Gothika

  • Informationen zum Film
  • Gothika

  • Originaltitel:
    Gothika
    Genre:
    Thriller, Mystery, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2003
    Kinostart Österreich:
    12.03.2004
    Kinostart Deutschland:
    11.03.2004
    Kinostart USA:
    21.11.2003
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Mathieu Kassovitz
    Drehbuch:
    Sebastian Gutierrez
    Musik:
    John Ottman
    Darsteller:
    Kwasi Songui, Matthew G. Taylor, Michel Perron, Amy Sloan, John Carroll Lynch, Penélope Cruz, Robert Downey Jr., Charles S. Dutton, Al Vandecruys, Halle Berry, Bernard Hill, Dorian Harewood, Bronwen Mantel, Kathleen Mackey, Andrea Sheldon, Anana Rydvald, Laura Mitchell, Noël Burton, Benz Antoine, Andy Bradshaw, Jason Cavalier, Jasson Finney, Terry Simpson, Caroline Van Vlaardingen, Noah Bernett
  • Inhalt
  • Das Leben der Psychologin Miranda (Halle Berry) wird jäh auf den Kopf gestellt als sie in einer regnerischen Nacht einen Autounfall hat. Ein Mädchen steht mitten auf der Straße, Miranda verreißt das Steuer und endet im Straßengraben. Als sie wieder zu sich kommt findet sie sich als Patient in jener Anstalt wieder, in der sie zuvor als Psychologin gearbeitet hat. Alles deutet darauf hin, dass sie ihren Ehemann Dr. Douglas Grey (Charles Dutton) grausam ermordet hat. Die Beweise gegen sie sind erdrückend und ihre Erinnerung an jene Nacht wage. In ihrer Zelle erhält sie überdies höchst seltsamen Besuch - es ist das Mädchen, dass sie bereits in der Mordnacht gesehen hat. Wie sich herausstellt ist dieses Mädchen vor Jahren gestorben...
  • Filmkritik
  • I see dead people.... again ----------
    Der Film schwimmt auf der Welle der momentan zu Hauf produzierten Ghostmovies. Finstere Gänge, flackernde Lichter, mysteriöse Geheimnisse und die unheimlichen Geister der Verstorbenen, welche die Lebenden einholen. Das sind die primären Ingredienzien zur Zeit populärer Kinotrends. GOTHIKA vereint all diese Elemente in sich und versucht darüber hinaus dem Zuseher noch weitere Genrerichtungen zu bieten - nicht immer zum Vorteil des Films. Was als (mehr oder weniger) geist-reicher Mysterythriller beginnt, zerfleddert mit zunehmender Laufzeit in die Anzahl seiner Storytwists. Die Geschichte fängt im Finale des Films an Bocksprünge aufzuführen, jedwede Logik und Glaubhaftigkeit geht über Bord dieses Ghost Ships. Letztendlich bin ich angesichts dieses Cocktails aus viel zu vielen Zutaten weder geschüttelt, noch gerührt.

    Obwohl sich die Besetzungsliste durchaus sehen lassen kann, ist GOTHIKA leider nicht in der Lage die Theorie in die Praxis umzusetzen. Halle Berry mutiert über 90 Minuten hinweg zum eigentlichen Quälgeist des Films und am Ende könnte man fast meinen eine neue Definition des Wortes 'deplaziert' entdeckt zu haben. John Carroll Lynch ist sichtlich bemüht seiner eher farblosen Filmfigur ein paar Charakteristika abzuringen, doch es bleibt offensicht(!)lich beim guten Willen. Charles Dutton's Figur stirbt ohnehin gleich am Anfang des Films, womit seine Präsenz über einen Kurzauftritt nicht hinaus kommt. Die löbliche Ausnahme bildet primär Robert Downey Jr., dessen vielschichtige und abwechslungsreiche Darstellung zwischen charmanten möchte-gern-Lover, schrulligen Antihelden und geradlinigen Analytiker gekonnt hin und her pendelt, dass es eine wahre Freude ist ihm zuzuschauen. Irgendwie schafft er es dabei in jeder Phase seine Figur glaubhaft auszubalancieren und zusammenzuhalten. Er ist ohne Zweifel das darstellerische Highlight des Films! Weiters erwähnenswert ist noch Penélope Cruz, die zwar von einer 'dankbaren' Rolle profitiert aber nichts desto trotz sowohl glaubhafte Intensität, als auch stille Resignation gut zu verkörpern vermag.

