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Van Helsing

  • Informationen zum Film
  • Van Helsing

  • Originaltitel:
    Van Helsing
    Genre:
    Action, Thriller, Abenteuer, Fantasy, Mystery, Drama
    Produktionsländer:
    USA, Tschechische Republik
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    05.05.2004
    Kinostart Deutschland:
    06.05.2004
    Kinostart USA:
    07.05.2004
    Verleiher Österreich:
    Universal Pictures International Austria
    Verleiher Deutschland:
    Universal Pictures International Austria
  • Inhalt
  • Am treffendsten wird der Inhalt des Films durch eine fehlende Inhaltsangabe beschrieben. Ich habe mich daher für diese Variante entschieden und verweise auf die Filmkritik.
  • Filmkritik
  • Monster Mash -----

    Multiple Monster Filme liegen momentan im Trend. Freddy Krueger liefert sich einen Infight mit Jason Voorhees, Vampire und Werwölfe treiben in UNDERWORLD ihr gemein(sam)es Unwesen und THE LEAGUE OF EXTRAORDENARY GENTLEMEN vereint überhaupt gleich die halbe Filmgeschichte in zwei Stunden. Dieser Trend ist freilich nichts neues, vielmehr erinnert er ans Hollywoodkino der 1940er Jahre, als Frankenstein erstmals auf den Wolfsmenschen traf (FRANKENSTEIN MEETS THE WOLF MAN, 1943) und die Universal Studios ihr gesamtes Monsterrepertoire in Filmen wie HOUSE OF FRANKENSTEIN (1944) bzw. HOUSE OF DRACULA (1945) aufmarschieren ließen. Den letzten Schrecken verloren die berühmten Filmmonster dann durch die 'Abbott und Costello' Komödien jener Zeit, was zur Folge hatte dass über Jahre hinaus keine ernsthaften Horrorfilme mit diesen Figuren produziert wurden. Der Schrecken war nachhaltig verloren, ein Genre demontierte sich selbst um nach mehrjähriger Konsolidierungsphase wieder neue Schrecken zu verbreiten. Wenn es stimmt dass sich Geschichte wiederholt, dann sind wir sechzig Jahre später exakt wieder bei diesen Punkt angekommen. Die einstigen Antihelden unserer schönsten Alpträume - Dracula, Frankenstein's Monster, Dr. Jeckyll und der Wolfsmensch - werden in VAN HELSING auf bewegliche Ziele im Fadenkreuz des Actionkinos reduziert und jagen mir ungefähr soviel Angst ein wie ein böse dreinschauender Snoopy...



    Big Baddabooom -----

    In VAN HELSING legt Regisseur Stephen Sommers (THE MUMMY, DEEP RISING) Wert auf zwei Dinge: Action und Effekte. Alles andere ist nicht einmal mehr sekundär, daran lässt der Film keinen Zweifel. Die (zumindest rudimentär vorhandene) Handlung des Films ist zwar einerseits sehr simpel, schafft es aber mit auffallender Kontinuität und Hartnäckigkeit sich selbst in Frage zu stellen, und sich letztendlich ad Absurdum zu führen. Das beginnt bei der z. T. höchst widersprüchlichen Handlungsweise der Figuren, zieht sich über explodierende Pferdekutschen (!) bis hin zu einen ziemlich eigenwilligen geographischen Konzept, in dem Ortswechsel über hunderte, bzw. tausende Kilometer Entfernung ungefähr so viel Zeit kosten wie das Verlassen des Kinosaals. Trotz einer Laufzeit jenseits der zwei Stunden verzichtet das Drehbuch nahezu völlig auf eine Charakterisierung seiner Figuren und 'belästigt' den Kinobesucher statt dessen mit haarsträubenden Dialogen, wie zB. jenen zwischen Carl (David Wenham) und Frankenstein's Monster (Shuler Hensley): 'Aren't you supposed to die?' - 'But I want to live!' - 'Alright.' Als ihr Bruder stirbt, huscht Anna (Kate Beckinsale) rasch an seine Seite um kurze zwei Tränen zu zerdrücken (macht ca. 7 Sekunden), und flugs geht's weiter zur nächsten Actionszene. Am Ende ist es lediglich der Nonstop-Action zu verdanken, dass VAN HELSING nicht zum völligen Desaster gerät. Der Film legt vom Start weg ein hohes Tempo vor welches er konsequent über die gesamte Laufzeit beibehält. Obwohl dabei viele sehenswerte Fights und Konfrontationen ausgetragen werden, wie zB. der spektakuläre Angriff der geflügelten Vampirfrauen auf die Bewohner eines transsilvanischen Dorfs, ist es in Summe aber einfach zu viel des Guten. VAN HELSING ist beiweiten zu überfrachtet, die Action viel zu übertrieben und überdimensioniert.



