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Ladykillers

  • Informationen zum Film
  • Ladykillers

  • Originaltitel:
    The Ladykillers
    Genre:
    Komödie, Krimi, Thriller
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    29.07.2004
    Kinostart Deutschland:
    29.07.2004
    Kinostart USA:
    26.03.2004
  • Inhalt
  • Eine Gruppe Ganoven, angeführt von Professor G.H. Dorr (Tom Hanks), quartiert sich im Haus der alten Lady Marva Munson (Irma P. Hall) ein. Ihr Ziel ist es, das örtliche Casino zu berauben. Sie geben sich als Musiker aus, doch anstelle im Keller des Hauses zu proben, graben sie einen Tunnel zum Tresorraum des Casinos... Als sie nach erfolgreichen Raub das Geld im Keller stapeln, schöpft die alte Dame Verdacht. Zeugen sind natürlich nicht erwünscht, schon gar nicht wenn sie Meldung bei der Polizei machen könnten. Ein neuer Plan wird gefasst - einer von ihnen muss die alte Lady umbringen! Leichter gesagt, als getan....
  • Filmkritik
  • Ab in den Süden! -----
    Joel und Ethan Coen's THE LADYKILLERS ist ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1955. Die Wiederverfilmung ist im Süden der USA angesiedelt, gedreht wurde u. a. in Mississippi. Wie auch schon in früheren Filmen (z.B. FARGO), verstehen es die Regisseure den Flair des jeweiligen Schauplatzes in den Film einfließen zu lassen, und ihn in liebevoll übersteigerter Art und Weise auf's Korn zu nehmen. Der köstliche Südstaaten Akzent der Akteure wird zum äußerst gewöhnungsbedürftigen Dialekt überzogen. Wer mit Renée Zellweger's Aussprache in COLD MOUNTAIN kein Verständnisproblem hatte, dem sei an dieser Stelle die amerikanische Originalversion von THE LADYKILLERS empfohlen. Das Ambiente und die Mentalität der handelnden Personen sind mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Sie bilden zweifellos eine Stärke des Films und werden durchgängig von Gospelmusik begleitet und abgerundet. Die Darsteller bieten ein buntes Sammelsurium an grotesk überzogenen Typen, besonders Tom Hanks in der Rolle des Ganoven Professor G.H. Dorr ist köstlich. Ebenso hervorzuheben sind die Performances von Irma P. Hall (die titelgebende 'Lady' Marva Munson) und J.K. Simmons (SPIDER-MAN 1 & 2). Nur Marlon Wayans (SCARY MOVIE) steht hier über weite Strecken deutlich zurück.

    You brought your bitch to the Waffle Hut? -----
    THE LADYKILLERS ist zwar eine unterhaltsame Komödie mit großteils guten Schauspielern, die Originalität, die viele Filme der Coen Brüder bis jetzt ausmachte, hält sich jedoch in sehr engen Grenzen. Die Geschichte ist äußerst vorhersehbar, birgt kaum Überraschungen und es gibt wenige Pointen, die es in ihrer bösartigen Abgründigkeit mit dem Witz früherer Filme aufnehmen können. Der Humor ist ziemlich simpel und bläst dem Zuseher direkt ins Gesicht wie ein sommerlicher Sturm. Nur wenige Szenen leisten sich so etwas wie die Qualität der Verstörung, oder den Mut zur Geschmacklosigkeit. Charaktere wie z. B. das erfrischend seltsame 'Mountain Girl' (Diane Delano) bilden eine löbliche Ausnahme, gelacht soll primär darüber werden wo sich der kleinste gemeinsame Nenner findet. Genau hier verläuft die feine Grenze zwischen Komik und Klamauk...

    Last Exit Hollywood? -----
    Fans der Coen Brüder werden sich wahrscheinlich daran stoßen, dass THE LADYKILLERS (zu) offenkundig mit dem Mainstream liebäugelt und eher wie die Hollywood Version eines Coen Brothers Film wirkt. War bereits ihr letzter Film (INTOLERABLE CRUELTY) ein Schritt in Richtung Mainstream, dann sind sie mit THE LADYKILLERS letztendlich dort angekommen. Die Zeiten hintergründig, melancholischer Ironie (BARTON FINK), subversiver Komik (THE BIG LEBOWSKI), sublimer Satiren (FARGO), und an den Grenzen der Unzugänglichkeit inszenierter Possen (O BROTHER, WHERE ART THOU?) scheinen erst mal vorbei zu sein. Ein Stil, der sich bis jetzt frech, und voller Enthusiasmus auf die Seite des Independent Kinos gestellt hat, der seine Freiheiten abseits des Mainstreams sichtlich genossen und in vielen Filmen gefeiert hat, findet mit THE LADYKILLERS sein vorläufiges Ende. THE LADYKILLERS ist eine Komödie mit 'Coen Touch', das sollte man jedoch bitte nicht mit einen Coen Brothers Film verwechseln! Die Pointen sind zu simpel, weitaus zu direkt und - das ist das Schlimmste - meist nicht wirklich witzig. Über 100 Minuten hinweg verstärkt sich der Eindruck, das alles schon einmal (besser) gesehen zu haben immer mehr - und damit meine ich nicht das 1955er Original! Der Punkt ist: THE LADYKILLERS ist keine wirklich schlechte Komödie. Das Problem ist: Den Film, so wie er jetzt aussieht, hätte 'jeder' machen können. Die Frage ist: Will ich einen Coen Film sehen, oder einfach eine 'nette', unterhaltsame Komödie?

    Genau aus dieser Überlegung ist die Gesamtbewertung (2,5 Punkte) am Ende dieses Reviews entstanden. Sie bildet nur eine Basis und ist sozusagen interaktiv, soll den Leser miteinbeziehen. Leidenschaftliche Coen Brothers Fans ziehen einen Punkt ab, alle anderen dürfen einen Punkt hinzuzählen. Während dessen trauere ich um den Verlust zweier guter Freunde...
  • Wertungen
  • Story
    2,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    1,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
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