Das Jahr 1984 war für die im deutschsprachigen Raum ansässigen Betreiber von Kinos und Videotheken mit vielen Änderungen verbunden. In den Jahren zuvor hatte insbesondere die italienische Filmindustrie ihre deutschsprachigen Nachbarn mit Produktionen überschwemmt, die uns heute noch als 'Kannibalenwelle' und 'Zombiewelle' in Erinnerung geblieben sind. Die immer mehr ausufernde Zensur in England und Deutschland erzwang jedoch spätestens im Verlauf des Jahres 1984 eine Änderung in der Denkweise der Produzenten.
Der Erfolg des Horrorgenres war nun in zunehmendem Maße von zwei entscheidenen Faktoren abhängig. Zum einen durfte der Film das von gewissen Staaten tolerierte Maß an visueller Gewalt nicht mehr beliebig überschreiten und zum anderen musste der Film den daraus resultierenden Mangel an reißerischen Effekten durch eine entsprechende Spannungskurve und einem erhöhten Maß an künstlerischer Kreativität kompensieren können. Dieses Rezept bedeutete eine zunehmende Orientierung des Genres an den Maßstäben des Mainstreams. Eines der ersten Filme des Genres der dank dieser neuartigen Rezeptur und trotz der ausufernden Zensur einen grandiosen Erfolg feiern konnte, war der in den Vereinigten Staaten entstandene Beitrag : 'A Nightmare on Elm Street'
Der kommerzielle Gewinn und der besondere Charme dieser mit relativ bescheidenen Mitteln entstandenen Produktion beruht auf der Idee, die Wahrnehmungsebenen der Realität und die des Traumes mit visuellen Stilmitteln zu erfassen um diese miteinander verschmelzen zu können. Der Zuschauer wird durch die Kamera in die Träume der Charaktere hinein versetzt. Der hierdurch betretene Raum der handlungstechnischen Fiktion bot dem Regisseur Wes Craven den erforderlichen Platz für die Einsetzung bewusst irreal wirkender Bilder. Natürlich bediente sich Wes Craven darüberhinaus auch an eher traditionellen Stilmitteln.
Demzufolge spielt der Regisseur mit der klassischen Angst vor der Nacht im allgemeinen und der durch Dunkelheit hervorgerufenen Orientierungslosigkeit im besonderen. Viele der im Film enthaltenden Traumsequenzen zeigen eine von Dunkelheit geprägte Umgebung in der selbst höchst klassische Stilmittel wie umherziehende Nebelschwaden ihre Verwendung fanden. Die in dieser Produktion verwendeten Spezialeffekte sind unter anderem aufgrund der Entstehungszeit des Films und der zu Beginn beschriebenen Problematik eher etwas zurückhaltend ausgefallen.
Von daher ist es mir auch unverständlich das der Film in den meisten Ländern nur in der amerikanischen R-Rated-Version zu erwerben ist. Die von der MPAA für das angestrebte R-Rating erzwungenen Schnitte sind zwar nur minmal - aber das lässt den unangenehmen Geruch der Zensur auch nicht völlig verschwinden. Die in Deutschland und Österreich vertriebene VHS-Fassung der Firma CBS Fox beruhte im übrigen auf der amerikanischen Unrated-Version und war demnach von den bereits erwähnten Schnitten nicht betroffen.
Eine offizielle und lizensierte Fassung mit deutscher Synchronisation ist zur Zeit auf DVD noch nicht erhältlich. Insgesamt zog die Produktion 'A Nightmare on Elm Street' die am 29. August 1985 ihre deutsche Kinopremiere feierte sechs Sequels nach sich. Dieser Film sollte in der Sammlung eines vom Horrorgenre begeisterten Menschen nicht fehlen und daher schliesse ich diese Kritik mit der leisen Hoffnung auf ein offizielles deutschsprachiges Release.
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.