Dawn of the Dead (2004)

  • Informationen zum Film
  • Dawn of the Dead (2004)

  • Originaltitel:
    Dawn of the Dead
    Genre:
    Horror, Action, Drama, Thriller
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA, Kanada, Japan
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    16.04.2004
    Kinostart Deutschland:
    15.04.2004
    Kinostart USA:
    19.03.2004
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Zack Snyder
    Drehbuch:
    George A. Romero, James Gunn
    Musik:
    Tyler Bates
    Darsteller:
    Jayne Eastwood, Ving Rhames, Matt Frewer, Sarah Polley, James Gunn, Boyd Banks, Jake Weber, Mekhi Phifer, Ty Burrell, Michael Kelly, Kevin Zegers, Michael Barry, Lindy Booth, Inna Korobkina, R.D. Reid, Kim Poirier, Louis Ferreira, Hannah Lochner, Bruce Bohne, Ermes Blarasin, Sanjay Talwar, Kim Roberts, Tim Post, Matt Austin, Philip DeWilde, Colm Magner, Luigia Zucaro, Geoff Williams, Mike Realba, David Campbell, Philip Mackenzie
  • Inhalt
  • Nationaler Notstand - die Toten kehren zurück und attackieren die Lebenden! Die Zombies vermehren sich im rasenden Tempo, völliges Chaos bricht aus und die Gesellschaft so wie wir sie kennen steht an der Kippe. Eine kleine Gruppe Überlebender rettet sich in ein nahegelegenes Einkaufszentrum vor dem sich die Toten scharen. Was nun...?
  • Filmkritik
  • Before sunrise -----
    Remakes haben, noch bevor die erste Klappe gefallen ist, einen entscheidenden Nachteil: Sie werden an einem anderen Film gemessen! Zack Snyder's DAWN OF THE DEAD hat es in dieser Hinsicht besonders schwer. George A. Romero's Original aus dem Jahre 1978 ist nämlich nicht irgendein Zombiefilm - es ist der ultimative Zombie-Klassiker, war die Initialzündung für ein gesamtes Genre und gleichzeitig einer der ersten Meilensteine desselben. Die Messlatte liegt hoch... zu hoch?

    It gets up and kills. The people it kills get up and kill. -----
    DAWN OF THE DEAD benötigt lediglich die Pre-Title Sequenz um eine amerikanische Kleinstadt in ein chaotisches Endzeitszenario zu verwandeln. Die ersten ca. 10 Minuten des Films (inkl. Title Credits) bieten in Summe nahezu alles, was man sich von dem Titel erwartet und zählt mit Sicherheit zum Besten, dass ich seit langen im amerikanischen Splatterhorrorfilm gesehen habe! Der Anfang von DAWN OF THE DEAD ist direkt, blutig, unheimlich, apokalyptisch, und steigert sich dabei in eine wahnwitzige Dynamik, die einem den Atem raubt. Kennern des Originals wird sofort klar, dass im Remake alles schneller geht: Die Zombies sind wieselflink und es dauert nur ein paar Sekunden bis ein Toter zu untoten 'Leben' erwacht.

    No more room in hell? -----
    Leider ist aber nach einer halben Stunde klar, dass der Film diesen furiosen Auftakt langfristig nicht umzusetzen weiß. Ist die Gruppe erst mal in der Mall versammelt, treten die Zombies etwas zu weit in den Hintergrund und manchmal kommt dem Film dadurch sein primäres Bedrohungsbild abhanden. Das wäre an sich nicht schlimm, wäre das Drehbuch in der Lage seine (immerhin ansatzweise) inszenierten Charaktere - die durchwegs Potenzial in sich bergen - zu vertiefen und sie mit ein paar sinnvollen Dialogzeilen auszustatten. Leider passiert das nicht, oder nur sehr wenig. Die Figuren reflektieren kaum über die triste Lage, in der sie sich befinden und an tieferer Charakterisierung ist der Film ganz offensichtlich nicht interessiert. Genau das ist der Grund warum DAWN OF THE DEAD großteils dann funktioniert, wenn Tempo gemacht wird. Die langsamen Szenen sind die deutlich erfahrbare Schwäche des Films. Das Schlussdrittel kann sich dementsprechend wieder sehen lassen, ein temporeicher und meist gut inszenierter Showdown der kaum Wünsche offen lässt. Der Film bietet überdies ein paar Highlights für alle Fans des Originals. Tom Savini hat einen Kurzauftritt und Ken Foree wird Gelegenheit geboten, seine legendäre Textzeile aus dem Original nochmals zum Besten zu geben: 'When there's no more room in hell, the dead will walk the earth.'

