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Pink Floyd - The Wall

  • Informationen zum Film
  • Pink Floyd - The Wall

  • Originaltitel:
    Pink Floyd The Wall
    Genre:
    Musik, Drama
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1982
    Kinostart USA:
    13.08.1982
  • Inhalt
  • Comfortably numb -----
    Der Rockstar Pink (Bob Geldof) sitzt einsam in einem Hotelzimmer. Deprimiert, ausgebrannt und nahe der Selbstzerstörung starrt er in den Fernseher - 13 channels of shit (...) to choose from. Dabei holen ihn Erinnerungen ein, schmerzhafte Erinnerungen an Erlebnisse die ihn nachhaltig geprägt haben, die zeigen wie es soweit kommen konnte. Jedes Einzelne davon ein weiterer Ziegelstein in einer Wand, die vom Schutzwall zur Isolationszelle geworden ist aus der es kein Entkommen gibt...

    Goodbye cruel world -----
    Bereits als Kind hat er seinen Vater im Krieg verloren. Von der Mutterliebe erdrückt und vom Lehrer gedemütigt beginnt er eine Wand zwischen sich und seiner Umwelt aufzubauen. Die Wand fungiert als Schutzwall, hinter dem er seine Gefühlswelt verschanzt und vor weiteren Verletzungen durch Andere bewahrt. Im Laufe der Jahre ist diese Wand immer höher, dicker und undurchdringlicher geworden. Pink driftet immer mehr in die Isolation, in einen Dämmerzustand, seine emotionelle Twilight Zone. Die Wand wird zur unüberwindbaren Begrenzung seiner emotionellen Einzelhaft, die schließlich zu übermäßigen Drogenkonsum, Selbsthass und bizarren Alpträumen von Krieg, Zerstörung und destruktiver Sexualität führt.

    Is there anybody out there? -----
    Im Drogenrausch phantasiert sich Pink zur gefühllosen, faschistoiden Führerfigur und sein Publikum zur gesichtslosen, einfältigen und manipulierbaren Masse, die ihm widerspruchslos in einen kriegerischen Feldzug folgt. Ein Krieg wie jener in dem er seinen Vater verlor, der erste Ziegelstein seiner Wand... Es folgt das Alptraumszenario einer imaginären Gerichtsverhandlung - Pink selbst ist der Angeklagte. Als Zeugen treten all jene Leute auf, die ihn ursprünglich dazu veranlasst haben die Wand aufzubauen. Schuldig! Als Bestrafung kann es nur eines geben - die totale emotionelle Auslieferung! Die Zerstörung der Wand...
  • Filmkritik
  • The warm thrill of confusion -----
    THE WALL ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Film, der einen Platz für sich allein beansprucht. Einen Platz jenseits des Vergleichs mit anderen Musikfilmen. Die Handlung wird fast ausschließlich von den Bildern und den Songs erzählt. Bis auf ganz wenige Ausnahmen gibt es keine Dialoge im Film - an ihre Stelle treten die Songtexte. Sie treiben die Story voran, positionieren die Thematik des Films und lassen dabei eine durchwegs flüssige Dramaturgie entstehen. Bei den vielen fragmentarischen und surrealen Szenenabläufen des Films mutet das fast schon als Wunder an, aber es funktioniert! Um die Thematik, und die komplexen Bilderwelten von THE WALL erfassen zu können, ist es zwingend erforderlich die Lyrics entweder zu kennen, oder sie beim Betrachten des Films mitzulesen. Wer das gleichnamige Pink Floyd Album nicht in- und auswendig kennt, dem empfehle ich die Untertitelfunktion der DVD zu nutzen.

