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Brothers Grimm

  • Informationen zum Film
  • Brothers Grimm

  • Originaltitel:
    The Brothers Grimm
    Genre:
    Komödie, Thriller, Abenteuer, Fantasy
    Produktionsländer:
    USA, Tschechische Republik, UK
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    07.10.2005
    Kinostart Deutschland:
    06.10.2005
    Kinostart USA:
    26.08.2005
  • Inhalt
  • Die Gebrüder Grimm, im Film Will und Jake genannt, ziehen als Scharlatane durchs Land. Sie geben vor Hexen und sonstige Geister austreiben zu können und verrechnen ihren Kunden dafür ein hübsches Sümmchen. Doch ist es alles nur fauler Zauber, die Hexen und Gespenster werden von ihnen selbst inszeniert um abergläubische Leute um ihr Geld zu bringen. Doch eines Tages geraten sie an einen Fall, der sie tatsächlich mit verwunschenen Wäldern, verzauberten Wölfen und einer verfluchten Königin konfrontiert. Es gibt kein zurück mehr für sie, die Gebrüder Grimm müssen das Rätsel rund um die verschwundenen Kinder lösen und das Böse besiegen bevor die böse Königin ihre Macht wiedererlangen kann. Bei ihren Abenteuern begegnen sie jenen Geschichten, die sie in ihren berühmten Märchen niedergeschrieben haben.
  • Filmkritik
  • Best of Märchen -----
    Der Story Ansatz von THE BROTHERS GRIMM ist grundsätzlich sehr originell. Das berühmteste Brüderpaar der Märchenwelt sieht sich selber einer Märchenwelt gegenüber, welche prall mit Ingredenzien ihrer eigenen Erzählungen gefüllt ist. Die liebevoll eingearbeiteten Referenzen an Grimm's Märchen, von Hänsel und Gretel bis Rotkäppchen, kommen zwar über den Status kurzer Randerscheinungen selten hinaus, machen aber trotzdem Spaß. Obwohl dieser Ansatz den historischen Brüdern Grimm in keinster Weise gerecht wird, wie viele Grimm Experten lautstark monieren, hätte daraus ein durchwegs interessanter Film werden können. THE BROTHERS GRIMM scheitert keinesfalls an seinen historischen Unstimmigkeiten, er scheitert primär an seiner unzulänglichen Machart. Dabei hätte die Kombination des phantasievollen und schrulligen Terry Gilliam Stils mit den Märchen der Gebrüder Grimm eine scheinbar perfekte Heirat ergeben, theoretisch zumindest... Die Praxis sieht allerdings anders aus! Terry Gilliam (BRAZIL, 12 MONKEYS) scheitert in THE BROTHERS GRIMM letztendlich an sich selbst, und das auch noch ziemlich furios. Er liefert einen Film ab, der dramaturgisch inkonsistent, gänzlich unrhythmisch und voll haarsträubender Unzulänglichkeiten ist, dass man fast glauben möchte ein Erstlingswerk eines unbegabten Regisseurs vor sich zu haben. Und leider war das auch schon die einzige Überraschung, die der Film zu bieten hat...

