Zu Beginn des 20. Jahrhundert war es mit der Wissenschaft noch nicht weit her. Die Heilmethoden waren untauglich und meist ohne Erfolg. Als fortschrittliches Vorgehen kannte man ein Gerät, an das man Geistesfremde angebunden und danach so schnell gedreht hat, bis Blut aus Augen und Ohren kommt. Der gefesselte Kränkliche soll sich danach wieder an seinem Namen erinnern können und kann so geheilt werden. Dr. Ragin, im übrigen eine Figur aus den Motiven von Anton Tschechows “ Krankenzimmer Nummer 6 “, vertritt diese modernen Ansichten nicht. Er bevorzugt menschenwürdige Vorgehensweisen, welche die den Patienten nicht schaden. Da seine Handhabungen aber genau so wenig von Erfolg gekrönt werden, versagt er, und fühlt sich der Welt der Irren und Kranken immer näher. Auch die Akzeptanz seiner Kollegen geht Schritt für Schritt verloren. Er geht so weit das er sich die Eigenheiten einiger Patienten zunutze nimmt und damit in die geistesfremde Welt entschwindet.
“ Ragin “ ist ein Werk der den Unterschied zwischen Geistig normale Menschen kaum von geistig Abnormen unterscheidet. Die Verwirrten und Weggesperrten vertreten ihre realitätsfremden Denkweisen. Die Doktoren und Wissenschaftler, Helfer und Krankenschwestern vertreten ihre Ansichten und sind im wesentlichen nicht Weltnäher. Fast würde man behaupten das die Irren sympathischer wirken. Regisseur Kirill Serebrennikov schuf einen schweren und aussichtslosen Film über die Wissenschaft und deren Behandlungsmethoden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Charakter entsprechen die von Anton Tschechows Erzählungen. Die kleineren Rollen wurden von Drehbuch hinzu gedichtet.
Die leider völlig misslungene österreichische Synchronisation ist der Schwachpunkt des Filmes. Der gesamte und konsequent durchgehaltene Stil geht durch die erkennbaren österreichischen Stimmen verloren. Zwar bemühen sich die Synchronsprecher akzentfrei zu bleiben, jedoch blieb es beim Versuch. Die Stimmung geht dadurch verloren und deshalb sei dringend empfohlen diesen doch bemerkenswerten Film in einer Originalversion mit deutschen Untertitel zu sehen.
Fazit:
92 Minuten, nicht gerade leichte Kost über Sinn und Irrsinn zu Beginn eines neuen Jahrhunderts.
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