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Battle Royale 2

  • Informationen zum Film
  • Battle Royale 2

  • Originaltitel:
    Batoru rowaiaru II: Chinkonka
    Genre:
    Action, Thriller, Drama
    Produktionsland:
    Japan
    Produktionsjahr:
    2003
  • Inhalt
  • The world entered the age of terrorism -----
    Der Film spielt 3 Jahre nach dem ersten Teil. Shuya Nanahara (Tatsuya Fujiwara) und Noriko Nakagawa (Aki Maeda), die Überlebenden der ersten 'Battle Royale', sind mittlerweile zu Anführern der Terroristengruppe 'Wild Seven' geworden. Die jugendlichen Terroristen haben sich geschworen mit allen Mitteln gegen jene Erwachsene und ihre Regierung vorzugehen, die das teuflische 'Battle Royale' Spiel ins Leben gerufen haben. Sie verüben einen Sprengstoffanschlag in Tokyo, der mehrere Gebäude (darunter zwei nebeneinander stehende Türme!) zum Einsturz bringt. Tausende Menschen sterben...

    72 Stunden, 42 Leben -----
    Exakt ein Jahr nach den verheerenden Anschlägen verabschiedet die Regierung ein neues Programm zur Terrorbekämpfung - den Millennium Anti-Terrorism Act a.k.a. BR2! Wie auch schon im ersten Teil wird eine Schulklasse, bestehend aus 42 Schüler(inne)n, ausgewählt um eine tödliche Schlacht zu schlagen. Ziel des Spiels ist diesmal die Tötung der Terroristen, die sich auf einer abgelegenen Insel verschanzt haben. Schaffen es die Kids innerhalb von 72 Stunden den Krieg der Erwachsenen erfolgreich zu beenden, haben sie gewonnen. Ging es in der ersten 'Battle Royale' primär um das Überleben des Einzelnen, wird im neuen Gesetz mehr Wert auf Teamarbeit gelegt. Die Aufstellung erfolgt in 2er-Teams, sobald einer der beiden im Kampfeinsatz stirbt, explodiert die Halskette des anderen und reißt ihm den Kopf ab...

    Survival Program -----
    Die Schlacht beginnt, die Teilnehmer sterben wie die Fliegen. Schwer dezimiert schaffen es ein paar Schüler in den Unterschlupf der Terroristen zu gelangen... schnurstracks in eine Falle! Nachdem ihnen die sog. Terroristen geholfen haben ihre tödlichen Halsketten abzunehmen, kommen erste gegenseitige Sympathien auf. Die Schüler lehnen sich, gemeinsam mit den Terroristen, gegen jenes System auf, dass sie in diese totbringende Lage versetzt hat. Bis an die Zähne bewaffnet sind sie jedoch weitab von Sicherheit, bereitet doch die Armee einen gezielten Angriff auf sie vor...
  • Filmkritik
  • Welcome to the next level -----
    BR2 ist keine Fortsetzung, kein Sequel... es ist eine konsequente Weiterentwicklung des ursprünglichen Themas. Wenn der erste Teil für die Selbstzerfleischung einer einzelnen Nation, einer Schulklasse, einer kleinen Gruppe steht, dann ist BR2 der fatale nächste Schritt der Eskalation. Nur allzu bildlich wird die Trennlinie zwischen Freund und Feind gezogen, Grauzonen gibt es nicht. Das hat uns noch gefehlt - ein politisches Splattermovie... Und in der Tat - genau das hat uns nämlich wirklich gefehlt! BR2 fängt an wo andere Filme längst abwinken, hat den Mut dazu Themen anzusprechen vor denen bis dato nahezu alle Filme ihren kommerziellen Schwanz eingezogen haben, und setzt sich dabei allen erdenklichen Gefahren aus die man als Film nur auf sich ziehen kann. Mut kann man sich nicht kaufen - ein Kinoticket oder eine Dvd jedoch schon!

