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Die Frauen von Stepford (2004)

  • Informationen zum Film
  • Die Frauen von Stepford (2004)

  • Originaltitel:
    The Stepford Wives
    Genre:
    Komödie, Thriller, Sci-Fi
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    16.07.2004
    Kinostart Deutschland:
    15.07.2004
    Kinostart USA:
    11.06.2004
  • Inhalt
  • Joanna (Nicole Kidman) wähnt sich am Höhepunkt ihrer steilen Karriere. Doch eine der von ihr produzierten TV-Shows geht schief. Ein Teilnehmer dreht durch, der TV-Sender dreht den Hahn ab und Joanna ist ihren hochbezahlten Job los. Gemeinsam mit ihren Ehemann Walter (Matthew Broderick) und ihren zwei Kindern, zieht Joanna in das kleine Örtchen Stepford um diese Niederlage zu verdauen. Kleinstadtidylle anstelle von Großstadt-Stress soll die angeschlagene Ehe wiederbeleben... In Stepford scheint es jedoch nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Liegt es wirklich nur an Joanna selbst, die mit ihren schwarzen City Outfit in der vorstädtischen Pastellfarben Hölle gänzlich deplaziert wirkt, oder sind die Frauen von Stepford tatsächlich so seltsam wie sie auf Joanna wirken? Sind diese Kuchen backenden, ihren Männern unterwürfigen Hausfrauen und ewig lächelnden Putzteufel echt?

    Als Joanna's Freundin Bobbie (Bette Midler) buchstäblich über Nacht wie ausgewechselt wirkt, kommt Joanna dem Geheimnis auf die Schliche. Die Frauen von Stepford sind allesamt Roboter - programmiert auf die Idealvorstellungen ihrer Männer!
  • Filmkritik
  • Portrait of an American Family -----
    Der Remake erprobte Regisseur Frank Oz (LITTE SHOP OF HORRORS) nimmt sich mit THE STEPFORD WIVES des bereits 1975 von Bryan Forbes verfilmten Romans von Ira Levin (Rosemary's Baby) an und schlägt dabei gänzlich andere Wege ein als der erste Film. THE STEPFORD WIVES ist primär eine schrille, bissige und bunte Gesellschaftssatire, die den Geschlechterkampf genauso aufs Korn nimmt wie typisch amerikanische Klischees der perfekten Vorstadtidylle. Aufgesetzte Freundlichkeit, heile Welt und Happiness bis zum Abwinken werden zum idealen Familienbild stilisiert, gleichzeitig jedoch als grotesk übersteigerter Alptraum des Individualismus inszeniert. Eine Gratwanderung, die durch einen Mix aus unterschwelligen Sarkasmus und überzogenen Pointen durchaus ihren Reiz hat. Inmitten einer Handlung die vor Selbstbewusstsein strotzende Karrierefrauen zu biederen, unterwürfigen Hausmütterchen werden lässt, thematisiert der Film (trotz der skurrilen Komik) durchaus auch inhaltlich diffizilere Terrains im Verhältnis der Geschlechter zueinander. Ob man gewillt ist einer kunterbunten Unterhaltungssatire ernsthafte Themen abzuringen, oder es vielmehr als offenes Munitionslager für Geschlechterkonflikte aller Art gebraucht, liegt zweifellos im Ermessen des Betrachters...

    She's got the Look -----
    Visuell kommt THE STEPFORD WIVES als aufpoliertes 50er Jahre Revival daher. Set- und Costume Designer haben sich alle Mühe gegeben jedes Bild mit bekannt typischen 50er Jahre Klischees zu überfrachten. Kleider mit Blumenmustern, Pastellfarben wohin man blickt und liebevoll inszenierter Kitsch erschlagen das Auge. Ein äußerst gelungenes Overacting von Nicole Kidman, Glenn Close und vor allem von der köstlich agierenden Bette Midler fügen sich in ein Gesamtkonzept ein, welches sämtliche männliche Darsteller - von Matthew Broderick bis Christopher Walken - ziemlich deutlich in den Hintergrund spielt. David Arnold's Score legt noch eins drauf und rundet ein in Summe sehr überdrehtes, phasenweise nahezu hysterisches, Zerrbild effizient ab.

    Endstation Sehnsucht? -----
    Obwohl der Film viele inhaltlich interessante Themen anreißt, ist Regisseur Oz in keinster Weise in der Lage sie am Ende entsprechend aufzulösen. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die letzte Viertelstunde des Films versucht es allen recht zu machen. Inhaltliche Bösartigkeiten werden abgewiegelt und Sympathien sowohl an die weibliche, wie auch an die männliche Zielgruppe verteilt. Ein höchst enttäuschender Spagat, der letztendlich das Gesamtkonzept des Films gehörig ins Wanken bringt. Das so gekonnt aufgestaute Konfliktpotenzial wird in keinster Weise aufgearbeitet, der Film bewegt sich statt dessen in platten Rechtfertigungen und haarsträubenden Erklärungsversuchen und opfert dabei sämtliche Konsistenz. Dazu gesellen sich formale Schnitzer, wie zB. in jener Szene in der Walter vor die Wahl zwischen seiner echten Joanna und der 'optimierten' Robot-Ehefrau Joanna gestellt wird. Für ihre Figur ist diese Szene der exakte Kontrapunkt zu der Situation in der sich der Teilnehmer ihrer eigenen TV-Show am Anfang des Films befand. Er musste sich zwischen seiner Ehefrau und einer hübschen Gespielin entscheiden. Jetzt ist Joanna in der Situation des Objektes, welches ihr Ehemann bevorzugen oder ablehnen kann wie ein Stück Torte. Diese Szene hätte einen schönen dramaturgischen Bogen um ihre Figur gespannt, wurde aber leider nicht ausgespielt sondern so frühzeitig abgewürgt, dass sie kaum zur Geltung kommt. Zweifellos eine vergebene Chance! Ähnlich geht der Film im farblosen Finale mit allen weiteren Themen um - die Endstation Sehnsucht wirkt als zutiefst deplaziertes Ende, das einen schalen Nachgeschmack als Dessert eines sonst abwechslungsreichen Dinners hinterlässt.

    THE STEPFORD WIVES ist letztendlich nicht mehr als ein gelungener Fehlschlag, der seinen eigenen Stil entwickelt, seine Themen anfangs gekonnt positioniert, aber deutlich sichtbar daran scheitert, dass er sich letztendlich vor seiner Thematik drückt.
  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    1,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    2,0
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