Silentium

  • Informationen zum Film
  • Silentium

  • Originaltitel:
    Silentium
    Genre:
    Krimi, Thriller
    Produktionsland:
    Österreich
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    24.09.2004
    Kinostart Deutschland:
    03.03.2005
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Wolfgang Murnberger
    Drehbuch:
    Wolf Haas, Josef Hader, Wolfgang Murnberger
    Musik:
    Sofa Surfers
    Darsteller:
    Herbert Fux, Gerhard Zemann, Josef Hader, Simon Schwarz, Joachim Król, Maria Köstlinger, Udo Samel, Jürgen Tarrach, Rosie Alvarez, Georg Friedrich, Anne Bennent, Luka Omoto, Johannes Silberschneider, Joachim Bißmeier, Karl Fischer, Wolfgang S. Zechmayer, Christoph Schlingensief, Dirk Stermann, Werner Brix, Wolf Haas, Peter Traxler, Franz X. Schuch, Tini Kainrath, Max Meyr, Sonnie Kreibich, Elias Pressler, David Heissig, Jutta Lin, Peter Streimel Weger, Martin Weinek
  • Inhalt
  • In Salzburg erregt ein Selbstmord Aufsehen. Gottlieb Dornhelm, der Schwiegersohn des Festspielpräsidenten, sprang offenbar vom Mönchsberg in den Tod. Doch es glauben nicht alle an Selbstmord. Die Witwe Konstanze Dornhelm (Maria Köstlinger) beauftragt den heruntergekommenen Detektiv und Ex-Polizisten Brenner (Josef Hader) mit der Klärung des mysteriösen Selbstmordes. Zweifellos hatte der Verstorbene nicht nur Freunde, speziell seitdem er öffentlich erklärte, der Erzbischof von Salzburg habe ihn vor 30 Jahren im Knabenkonvikt sexuell belästigt. Gemeinsam mit seinen Freund Berti (Simon Schwarz) nimmt Brenner die Ermittlungen auf. Erste Spuren führen ins Knabenkonvikt, in dem es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint... und auch der Präsident der Salzburger Festspiele scheint einiges zu verbergen zu haben...
  • Filmkritik
  • Die Lebenslust bringt dich um -----
    SILENTIUM ist nach KOMM SÜSSER TOD (2000) Wolfgang Murnbergers zweite Adaption einer Romanvorlage von Wolf Haas. Wieder ist die Hauptfigur der desillusionierte Privatdetektiv Brenner. Ein Antiheld wie er (buchstäblich) im Buche steht. Brenner trinkt, raucht, kifft und wirft Kopfschmerztabletten ein wie Popcorn, er lebt permanent am Rande seiner inneren Abgründe. Wie auch schon in KOMM SÜSSER TOD ist die Figur von Josef Hader perfekt dargestellt, seine lakonischen Bemerkungen und seine demonstrative Gleichgültigkeit machen Brenner zu einer ambivalenten Figur voll sarkastischer Komik und typisch österreichischen, morbiden Schmähs. Der Humor in SILENTIUM ist meist ziemlich schwarz, beißend und düster. Es finden sich viele Pointen im Film, die einem das Lachen im Halse stecken bleiben lassen. Ein durchwegs reizvolles Spiel mit dem Zuseher, das sich zeitweise so anfühlt wie wenn jemand am Zentralfriedhof Witze erzählt.

    Alle Teuferl weiße Gewandl -----
    SILENTIUM lässt zielsicher kein Fettnäpfchen aus, von sexueller Belästigung im Priesterseminar bis zu Mädchenhandel und Mord unter den Veranstaltern der Salzburger Festspiele. Die Teuferl im weißen Gewandl sind Erzbischöfe, Festspielpräsidenten, Opernsänger und der Regens des Marianums. Eine ziemlich konsequente Demontage des Establishments, manchmal ernsthaft und abgründig, manchmal karikierend und humorvoll. An dieser Stelle sei die köstliche Darstellung des Opernregisseurs, gespielt von Christoph Schlingensief, erwähnt. SILENTIUM nimmt sich kein Blatt vor dem Mund, ist auch in der bildlichen Darstellung meist ziemlich direkt und unverfroren und hüllt sich dabei in eine Atmosphäre, die düster über den Akteuren hängt. Das wird auch durch die gelungene Filmmusik der Sofa Surfers gekonnt unterstützt. Die Grenze zwischen Musik und diffusen Klangcollagen verschwimmt zusehends.

    Liebe macht herztod; Sprechverbot ----- Sowohl inhaltlich, wie auch stilistisch, ist SILENTIUM ähnlich seinem Vorgänger KOMM SÜSSER TOD. Es ist aber keine bloße Fortsetzung, die Hauptfigur (Brenner) wird in SILENTIUM weiterentwickelt. Obwohl die Story wieder einen Kriminalfall beschreibt, tendiert SILENTIUM doch deutlicher in die Richtung eines Thrillers, als der erste Film. Apropos Thriller - hierbei darf natürlich eine augenzwinkernde Hommage an Alfred Hitchcock's NORTH BY NORTHWEST (Der unsichtbare Dritte) nicht fehlen. In Summe gesehen ist SILENTIUM um einige Nuancen tiefer und düsterer als KOMM SÜSSER TOD. SILENTIUM verzichtet, im Gegensatz zum Vorgänger, auf eine Liebesgeschichte. Dieser Faktor streicht die emotionale Kälte des Films noch stärker heraus und das Gesamtkonzept wird dadurch noch effektiver. Trotzdem bleibt der Film ein durchwegs unterhaltsamer Thriller voll morbiden Charmes, der sowohl über die routinierte Inszenierung, als auch über die hervorragend agierenden Darsteller funktioniert. Amen!
  • Wertu
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    eXistenZ

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