    Auch wenn sich der Film zeitweise dehnend langsam von Szene zu Szene schleppt, vorhersehbare Richtungen sich mit einer im Kreis drehenden Handlung abwechseln, vermag es Regisseur Mathieu Kassovitz (LES RIVIÈRES POURPRES / Die purpurnen Flüsse) mit seinem Stil über manche Schwächen hinwegzutäuschen. Die Kamera ist häufig in Bewegung, die Bilder entwickeln selbst in langsamen Szenen eine gewisse Dynamik, die den Zuseher mit einigen interessanten Perspektiven bei der Stange hält. Kamera und Ton (bzw. Soundeffects) lassen die eine oder andere Schocksequenz funktionieren und den Film mitunter unheimlicher wirken, als er eigentlich ist. Wie bereits in LES RIVIÈRES POURPRES macht er auch GOTHIKA wieder keinen Hehl aus den stilistischen Einflüssen des italienischen Regisseurs Dario Argento, dessen Film TENEBRE er wieder mit einer gut eingesetzten Hommage würdigt.

    Fazit: Sind wirklich unheimliche Ghostmovies eine Domäne der Asiaten? Wenn man vor GOTHIKA dieser Meinung war, wird einem dieser Film nur noch darin bestärken! An Gänsehaut Atmosphäre fehlt es an allen Ecken und Enden und trotz aller Bemühungen um einen kniffligen Plot wird GOTHIKA auch nicht zum ausgeklügelten Thriller. Was bleibt ist nettes Kino-Fastfood, eine über weite Strecken ansprechende Regieleistung, Robert Downey Jr. und der Mantel des Schweigens, der sich nach einmaligen Ansehen über den Film ausbreiten wird.
  • Wertu
  • Story
    1,5
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    1,5
    Spannung:
    2,5
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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In 90 Minuten vom Thriller zum Geisterfilm und wieder zurück und noch einmal in die andere Richtung und [...]

Regisseur Mathieu Kassovitz zeichnete sich vor einigen Jahren schon für die Verfilmung von „Die Purpurnen Flüsse“ verantwortlich, einem recht konfusen Film zu einem genialen Buch, bei dem im Bonusmaterial sowohl Kassovitz als auch Jean Reno und Vincent Cassel (die beiden Hauptdarsteller) meinten, den Film nicht zu 100% verstanden zu haben.
Nun, das dürfte bei „Gothika“ eigentlich nicht anders sein.

Zugegeben, der Film beginnt ziemlich gut und führt die Hauptdarsteller und auch die anderen Charaktere sowie ihre Beziehungen zueinander routiniert und ohne unnötige Längen ein. Dann erfolgt plötzlich ein guter Storytwist und sowohl Halle Berry als auch der Zuschauer verläuft sich in einer komplett neuen Situation. Dieses Handlungselement wirkt noch genial und die Suche nach der Aufklärung verspricht nach einem genialen Thriller.

Leider weit gefehlt. Der Drehbuchautor hielt es für notwendig, aus diesem als Thriller leicht und auch spannend inszenierbaren Film nicht nur einen Mystery-Thriller sondern gleich einen Geisterfilm zu machen. Dadurch verliert der Streifen die zu beginn toll aufgebaute Authentizität schlagartig wieder und verkommt zu einem seichten wie unglaubwürdigen Durchschnittsfilm.

Selbst die bekannten DarstellerInnen Halle Berry, Robert Downey Jr., Charles S. Dutton und Penelope Cruz können das schwache Skript nicht retten. Wie auch bei „Die Purpurnen Flüsse“ hat man hier das Gefühl, dass selbst die Produktionscrew über weite Strecken im Dunklen geblieben ist was den wirklichen „Sinn“ dieser Handlung ausmacht. Da konnten leider auch Produzenten wie Robert Zemeckis und Joel Silver nichts mehr retten.

David Lynch hat in der Vergangenheit bereits mehrmals zugegeben, seine eigenen Filme nicht zu 100% zu durchschauen, dass dies aber gleichzeitig deren Magie ausmache. Nun, wirklich durchschauen wird man „Gothika“ auch nicht ... nur von Magie fehlt leider auch jede Spur.

Fans japanischer Kultgrusler könnten mit der an diese Filme angelehnten US-Adaption durchaus ihre Freude haben, wer allerdings einen spannenden Thriller erwartet (wie es der überlange Text auf dem Backcover der DVD eigentlich verspricht) könnte im Endeffekte etwas enttäuscht werden und sich vor allem gegen Ende des Filme einfach nicht mehr auskennen.

geschrieben am 24.07.2011 um 20:29

Cover

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ø Wertung: 6,6/10 | Wertungen: 7 | Kritiken: 1