    All you zombies show your faces -----
    Die Umsetzung der Special Effects ist, trotz einiger deutlich erkennbarer Schwächen, großteils als gelungen zu bezeichnen. Die Make-Up FX und die Masken sind hervorragend und überflügeln das Original mühelos. Der Film setzt primär auf althergebrachte Bluteffekte (Latex, Kunstblut, etc.) und verwendet darüber hinaus wohl dosierte CGI's. Die Computereffekte sind für das geübte Auge jedoch mehr als einmal leicht auszumachen und wirken dementsprechend künstlich. Offenbar war sich Regisseur Snyder dieses Dilemmas bewusst, er wählt sinnvoller Weise Kamerapositionen, die eine große Distanz zum (Visual FX) Geschehen einnehmen. Durch diese clevere Machart fallen die (bei näherer Betrachtung sicher fürchterlich aussehenden) CGI-Feuer und Computerzombies weit weniger ins Gewicht. Die im Film gezeigte FX-Palette ist aber nichts desto trotz - in Summe betrachtet - ein gut ausbalancierter Mix aus altbewährten und Technologien jüngeren Zeitalters.

    Bullet in the head -----
    Im Horrorsumpf des heutzutage ziemlich zahmen, amerikanischen 'R-Ratings' hebt sich die Kinofassung von DAWN OF THE DEAD wohltuend von vielen anderen, weitaus harmloseren, Horrorfilmen ab. Es finden sich durchaus viele Szenen, die das Herz der Splatterfans höher schlagen lassen: Zum Teil recht spektakuläre Kopfschüsse, Kettensägen Actions, klaffende Bisswunden und ein Brecheisen im Zombiekopf steigern schon jetzt den Blutdurst auf die von Zack Snyder angekündigte 'Unrated Version' des Films auf Dvd. Die 'kannibalistische' Komponente tritt jedoch in den Hintergrund, es gibt kaum Aufnahmen die den Verzehr der Opfer explizit darstellen. Nicht zuletzt deshalb bleibt das Remake in Sachen Blood 'n Gore letztendlich doch deutlich hinter dem Original zurück. Dieser Abstand - momentan ca. 2,5 Lichtjahre - wird durch die (um kolportierte 5 Minuten Splatter) längere Dvd-Fassung aber noch (geringfügig?) relativiert werden.

    This situation must be controlled before it's too late. -----
    Stilistisch ist DAWN OF THE DEAD ganz klar ein Film seiner Zeit. Bei diesen Punkt ist jedweder Vergleich mit Romero's Original ziemlich sinnlos und eigentlich sogar unzulässig. Rasante Videoclip Schnitttechnik dominiert die Actionszenen des Remakes, viele (absichtlich) verwackelte Digital-Video Shots à la 28 DAYS LATER versuchen die allabendlichen Katastrophennachrichten des Fernsehens bildlich einzufangen, um mit Hilfe von zwischenmontierten Störsignalen den audiovisuellen Realismus der Digialgesellschaft atmosphärisch zu inszenieren. Ob es dem Betrachter gefällt ist eine Sache, es funktioniert jedenfalls. Regisseur Snyder transferiert den Film durchaus gekonnt und durchgängig in eine visuelle 'Neuzeit', die absolut nichts mehr mit der Bildersprache der späten 70er Jahre gemein hat. Inhaltlich bietet das Remake allerdings keine neuen Ideen und Ansätze, das ist ebenfalls evident. Die Zeichnung der Figuren und der Storyline ist weitaus zu oberflächlich geraten um sozialkritische Inhalte zu transportieren. Ganz im Gegensatz zum Original übrigens, das zuerst die Auflösung der Gesellschaft im Allgemeinen zeigt, und es erst danach am Beispiel einer kleineren Gruppe nachvollzieht. Trotz anfänglicher Konflikte innerhalb der Gruppe propagiert das Remake dann aber doch deren Zusammenhalt und geht damit in die entgegengesetzte Richtung. Per se vielleicht kein schlechter Ansatz, jedoch nimmt er Zack Snyder's Film damit einiges an inhaltlichen Möglichkeiten, an pessimistischer Düsternis und subversiver Sprengkraft. Obwohl die Menschheit zum Teufel geht bleibt der gesellschaftliche Status Quo aufrecht, wie ein Fels in der Brandung. In Wahrheit hat sich nichts geändert... die eigentlichen Abgründe bleiben unangetastet. Schade! Der gut in Szene gesetzte, zum Teil sehr spektakuläre Überlebenskampf war am Ende freilich vergeblich..... alles beim Alten und zurück zur Tagesordnung. Das gilt im Übrigen auch für das amerikanische Horrorgenre.
  • Kurz Kritik
  • Story
    3,0
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    0,5
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