    Is this not what you expected to see? -----
    Die visuelle Ebene des Films kann ich nur mit dem Wort 'aufregend' umschreiben. Obwohl Alan Parker eine Vielzahl unterschiedlichster Bilder und Stilrichtungen verwendet, und sich dabei naturgemäß der Gefahr aussetzt den Film damit zu überfrachten, beweist der Regisseur ein gutes Gespür für effiziente Dosierung und visuelle Kontinuität. Die Bildpalette reicht vom realistischen Look vieler Kriegsszenen, über klinisch kalt ausgeleuchtete Bilder, bis zur Künstlichkeit kräftig übersteigerter Farbkontraste. Der Stil wechselt von distanzierter Beobachtung zum rasant geschnittenen Videoclip, von subtiler Schlichtheit zu den kraftvollen und bizarren Animationen des Designers Gerald Scarfe. Das Endergebnis ist keineswegs ein willenlos zusammengewürfeltes Flickwerk geworden, wie man es jetzt vielleicht annehmen könnte. Im Gegenteil, THE WALL hat ein durchgängiges visuelles Konzept, das primär darauf ausgerichtet ist Inhalt und Thematik des Films bildlich zu transportieren und zu unterstützen. Die Kombination aus den Bildern, den Songtexten und der Musik entwickelt einerseits eine irrsinnige (!) Dynamik, andererseits ein atmosphärisch dichtes Beklemmungsszenario - ein Gefühl von Klaustrophobie in der eigenen Psyche. All das zieht den Zuseher mit der Sogwirkung eines Strudels in den Film, und letztendlich in die Psyche der Hauptfigur hinein. Die Gefahr des Ertrinkens ist dabei übrigens akut!

    Together we stand, divided we fall -----
    Seitens Pink Floyd war Roger Waters die treibende Kraft hinter THE WALL. Er hat sowohl die Texte des legendären Albums, als auch das Filmdrehbuch verfasst. Einige Originalsongs des Albums wurden für den Film komplett neu aufgenommen ('Mother', 'Bring The Boys Back Home', 'Outside The Wall'), andere wurden neu gemixt um den Film einen kontinuierlichen 'Flow' zu verleihen. Mit Ausnahme von 'Hey You' finden sich alle Songs des Albums auch im Film wieder, der Song 'When The Tigers Broke Free' wurde im Film ergänzt. Pink Floyd Fans unter den Lesern werde ich damit ziemlich sicher langweilen, und meine Absatzüberschriften haben sie bestimmt auch längst durchschaut... Wie auch immer, der Film geht hervorragend mit den Songs um, versteht sie effektiv einzusetzen und im passenden Kontext zu präsentieren. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass Musik und Texte den primären dramaturgischen Part des Films bilden und nicht zum Pausenfüller, oder zur Hintergrundberieselung degradiert werden. Während das Album für sich gesehen wahrscheinlich mehr Interpretationsspielräume zulässt, konzentriert sich der Film eher auf die thematischen Kernaussagen von THE WALL und streicht sie als wiederkehrende Motive heraus. Dennoch - oder gerade deshalb - ist der Film eine höchst authentisch anmutende Umsetzung des Albums.

    All in all it was all just bricks in the wall -----
    Wie eingangs gesagt, THE WALL ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Film. Seine verstörende Qualität und seine komplexe Thematik hebt ihn wohltuend von der Vielzahl musikalischer 'feel-good' Movies ab. Ist es ein depressiver Film? Einerseits ja, absolut! Anders betrachtet... doch ein klares (!) 'Jein' auf die Frage... mindestens! Auf jeden Fall ist THE WALL ein suggestiver Mindtrip nach allen - oder zumindest den meisten - Regeln der Filmkunst. Wen ich im Zuge dieses Reviews gänzlich verwirren konnte, der ist vielleicht genau jetzt in der richtigen Stimmung sich von der treffsicheren Ambivalenz von THE WALL noch ein klein wenig mehr verunsichern zu lassen. Ab hier jedoch auf eigene Gefahr...
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    0,0
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    5,0
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ø Wertung: 9,3/10 | Wertungen: 4 | Kritiken: 0