    Obwohl Stephen Sommers mit VAN HELSING einen ähnlichen Mix aus Action, Horror und Humor anstrebt wie in THE MUMMY, funktioniert die Mischung diesmal leider nicht. In THE MUMMY sind die drei Zutaten wesentlich besser ausbalanciert, der Humor des Films kommt aus den Figuren bzw. aus den Performances der Darsteller und der Mix kippt nicht gänzlich in eine Richtung. Der Humor von VAN HELSING reduziert sich jedoch auf gelegentliche 'One-Liners', die hauptsächlich von Hugh Jackman's Anhängsel Carl (David Wenham) zwischen zwei Actionszenen vorgetragen werden, und seiner Figur lediglich die Funktion eines Pausenclowns zukommen lässt. Ähnlich verhält es sich mit der Filmmusik von Alan Silvestri (THE ABYSS). Sein eher mittelprächtiger Actionmovie Score hat die Schlacht um die Tonspur ziemlich deutlich an die Sound FX Crew verloren. Die Musik ist nahezu nicht wahrnehmbar, sie wird ebenfalls unter mehreren Tonnen Action Gedröhne begraben.



    Synthetic cinema -----

    Der zweite (und letzte) Focus von VAN HELSING liegt bei den visual Effects. Die Credits des Films lesen sich wie ein Branchenverzeichnis der Special Effects Industrie. Alles da - von ILM bis Weta Digital. Bemerkenswert ist die Dichte der Effekte, es findet sich kaum eine Einstellung im Film, die nicht nachträglich durch den Computer gejagt wurde. Die Qualität der FX ist dabei recht unterschiedlich. Am besten sind die bizarren Vampirbräute visualisiert, der digitale Wolfmensch wirkt im Vergleich dazu eindeutig zu künstlich, sowohl optisch als auch in seinen Bewegungsabläufen. Ein weiterer Schwachpunkt in der FX-Palette bilden alle Szenen, in denen Wasser vorkommt. Die Umsetzung ist ähnlich schlecht wie in LXG, speziell dann wenn eine Filmfigur mit dem CG-Wasser interagiert. Ansonsten ist die Interaktion der CGI-Figuren, speziell jene mit den Schauspielern, aber nahezu perfekt inszeniert. Die geflügelten Vampirfrauen stürzen sich aus der Luft herab auf ihre Opfer und reißen sie im wirklich sehenswerten Zusammenspiel zwischen visual FX und Darstellern in die Höhe. In solchen Szenen liegt die primäre Stärke von VAN HELSING. In Verbindung mit einer äußerst dynamischen Kameraführung entwickeln die rasant geschnittenen Actionsequenzen des Films durchaus eine gewisse Anziehungskraft, die über manche inhaltliche Mängel hinwegtäuschen kann.



    Was für die Action gilt, gilt ebenso für die Effekte: VAN HELSING ist so dermaßen damit überfrachtet, dass menschliche Darsteller fast schon 'störend' wirken. Die FX sind ein weiteres Indiz dafür wo der eigentliche Focus des Regisseurs liegt, der den Film letztendlich zur handwerklich sehr zwiespältigen Angelegenheit macht. Einerseits werden Millionen für teure CGI's aufgewendet, anderseits scheitert es bei simplen Standardshots. Als Van Helsing (ziemlich hölzern dargestellt von Hugh Jackman), Anna und Carl mitten in der Nacht durch den Wald streifen, ist es durch die völlig unangebrachte Ausleuchtung taghell! Übrigens nicht die einzige handwerkliche Schlamperei dieser Art... Wäre es ein $500.000 B-Movie würde ich kein Wort darüber verlieren, dass aber ein Film, der viele Millionen Dollar für Technik ausgibt letztendlich am kleinen 1x1 der Filmschule scheitert finde ich doch etwas verstörend...



    In Summe ist VAN HELSING ein typisches Beispiel des synthetischen 'schneller-höher-spektakulärer' Hollywood Actionkinos der CGI-Ära. Ein überlanger Videoclip mit dem visuellen Konzept eines PS2-Games. Obwohl er weitaus kurzweiliger und unterhaltsamer ist als zB. THE LEAGUE OF EXTRAORDENARY GENTLEMEN, ist er aufgrund seiner Machart aber auf die Funktionsweise eines hirnlosen Actionmovies beschränkt, dass weder sonderlich witzig ist und schon gar nicht als Horrorfilm durchgeht. Einzig die Eröffnungsszene - in S/W gedreht - bildet eine liebevolle Hommage an die Genreklassiker und hebt sich wohltuend vom Rest des Films ab. Sollte sich die Filmgeschichte also doch wiederholen, dann ist VAN HELSING vielleicht jener Wendepunkt an den das Genre vorerst zugrunde geht, aber einige Zeit später wiederaufersteht um die Fans wieder wirklich zu erschrecken...
  • Wertungen
  • Story
    0,0
    Musik:
    1,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    0,0
    Spannung:
    1,0
    Darsteller:
    2,0
    Gesamt:
    2,0
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