Ragin - Wahn oder Wirklichkeit

  • Informationen zum Film
  • Ragin - Wahn oder Wirklichkeit

  • Originaltitel:
    Ragin
    Genre:
    Drama
    Produktionsländer:
    Österreich, Russia
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    23.09.2005
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Kirill Serebrennikov
    Drehbuch:
    Anton Chekhov, Inna Tkachenko, Mikhail Ugarov, Dmitri Zverkov
    Musik:
    Aleksei Aigi
    Darsteller:
    Julian Weigend, Aleksey Guskov, Aleksandr Galibin, Dmitri Mulyar, Natalya Nikulenko, Zoya Buryak, Vladimir Krasnov, Vitaliy Khaev, Sergei Parshin, Sergey Bekhterev, Jurij Ickov, Yuriy Vaksman, Olga Lapshina, Olga Albanova, Agrippina Steklova, Igor Bogodukh, Aleksei Krasnopolsky, Vladimir Gusev, Svetlana Obidina, Anatoliy Belyy, Aleksandra Nazarova
  • Inhalt
  • Dr. Andrej Efimitsch Ragin ist Arzt in einer russischen Provinz. Ihm zur Seite steht der junge aufstrebende Arzt Hobotov. Im Gegensatz von Ragin möchte Hobotov Fortschritt in die Wissenschaft bringen, doch dagegen wehrt sich der Doktor. Er vermittelt seinen Patienten die älteren Werte und es interessiert ihm nur jene neuen Praktiken, die aus Wien kommen. Dort agiert Himmelsdorf, ein Arzt mit sehr eigenwilligen Vorgehensweisen. Zum Beispiel glaubt eine Patientin, das sich eine Kröte in ihrem Bauch befindet. Himmelsdorf zeigt seiner Kollegialschaft an einer Universität seine Methoden in dem er die Patientin zwingt die Kröte raus zu pressen. In jenem Topf, unter dem Patient, findet man diese Kröte. Eine Krankenschwester hatte sie vorher dort versteckt. Die Bettlägerige fühlt sich als geheilt und das Experiment ist gelungen. Diese Methode möchte auch Ragin ausprobieren, denn eine seiner Kranken glaubt eine Natter in sich zu bergen. Doch dieser nachgemachte Test schlägt fehl und Ragin erntet ab sofort Hohn und Spott. Er zieht sich immer mehr in das Revier zurück in dem allein die Geisteskranken wohnen. Ab sofort gilt sein Heilen ausschließlich den Patienten des Krankenzimmers Nummer Sechs.
  • Filmkritik
  • Zu Beginn des 20. Jahrhundert war es mit der Wissenschaft noch nicht weit her. Die Heilmethoden waren untauglich und meist ohne Erfolg. Als fortschrittliches Vorgehen kannte man ein Gerät, an das man Geistesfremde angebunden und danach so schnell gedreht hat, bis Blut aus Augen und Ohren kommt. Der gefesselte Kränkliche soll sich danach wieder an seinem Namen erinnern können und kann so geheilt werden. Dr. Ragin, im übrigen eine Figur aus den Motiven von Anton Tschechows “ Krankenzimmer Nummer 6 “, vertritt diese modernen Ansichten nicht. Er bevorzugt menschenwürdige Vorgehensweisen, welche die den Patienten nicht schaden. Da seine Handhabungen aber genau so wenig von Erfolg gekrönt werden, versagt er, und fühlt sich der Welt der Irren und Kranken immer näher. Auch die Akzeptanz seiner Kollegen geht Schritt für Schritt verloren. Er geht so weit das er sich die Eigenheiten einiger Patienten zunutze nimmt und damit in die geistesfremde Welt entschwindet.

    “ Ragin “ ist ein Werk der den Unterschied zwischen Geistig normale Menschen kaum von geistig Abnormen unterscheidet. Die Verwirrten und Weggesperrten vertreten ihre realitätsfremden Denkweisen. Die Doktoren und Wissenschaftler, Helfer und Krankenschwestern vertreten ihre Ansichten und sind im wesentlichen nicht Weltnäher. Fast würde man behaupten das die Irren sympathischer wirken. Regisseur Kirill Serebrennikov schuf einen schweren und aussichtslosen Film über die Wissenschaft und deren Behandlungsmethoden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Charakter entsprechen die von Anton Tschechows Erzählungen. Die kleineren Rollen wurden von Drehbuch hinzu gedichtet.

    Die leider völlig misslungene österreichische Synchronisation ist der Schwachpunkt des Filmes. Der gesamte und konsequent durchgehaltene Stil geht durch die erkennbaren österreichischen Stimmen verloren. Zwar bemühen sich die Synchronsprecher akzentfrei zu bleiben, jedoch blieb es beim Versuch. Die Stimmung geht dadurch verloren und deshalb sei dringend empfohlen diesen doch bemerkenswerten Film in einer Originalversion mit deutschen Untertitel zu sehen.

    Fazit:

    92 Minuten, nicht gerade leichte Kost über Sinn und Irrsinn zu Beginn eines neuen Jahrhunderts.
  • Kurz Kritik
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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