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Troja

  • Informationen zum Film
  • Troja

  • Originaltitel:
    Troy
    Genre:
    Romanze, Action, Geschichte, Drama
    Produktionsländer:
    USA, Malta, UK
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    14.05.2004
    Kinostart Deutschland:
    13.05.2004
    Kinostart USA:
    14.05.2004
  • Inhalt
  • Paris (Orlando Bloom), Prinz von Troja, beschließt sein Liebchen, die schöne Helena (Diane Kruger), von Sparta nach Troja zu bringen um dort mit ihr zu leben. Ihr Ehemann, König Menelaus von Sparta (Brendan Gleeson), kann diese 'Entführung' keinesfalls hinnehmen. Gemeinsam mit seinen machtgierigen Bruder, König Agamemnon (Brian Cox), schickt er eine riesige Armee nach Troja. Es beginnt ein langer Kampf um die gut befestigte Stadt...
  • Filmkritik
  • McHistory -----
    Wer glaubt im Kino seine Literatur- oder Geschichtskenntnisse auffrischen zu können ist am Holzweg. Etwaige Ähnlichkeiten sind natürlich rein zufällig und vom Regisseur nicht beabsichtigt. Steht sogar in den Endcredits - man beachte die differenzierte Formulierung: Statt mit 'based upon' wird mit 'inspired by' auf Homers Ilias verwiesen. TROY ist der McHistory Burger, der für begrenzte Zeit in den Kinos feilgeboten wird und die diesjährige Serie der großen Hollywood Blockbuster einläutet. Um etwaige Geschmacksnuancen braucht man sich nicht wirklich zu kümmern, unter der fetten Sauce schmeckt dann ohnehin alles gleich. Und so pickt sich Regisseur Wolfgang Petersen (DAS BOOT, THE PERFECT STORM) ein paar Eckpunkte aus der Erzählung, um sie dann nach belieben zu verändern. Aber darum geht's ja nicht, denn wenn bereits nach 30 Minuten tausende feindliche Schiffe vor Troja stehen und sich die Kämpfer in die Schlacht stürzen wollen 'wir' ohnehin nur unterhalten werden, oder?

    Making of Schinken -----
    Für das Sandalen Spektakel hat Warner Bros. tief in die Tasche gegriffen, die Produktion hat ungefähr $185 Millionen verschlungen. Glücklicher Weise kann Regisseur Petersen das Riesenbudget auch visuell umsetzen und verlässt sich nicht ausschließlich auf die CGI-Trickkiste. Die Sets, die Ausstattung, die Bauten und die vielen Kostüme bilden einen optisch willkommenen Ausgleich zu den Computereffekten, sodass der Film in Summe durchwegs ausgewogene Bilder entwickelt, die nicht allzu synthetisch wirken. Die Kamera ist viel in Bewegung. Luftaufnahmen, Kamerakräne und -fahrten sorgen dafür, dass der Film eine visuelle Dynamik entwickelt die auf großer Kinoleinwand durchaus ihren Reiz hat. Die Effekte sind großteils gelungen, die Macher dürften aber offenbar einige Zweifel gehegt haben, wurden die CGI-Soldaten im Bildhintergrund doch meist hinter einer Sandwolke 'versteckt'. Die Besetzungsliste von TROY geizt nicht mit Stars und bekannten Gesichtern: Brad Pitt, Eric Bana, Peter O'Toole, Brian Cox, Sean Bean und Orlando Bloom tummeln sich im Kampfgewühl. Die Leistungen der Darsteller sind großteils ganz passabel. Einziger wirklich drastischer Fehlschlag ist Orlando Bloom. Er wirkt offensichtlich desorientiert und planlos, versteht es in keiner Phase des Films seine Figur (Paris) auch nur ansatzweise zu entwickeln und verkommt mehr als einmal zur unfreiwillig komischen Lachnummer. Die vielen Schlachten und Zweikämpfe des Films sind routiniert und spektakulär in Szene gesetzt. Manchmal jedoch verzettelt sich der Schnitt in viel zu schnell aneinander montierten Bildfragmenten und zerhackt damit den sonst sehr flüssigen Ablauf in viele kleine Teilchen, die sich am Ende nicht mehr zu einer kontinuierlichen Szene zusammenfügen lassen. Glücklicher Weise wird diese Schnitttechnik aber relativ selten eingesetzt und bleibt somit als kurzer, aber augenscheinlicher Stilbruch stehen.

    Sandalös -----
    Aus technischer Sicht betrachtet ist TROY ein versiert inszenierter Film ohne haarsträubende Fehler. Kleine Unzulänglichkeiten bei den CGI's und einem klar erkennbaren Hector 'Dummy' welchen Achilles hinter seinem Pferdewagen nachschleift, bilden eher die Ausnahme. Auch stilistisch hat Regisseur Wolfgang Petersen einen großteils sehenswerten Film zustande gebracht, der mit spektakulären Bildern und einen interessanten Einsatz der großartigen Filmmusik von James Horner aufwartet. Als die feindlichen Soldaten mitten in der Nacht die Stadt Troja niederbrennen, wird die Tonspur nicht von typischen Actionfilmmusik Getöse eingenommen, sondern ein subtiler Score eingesetzt, der in ziemlich effektiver Art und Weise gegen die Bilder arbeitet. Das alles kann aber nicht über die deutlich erkennbaren Schwächen im Umgang mit der Story hinwegtäuschen und auch die pathetischen Dialoge sind nicht gerade als episch zu bezeichnen. Das Drehbuch sorgt wiederholt für unfreiwillige Komik und setzt das Niveau des Films gekonnt um ein paar Etagen tiefer. Wen wundert es am Ende noch, dass dieser Hochglanz Kriegsfilm sich in Wahrheit vor seinem Thema (Krieg) drückt und es primär mit an blanke Naivität grenzenden Heldenpathos abhandelt. Nach knapp drei Stunden sollten die Sympathien der Zuseher ohnehin schon längst in den höchst ehrenhaften, und eigentlich ganz netten Mördern aufgegangen sein. Krieg ist in TROY eben doch was geiles, schließlich zählt ja ohnehin nur der Unterhaltungswert, oder doch nicht? Ins Kino mit Gebrüll...!
  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    1,5
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,0
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