen Seite zeigt der Film, dass sich die Mixtur Sex für Geld und Geld für Sex nicht so einfach gestaltet, wie uns Pornofilmproduktionen weiß machen wollen. Es wird gezeigt, dass hier Menschen mit Gefühlen miteinander in Kontakt treten und dass Gefühle wie Lust und Verlangen sich nicht durch Geld hervorrufen lassen.Gleichzeitig räumt der Film ein, dass wir nicht immer soviel über unsere Gefühle nachdenken sollten, sondern einfach einmal „dem Tier im Mann und in der Frau“ freien Lauf lassen sollten. (Höhepunkt im Film ist die nicht gefilmte Orgie, bei der sich alle wie Tiere aufführen).Feine Details und die gekonnten Nebenhandlungsstränge ( z.B. das „Briefopfer“ von Johann, die von den Briefen erregt wird. Ihr Mann verfaßt daraufhin ebenfalls einen erotischen Brief, der alles andere ist als erotisch ist oder der Gepard, der dank des vorhin erwähnten Beispiels durch den ganzen Film schleicht und Christoph Grissemann als Grissemann) runden den Film ab.
Super, dass die österreichische Filmförderung diesen Film unterstützt hat. Der Film hat es sich verdient.
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