Nicolas Cage konnte seine Popularität in den letzten Jahren wohl nicht unbedingt steigern, ganz im Gegenteil. Mit Filmen wie Wicker Man oder Bangkok Dangerous hat er sicher den ein oder anderen Fan verloren, auch Next und Ghost Rider kamen nur bedingt gut an. So kam es auch, dass Cage in den Medien immer wieder herhalten musste, doch dass er auch seit der Jahrtausendwende gute Filme gedreht hat wird dabei oft vergessen. Knowing war ein wirklich guter SciFi-Thriller, Bad Lieutenant eigenwillig aber gut (Herzog-Film eben) und die Tempelritter-Filme konnten ebenfalls unterhalten. Der Beste in dem er aber in den letzten Jahren die Hauptrolle spielte war definitiv LORD OF WAR. Im Kino hat er mir gut gefallen, nicht mehr und nicht weniger, aber Jahre danach sehe ich den Film mit anderen Augen - und bin begeistert.
Schon im Kino war ich von der Anfangsszene wie weggeblasen und bis heute hat diese nichts an ihrer Faszination verloren. Von heiterer, aber trotzdem eindringlicher Musik wird ein Patrone begleitet, von ihrer Herstellung bis zu ihrem Einschlag, und zeigt somit den Ablauf des Films indirekt schon in den ersten 2 Minuten. Diese Sequenz sieht man ausnahmslos aus der Sicht der Patrone, was den Einstieg von LORD OF WAR auch einzigartig macht - wird man nach dem Abspann gefragt woran man sich erinnern kann, fällt der Vorspann zweifelsohne. Natürlich entsteht dadurch Druck für den restlichen Film der damit erstmal mithalten muss, aber diese Angst ist absolut unbegründet wie sich in den 2 Stunden danach herausstellt.
Der Film lebt auf jeden Fall von seinen Darstellern, allen voran Nicolas Cage, Jared Leto, Eamonn Walker und auch Bridget Moynahan. Sie alle spielen wirklich hervorragend und werden dadurch zum tragenden Teil des Films. Wären sie nicht so böse, verzweifelt oder auch sympathisch wie sie es rüberbringen würde der Film sehr viel an Wirkung verlieren. Man kann mit ihnen mitleben und ihr Handeln trotz der tragischen Konsequenzen nachvollziehen und das ist die große Stärke des Films. Die Geschichte wird mit all ihren Facetten erschreckend realistisch erzählt, sodass man auch selbst zum Nachdenken angeregt wird. Dabei aber kommt auch der Humor nicht zu kurz, den man niemals direkt ins Gesicht geklatscht bekommt, sondern immer wieder durch perfekt pointierte Mittel spürbar wird.
Optisch eine Wucht, inhaltlich top, mit guten Darstellern und ebenso überragender Musik ist LORD OF WAR für mich einer von Nicolas Cage's besten Filmen. Sollte man nicht verpassen!
8,5/10 umlackierte Jets
Andrew Niccol, ein Regisseur den man kennen sollte aber nicht zwangsläufig kennt. Dafür kennen alle einen Film von ihm, sei es Lord of War, Gattaca oder The Truman Show (bei welchem er nur das Drehbuchschrieb) oder Terminal (Drehbuch). So hat er mit Lord of War ein Werk geschaffen, welches den Nagel auf den Kopf trifft. Gut inszeniert und grandios gepielt von Cage.
Yuri Orlov (Nicolas Cage) ist ein Kind von jüdischen Eltern. Aufgewachsen ist er in den Vereinigten Staaten in einem jüdischen Viertel. Seine Eltern besitzen ein kleines Restaurant in welchem Yuri schnell des Amt des Händlers erlernte. Er merkte schnell, man muss flexible sein, wenn man Handeln will. Immer günstiger und bessere Ware anbieten als die Konkurrenz. Mit einer Pistole fing alles an, in einem kleinen Schäbigen Zimmer verkaufte er seine erste Feuerwaffe. Während ein kleines Geschäft aufzieht, auf illegaler Basis, welches sich um Waffenhandel drehte, machte er so seine Erfahrungen. Man sollte Waffe und Munition getrennt abgeben, damit man nicht von der eigenen Waffe angeschossen oder sogar erschossen wird. Man sollte sich immer im Voraus bezahlen lassen, und nur gegen Bares. Sein kleiner Bruder Vitaly (Jared Leto) stieg bald mit ein in das Geschäft. Aber als einmal Drogen als Zahlungsmittel verwendet wurde, nutzte Vitaly diese Gelegenheit einmal einen Trip zu machen. Blöderweise wurde er davon stark abhängig. Yuri vergrösserte sein Geschäft laufend, und gibt sich ab sofort nicht mehr mit Einzelstücken zufrieden, sondern verkauft gerade ganze Arsenale von Waffen.
Um seine Hauptkunden besser kennenzulernen, reist er nach Afrika um dort den einen oder anderen Bürgerkrieg mit Waffen zu versorgen.
In Amerika hat er eine wunderschöne Frau, Ava Fontaine (Bridget Moynahan), eine ehemaliges Model. Mit ihr zusammen hat er einen kleinen Sohn, sie wissen nicht, dass er mit Waffen sein Geld verdient, und dies sollen sie auch nicht wissen.
So geht seine Spirale vom kleinen Händler bis hin zum Internationalen Waffenlieferanten.
Dieser Film zeigt schön auf, wie die Illegale Waffenindustrie funktionieren könnte, und wie viel Macht diese besitzt.
Das Intro dürfte eines der besten Intros überhaupt sein. Man sieht wie eine Gewehrkugel Hergestellt ist, man folgt dieser Kugel bis sie im Kopf eines anderen Menschen steckt. Von der kleinen Stanzerei bis hin zur tödlichsten Waffe.
Ein Phänomenales Intro.
Cage hat hier eine seiner besten Rollen. Obwohl es kein Blockbuster war, und nicht als solcher konzipiert wurde, war der Film schnell als Geheimtipp gehandelt, und von diesem erreichte er in Kürze einen Kultstatus bis hin zum must-See Status.
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