WRONG TURN gehört zu jenen Horrorfilmen die ich mir vor Jahren mal geholt habe, einmal im Player rotieren ließ und seither im Regal verstaubt. Erinnern kann ich mich nur noch an einzelne Szenen und die zahlreichen Behauptungen, dass der Film mit seiner FSK16-Einstufung einen gnädigen Tag bei der FSK erwischt haben muss. Inwiefern das aber wirklich zutrifft weiß ich vor dem Film noch nicht. Aufmerksam geworden bin ich jetzt nochmal auf ihn, da ja der bereits 4. Teil erscheinen soll und deswegen wollte ich mich nochmal von Teil 1 überzeugen, um vielleicht auch seinen Nachfolgern eine Chance zu geben...
Eine Gruppe von jungen Leuten bleibt mit ihrem Auto im Wald liegen und wird fortan Stück für Stück dezimiert - wem diese inhaltliche Hauptkomponente fremd ist, der hat bisher wohl nur eine handvoll Horrorfilme gesehen, denn ich wage einmal zu behaupten, dass 100 andere Genrestreifen ebenfalls genauso ablaufen. Der Innovationscharakter des Films hält sich hier sozusagen schon einmal stark in Grenzen, aber kann man den vielleicht anderweitig ausgleichen?
Nun ja, nicht so wirklich, man versucht es aber immerhin. In diesem Fall ist es nicht ein vermeintlich wahnsinniger Serienmörder der zu Werke geht, sondern eine Gruppe von degenerierten Kannibalen die auf der Suche nach Frischfleisch sind. Inhaltlich wirkt der Film zwar dennoch zusammengeklaut und auch auf Klischees will man nicht verzichten, aber wer sich daran stört wird am Horrorgenre sowieso nicht allzu viel Freude haben. Aber auch unter Berücksichtigung dieser Tatsachen gibt es einiges am Film auszusetzen. Der Film hat viel zu viel Leerlauf in dem entweder nichts passiert oder die Darsteller einfach zu lieblos agieren um das auch gut rüberzubringen. Wer schon kopiert sollte dies zumindest gekonnt tun, doch davon ist man hier doch recht weit entfernt. Spannung und Atmosphäre sind ebenso wenig präsent wie konstante Unterhaltung. Für einen 16er geht es tatsächlich zwar ziemlich hart zur Sache, doch diese vereinzelten Make Up-Effekte überbrücken die restliche Zeit auch nicht. Man könnte nicht einmal meinen, dass man den Film zu sehr gestreckt hat und dieser mit einer kürzeren Laufzeit knackiger wäre, denn schon nach 75 Minuten beginnt der Abspann zu laufen - und wenn man es nicht einmal schafft 1 Stunde und 15 Minuten halbwegs zu unterhalten, dann muss hier einiges schief gelaufen sein - und genau so ist es auch.
Die Story ist längst ausgelutscht und arg klischeebehaftet inszeniert, wenn man das jedoch ansehnlich hinbekommen hätte - und es gibt Beispiele die zeigen, dass das sehr wohl möglich ist - wäre der Film erträglicher. So bleibt es bei einem mittelmäßig bis schlecht gespieltem, vorhersehbaren Slasher der lediglich mit seinen Effekten überzeugen kann. Muss man nun wirklich nicht gesehen haben...
4,5/10 Pfeile im Auge
Kommentare
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