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User Kritiken

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Wie in fast jedem anderen Genre gibt es im Horrorbereich einige Klassiker die man gesehen haben muss. Neben Halloween, Freitag der 13. und Texas Chainsaw Massacre ist hier auch auf jeden all George A. Romero's Dawn of the Dead zu erwähnen. Unter all seinen Zombiefilmen ist jener - neben Night of the living Dead - sicher der bekannteste und meist verehrte. Ich habe den Film mittlerweile 3x in jeweils einer anderen Fassung gesehen und auch wenn die eine besser war als die anderen konnte mich keine davon so richtig begeistern. Bei mir konnte der Film also nicht landen. Zack Snyder hat sich mit 300 und Watchmen zwar schon einen Namen gemacht, war aber noch eher unbekannt als er sich an die Neuverfilmung dieses Genreklassikers traute. Doch genau dieses Wagnis war es wohl was ihm die Pforten nach Hollywood öffnete...

DAWN OF THE DEAD ist eines der wenigen Remakes das sogar bei Fans des Originals Anklang fand, von der neuen Generation gar nicht zu sprechen. Snyder gelang in meinen Augen der beste Zombiefilm seit Jahren wenn nicht überhaupt. Inhaltlich musste er aufgrund der Vorlage nicht unbedingt glänzen, doch inszenatorisch ist der Film ganz große Klasse. Die Untoten wandeln nicht wie nach einem Suff durch die Gegend, sondern können sich genau so schnell bewegen wie die noch Lebenden. Das bringt eine ungeheure Dynamik in den Film und macht daraus sogar einen Horror-Actioner - in das Konzept passt diese Idee aber sehr gut! So lebt der Film nicht nur von spannungsgeladenen Momente (ja, die gibt es), sondern auch von Action hier und da. Im Vordergrund stehen aber doch die Effekte was nicht daran liegt, dass sie dahin gedrängt werden, sondern einfach weil sie verdammt gut aussehen. Das Blut fließt hier nicht nur in Strömen sondern auch auf verschiedenste Weisen - teils amüsant, teils hammerhart, aber immer gut inszeniert.

Natürlich war's wohl auch Budget bedingt, dass Snyder für diesem Film kein Staraufgebot an Land zieht, doch das kommt ihm im Endeffekt zugute. Okay, Sarah Polley könnte man eventuell kennen und Ving Rhames spielt auch in zu vielen Filmen mit um ihn noch nie gesehen zu haben, aber bis auf die nette kleine Nebenrolle von Ken Foree (der im Original eine Hauptrolle belegte) kennt man ansonsten keinen der Darsteller. Das schadet dem Film mit Sicherheit nicht, denn so kann man sich ganz frei ihren Charakteren widmen.

Fazit: Zack Snyder's DAWN OF THE DEAD ist ein Remake das mir mit Abstand besser als das Original gefallen hat. Ein sehr schneller Film mit guten, harten Einlagen, Action, Atmosphäre und einem klasse Ende - absolut zu empfehlen!

8/10 fliegende Toiletten

geschrieben am 18.08.2011 um 13:14

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Wertung: 8,1/10 | Wertungen: 14 | Kritiken: 1

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