The Governator -----
Die aufwendig geführte, geschickt inszenierte Wahlkampagne von Schwarzenegger setzt primär auf die Vermarktung seiner Person. Fragen nach politischen Inhalten werden gekonnt übergangen, die Marketing Show steht im Vordergrund. Gut 200 Journalisten werden in vier Bussen von Veranstaltung zu Veranstaltung gekarrt, auf ein Interview mit Schwarzenegger warten sie aber vergeblich. Inhaltliche Fragen wurden nur sehr vage beantwortet, viele überhaupt nicht. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Wahl zum Popularitätswettbewerb gerät, in dem der amtierende Gouverneur Davis dem 'Terminator' absolut nichts entgegenzusetzen hat. Politische Themen und Inhalte blieben weit im Hintergrund der plakativen Personality-Show.
The Others -----
Der Film beleuchtet auch das z. T. hochgradig skurrile Feld der 134 weiteren Kandidaten. Vom Pornosternchen Mary Carey, über Berufsclowns, Bierfabrikanten bis hin zu Larry Flynt, Herausgeber des Hustler Magazins, ist alles vertreten. Bald wird klar, dass viele Kandidaten die Gelegenheit nur nützen um sich in Szene zu setzen, oder um ein Produkt zu promoten, dass absolut nichts mit Politik zu tun hat. Ein findiger TV-Sender ruft eine Game Show ins Leben, in der verschiedene Kandidaten auftreten um Quizspiele bestreiten. Leider scheitern sie aber schon daran, den Namen Schwarzenegger korrekt zu buchstabieren... Zwei junge Männer, ebenfalls Anwärter für den Gouverneursposten, bringen es auf den Punkt: Sie nehmen nur an der Wahl teil um Werbung für ihr Bier zu machen, sagen sie grinsend im Interview. Und fügen sarkastisch hinzu: 'Wenn zwei Leute wie wir für den Gouverneursposten des Bundesstaates mit der größten Wirtschaftskraft des Landes kandidieren können, dann ist doch irgendwo ein Fehler im System, oder?'
Showtime(s) -----
Der Film beschreibt den Wahlkampf als absurdes Spektakel, die Wahl selbst als demokratiepolitische Antithese im Land der begrenzten Unmöglichkeiten. Gewählt wird die beste Show, der Politiker ist in erster Linie Medienstar. Dieser Trend ist jedoch nicht spezifisch amerikanisch, auch wenn Europäer das gerne so sehen. In der Mediengesellschaft beschäftigen Politiker Heerscharen von Imageberatern, Marketingstrategen und Werbefachmänner, die alle ein Ziel haben. Kurze Kernaussagen in schöne Verpackungen zu hüllen und sie damit für das Fernsehpublikum leicht konsumierbar zu machen. Die Zeiten, in denen man mit guten Ideen weiterkam sind vorbei. Die (Selbst)inszenierung in den Medien wird immer stärker betrieben, plakative Imagezerrbilder ersetzen politische Inhalte. Genau diese Themen behandelt HOW ARNOLD WON THE WEST, illustriert sie am Beispiel der kalifornischen 'Recall Election'. Besonders deutlich wird das immer dann, wenn die Regisseurin die Wahlkampf Journalisten beobachtet und zu Wort kommen lässt. Früher genügte es für die Berichterstattung, wenn Journalisten das Ereignis beobachten und dann darüber berichten. Heute liegt der Zugang zur Story oft darin, dass man die Journalisten beobachtet, die das Ereignis beobachten.... und dann über beides berichtet.
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.