    A handful of nations selflishly define the nature of peace and freedom in this world. But our world is so much more complex than that. -----
    Was ist es, dass alle folgenden Nationen gemein haben, fragt der Lehrer seine Klasse bevor er sie in den Tod schickt: Japan, China, Nord Korea, Guatemala, Indonesien, Kuba, Congo, Peru. Laos, Vietnam, Kambodscha, Grenada, Lybien, El Salvador, Nicaragua, Panama, Irak, Somalia, Bosnien, Sudan, Jugoslawien, Afghanistan? Die Antwort des Films: Alle wurden in den letzten 60 Jahren von den USA bombardiert! Wenn es nur einen einzigen Film gibt, der sich selbst vom Start weg gegen ein US-Remake vollständig abgesichert hat, dann ist es vermutlich BR2. Wie auch schon der erste Teil ist BR2 ein hochgradig subversiver, unmoralischer und kontroverser Frontalangriff auf jedwede Form der Autorität, der Gesellschaft im Allgemeinen, und des Status Quo im Besonderen. 'We now declare war against every last adult!' erklärt Shuya Nanahara, der Anführer der jugendlichen Terroristen und der Film stellt sich über weite Strecken mit Nachdruck an seine Seite. Schließlich ist es auch nicht schwer Sympathien für jene Jugendliche zu hegen, die von ihren Eltern bzw. von ihrer Regierung kaltherzig in den Tod geschickt werden, oder? Die Rechtfertigung des Gegenschlags ist erbracht, der Zuschauer gekonnt auf die eine Seite der Trennlinie manipuliert. Und genau jetzt schnappt die doppelbödige Falle des Films gnadenlos zu! Schachmatt nach nur 45 Minuten!

    How does it feel to murder others... to survive alone? How does it feel? -----
    Der Film scheut sich bei Gott nicht vor 'unangenehmen' Szenen und lässt sowohl Shiori Kitano (Ai Maeda) den Mörder ihres Vaters - der Anführer der Terroristen Shuya Nanahara - gegenübertreten, sowie Konfrontationen mit anderen Kids entstehen, die bei seinen Terroranschlag ihre Eltern verloren haben. 'You're no better than the adults!' heißt es und die vormalige Sympathie für einen Verteidiger der Gerechtigkeit schlägt in blankes Entsetzen um. Wie konnte man sich als Zuseher vorher nur auf die Seite eines Massenmörders stellen? Auf die Seite jenes Terroristen, der mit dem Anschlag auf die Gebäude in Tokyo Tausende Menschen getötet hat? Das manipulative Pendel - genannt BR2 - schlägt einem hart in den Magen und wirft das, was vom Zuschauer noch übrig ist auf die andere Seite der Trennlinie. Schon wieder schachmatt - 2:0 für den Film!

    Game over! -----
    BR2 ist wegen seiner politischen Brisanz ein höchst verstörender Film. Es ist aber auch einer der ganz wenigen Filme, welche die Themen jener Zeit in der sie sich bewegen auf drastische und direkte Art reflektieren. Dabei ist BR2 wesentlich substanzieller als jene Medienberichterstattung, die in den letzten Jahren als Realität wahrgenommen wurde. Denn letztendlich bietet der Film ja doch beide Sichtweisen an, bezieht nicht so eindeutig Stellung, dass man sich als Zuseher genötigt fühlt. Eines ist jedoch evident - BR2 legt nicht nur den Finger auf die Wunden unserer Zeit, er bohrt auf schmerzhafte Weise darin. Aber nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Notwendigkeit! Der Film ist Anti-Everything - sind die Motivationen der Figuren erst mal schmackhaft für den Zuschauer aufbereitet, macht der Film keinen Unterschied mehr zwischen Täter und Opfer. Dem getretenen, in die Ecke gedrängten Zuseher bleibt nur mehr übrig sich seinen eigenen Zugang zu erkämpfen und über die verschiedenen Sichtweisen der komplexen Thematik zu reflektieren. Letztendlich ist BR2 nämlich eine dramatisch inszenierte, aber dennoch viel zu reale Illustration jenes Pulverfasses auf dem wir dieser Tage sitzen! Edu-Cinema im Gewand eines blutrünstigen Splattermovies? Schwer zu glauben, aber der Beweis ist erbracht. BR2 ist genial!
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
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Userkritiken

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Fortsetzungen haben es ja meist nie Leicht. Vorallem wenn der 1. Teil schon einen Status hat, doch wenn der Regisseur vom 1. Teil eigentlich wieder mit dabei ist, kann nicht soviel schief gehen.

3 Jahre sind vergangen seit dem letzten Battle Royal...

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geschrieben am 26.07.2011 um 14:18

Cover

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Community Wertung:

ø Wertung: 6,6/10 | Wertungen: 16 | Kritiken: 1