    Entzaubert -----
    Die mit viel Liebe zum Detail entworfenen Sets, die aufwändig gestalteten Kostüme und die hervorragenden Masken sind durchaus in der Lage dem Film einen organischen Look & Flair zu geben, selbst wenn die hochgradig scheußliche Ausleuchtung (speziell bei den Außenaufnahmen) diesen zweifellos teuer erkauften Vorteil beinahe wieder völlig zunichte macht. Am meisten wird THE BROTHERS GRIMM jedoch durch den völlig konfusen Schnitt zerstört. Die katastrophal schlechte Montagetechnik von Editor Lesley Walker ruiniert nicht nur viele Einzelszenen, sie kippt die Bilder oftmals gänzlich in die Bedeutungslosigkeit. Gleich am Anfang, als die Gebrüder Grimm in der Mühle ihre Zaubershow abziehen und gegen eine Hexe kämpfen, wird offensichtlich, dass der Editor überhaupt kein Gespür für eine kohärente Bilddramaturgie hat. Hier werden Bildfetzen aneinander montiert, welche die gesamte Sequenz visuell beinahe zusammenhanglos erscheinen lassen, jedweder flüssigen Erzählweise entbehren und die Szene vor den Augen des Zuschauers in hunderte kleine Splitter zerbrechen lassen wie den Zauberspiegel der bösen Königin am Ende des Films. In vielen Sequenzen ist die Kamera augenscheinlich darum bemüht interessante Perspektiven und dynamische Bilder mittels Kamerakran einzufangen. Leider arbeitet auch hier wieder die Montagetechnik gegen den Film, sie zerhackt die flüssigen Kamerafahrten förmlich in kleine Teilchen, welche dann hektisch aneinander montiert werden. Ein derart miserables Editing habe ich schon lange nicht mehr gesehen... Ein weiteres Beispiel für die handwerklichen bzw. technischen Unzulänglichkeiten des Films liegen augenscheinlich bei den Effekten. Die sog. "Matte Paintings" (gemalte Bildhintergründe) sind oftmals ganz deutlich als solche erkennbar und mir fallen Filme aus den 1970er Jahren (!) ein, die in dem Punkt weitaus besser funktioniert haben. Auch die CGI-Effekte in THE BROTHERS GRIMM kann ich nicht gerade als den großen Wurf bezeichnen. Der digital animierte Wolf gehört sicher zum schlechtesten, das ich seit dem Werwolf in VAN HELSING (2004) gesehen habe! Diese offensichtlichen Fehler können auch nicht durch die durchwegs passabel umgesetzten Miniaturaufnahmen bzw. -effekte wieder gut gemacht werden. THE BROTHERS GRIMM ist und bleibt eine handwerkliche Katastrophe.

    Spieglein, Spieglein an der (Lein)Wand -----
    Die Leistungen der Schauspieler sind sehr unterschiedlich. Während sich Matt Damon (THE BOURNE IDENTITY) sichtlich Mühe gibt, seine eher begrenzte Ausdrucksweise irgendwie zu der Figur des Wilhelm Grimm zusammenzubasteln, hat ihn sein Filmbruder Jacob (Heath Ledger, MONSTER'S BALL) mit seiner zurückhaltend angelegten Präsenz längst an die Wand gespielt. Derweil schlägt der köstlich übersteigerte Peter Stormare (CONSTANTINE) mit sichtlicher Freude über die Stränge, balanciert seine Figur am Drahtseil zwischen skurrilen Entertainer und blanken Overacting aus, dass es einfach Freude macht ihm dabei zuzuschauen. Jonathan Pryce, allen Terry Gilliam Fans aus dem phänomenalen Kultfilm BRAZIL bestens bekannt, ist auch in THE BROTHERS GRIMM wieder sehenswert. Sein leicht überhöhter französischer Akzent und seine zwielichtige Mimik transportieren eine überaus ambivalente Mischung aus ernsthafter Authorität und gekonnt schrulligen Terry Gilliam Touch. Gänzlich anders verhält es sich bei den weiblichen Rollen. Während sich Lena Headey in der weiblichen Hauptrolle mehr schlecht als recht durch den Gefühlsdschungel zwischen den beiden Brüdern spielt, bringt die hervorragend agierende Monica Bellucci (IRRÉVERSIBLE) in lediglich fünf Minuten Screentime weitaus mehr Präsenz und inhaltliche Substanz auf die Leinwand als Lena Headey im gesamten Film. Bellucci's Darstellung der "Queen of Mirrors" ist sowohl verführerisch, als auch tückisch, kalt, berechnend und sie beantwortet damit auch ganz souverän die Frage, wer denn die Schönste im ganzen (Märchen)Land ist. In Summe gesehen bewegen sich die Leistungen der Darsteller sicher über dem Niveau des Films selber. THE BROTHERS GRIMM wirkt über weite Strecken vielmehr als kitschiger und schlecht inszenierter Erlebnis-Märchen-Park made in Hollywood, denn als ernst gemeinte Annäherung an die Gebrüder Grimm. Letztendlich reicht es für mich als Kinobesucher leider nicht um glücklich bis ans Ende meiner Tage zu leben...
  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    2,0
    Unterhaltung:
    2,0
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    1,5
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
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