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21 Gramm

  • Informationen zum Film
  • 21 Gramm

  • Originaltitel:
    21 Grams
    Genre:
    Krimi, Thriller, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2003
    Kinostart Österreich:
    27.02.2004
    Kinostart Deutschland:
    26.02.2004
    Kinostart USA:
    26.12.2003
  • Inhalt
  • Inhaltsangabe

    Paul (Sean Penn) liegt im Sterben. Seine einzige Hoffnung ist eine Organspende - ein 'neues' Herz. Seine Frau Mary (Charlotte Gainsbourg) wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Kind von ihm. Life (!) goes on... das Leben (!) soll weitergehen. Jack (Benicio Del Toro) hat sein - von Verhaftungen und Gefängnisaufenthalten bestimmtes Leben - in den Griff bekommen. Er hat einen Job, lebt für seine Familie, ist tief religiös und hat den Willen dazu alles 'richtig' zu machen. Cristina (Naomi Watts) lebt in einer funktionablen Familie. Sie hat einen fürsorglichen Ehemann (Danny Huston) und zwei entzückende Töchter.

    Ein Autounfall verändert auf drastische Weise das Leben all dieser Personen. Cristina's Mann Michael sowie beide Kinder werden getötet, Jack ist der unglückliche Fahrer des Wagens. Im Zuge des Organspendeprogramms erhält Paul das Herz von Michael. Ab diesen Zeitpunkt ist das Schicksal dieser drei Familien untrennbar miteinander verbunden. Paul sucht (und findet) Kontakt zu Cristina und letztendlich wollen beide jenen Mann umbringen, der den Stein ins Rollen brachte - Jack!
  • Filmkritik
  • Eine (langweilige) Zusammenfassung technischer Aspekte ----------
    Langweilig? Mein eigenes Review? Dieser Absatz ist es bestimmt! Jedenfalls für mich selber. Hält er mich doch nur davon ab, auf die eigentliche Stärke und Thematik des Films einzugehen. Die Substanz des Films ist nämlich weitaus spannender als dieser Absatz. Deshalb in aller Kürze: Die Performances der Darsteller nur als 'sehenswert' zu bezeichnen, wäre stark untertrieben! Alle Schauspieler bieten absolut hervorragende Leistungen und haben großen Anteil daran, dass der Film so grandios funktioniert. Der Stil des Films ist sehr subtil und unaufdringlich, es herrscht ein realistischer Look ohne stylishen Firlefanz, ein äußerst sparsamer Einsatz von Musik und es wurde primär mit Handkamera gefilmt. Der dadurch 'freiwerdende Raum' wird von den Schauspielern perfekt ausgefüllt, sodass der Blick für's Wesentliche immer ein direkter und unverstellter bleibt. Einzig die fragmentarische Erzählweise arbeitet in gewisser Weise 'gegen' dieses Konzept. Es gibt zwar einen 'roten Faden' der sich (ziemlich linear) durch den Film zieht, alles drum herum jedoch sind frei fliegende Teilchen aus Flashbacks und Bildern von zukünftigen Ereignissen. Die Struktur verleugnet sich selbst am Schneidetisch - bleibt einerseits scheinbar linear um andererseits in ein wirres Zeit-Puzzle zu verfallen, welches in Summe zwar leicht nachvollziehbar bleibt, aber dennoch eine gewisse Aufmerksamkeit fordert.

    They say we all lose 21 grams at the exact moment of our death... everyone. ----------
    21 GRAMS ist ein Film über Wertigkeit, über Gewichtung, über Wichtigkeit. Angeblich verliert jeder von uns im Moment des Todes genau 21 Gramm.... jeder! Wieviel sind 21 Gramm? Wieviel wiegen 21 Gramm für Dich und mich? Wieviel wiegen sie für Paul, dem das gespendete Herz des verstorbenen Michael das Leben rettet? Wieviel wiegen sie für Cristina - Michael's Witwe - für die ein Leben endet und sie von der fürsorglichen Mutter zum aggressiven Drogenjunkie werden lässt? Wieviel wiegen 21 Gramm für Jack, der durch den Unfall wieder auf die schiefe Bahn gerät und seine Familie dabei auf's Spiel setzt? Wieviel wiegen 21 Gramm für mich....?

    Die Fragen, welche der Film aufwirft sind gleichzeitig die Antworten die er zu bieten hat. Selten ist ein Film imstande eine so effiziente Verschmelzung von Text (die Story) und Subtext (das Thema) zu flechten wie 21 GRAMS. An der Oberfläche spielt ein Drama, welches auf Themen wie Liebe, Schuld und Rache aufgebaut ist. Im Hintergrund - der hierbei zum eigentlichen Thema wird - wirft der Film Fragen auf, die nur jeder für sich selbst beantworten kann und soll. Und zwar nicht direkt im Kinosaal.... sondern Minuten, Stunden, Tage oder Monate später... Unter jener Oberfläche spricht der Film direkt und unverfroren unsere Wertvorstellungen an, dreht sie, verschiebt sie, lässt uns einen Blick aus völlig anderen Winkeln auf unsere Standpunkte werfen. Doch anstelle einer vorgefertigten Gehirnwäsche mit 'befreiender' Antwort auf dem Silbertablettchen, gräbt der Film um einige Nuancen tiefer in die Psyche. 'Die' Antwort gibt es nicht, genauso wenig wie 'richtig' und 'falsch', die Antwort ist der Filmbesucher selbst! Weitab von plumpen S/W-Malereien bringt 21 GRAMS sein Thema sogar in den sonst so populistischen Plakatslogans und Taglines auf den Punkt. Die Fragen der Filmplakate - wie zB. 'How much does love weigh?', 'How much does guilt weigh?', 'How much does revenge weigh?' - wirken nach Ansicht des Films weitaus substanzieller als man es von künstlich-gekünstelten, 'coolen' Marketingslogans gewöhnt ist. Diese Fragen sind direkt an Dich gerichtet und die Antworten darauf können daher nur von Dir selber kommen...

    21 GRAMS ist nicht bloß ein Film - es ist eine, mitunter unangenehme, jedoch höchst reflexive Reise in das eigene Ich. The Truth is out there...? Nicht wirklich! Der Punkt ist vielmehr: The Truth is IN there!
  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    1,5
    Unterhaltung:
    1,0
    Spannung:
    3,0
    Animation:
    4,5
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
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