Seit vielen Jahrhunderten besteht eine Vereinbarung zwischen den Wächtern der Nacht und den Hütern des Lichts. Ein andauender Waffenstillstand um das Gleichgewicht nicht in Gefahr zu bringen. Gut und Böse kontrollieren sich gegenseitig. Doch an jedem einzelnen Tag werden Regel gebrochen und die derzeitige Ruhe in Bedrängnis gebracht. Doch “ Die Anderen “ wachen das die gegebenen Gesetze eingehalten werden. “ Die Anderen “ sind keine normalen Menschen, sie sind Personen mit besonderen Fähigkeiten. Hexen, Seher, Vampire und welche die sich verwandeln können. Doch eines haben “ Die Anderen “ alle gemeinsam. Sie müssen sich im Vorfeld entweder für das Gute oder für das Böse entscheiden. Und weiter besagt die Geschichte, das ein “ Anderer “ kommen wird, der die Balance entscheidend verändert. Nur, wird er zu den Wächter der Nacht tendieren oder wird er ein Hüter des Lichts.
Anton, ein Wächter der Nacht, bekommt einen Auftrag. Er soll einen neuen Anderen, einen Jungen, vor den Hütern des Lichts beschützen. Vampire, gierig nach Nahrung, haben die Vereinbarung verletzt und wollen das Blut. Unterwegs erkennt Anton eine Frau, die mit einem Fluch belegt ist. Im Trubel und um den Buben zu retten, verliert er diese mysteriöse Frau aus den Augen. Doch wer mir einem Fluch belegt ist, schadet dem Umfeld enorm und gefährdet einige tausend Menschenleben. Wird Anton den Knaben retten, und können die Wächter der Nacht diese verfluchte Frau wiederfinden ?
я могу увидеть вас ( Ich kann Dich sehen; Zitat: Blade Runner )
Nochnoi Dozor ( Wächter der Nacht ) wurde der finanziell erfolgreichste Film 2004 in Russland. Sein überraschender Erfolg war so enorm, das er alle Hollywood Blockbuster eindeutig auf die weiteren Plätze verwies. Regisseur und Drehbuchautor Timur Bekmambetov erschuf eine rundum erneuerte Version düsterer Gestalten; um Vampire, Seher und Hexen. Eine Vision die im Gegensatz zur Mixtour „ Van Helsing „ auch funktioniert. Diese Geschichte, nach einer Novelle von Sergei Lukyanenko, ist so innovativ das sie für die Länge einer geplanten Trilogie durchaus interessant bleibt. Auch kreiert Bekmambetov seinen eigenen Filmstil. Effekte und altmodisches Drehen werden vermischt, genauso wie die gewählten Musikstücke aus den verschiedensten Genres stammen. Mal wirkt Night Watch, so der englische Titel, durch stilisiert, mal wieder glaubt man einem altmodischen russischen Drama zu folgen. Trotzdem oder vielleicht auch deshalb wirkt „ Wächter der Nacht „ europäisch und wird von einem geringen Budget unterstützt. Hier versteht man es statt den teueren Effekten und Oberflächlichkeit, viel Liebe und Enthusiasmus zu entwickeln. Die Ambition etwas Neues zu schaffen wurde zur obersten Priorität der Verantwortlichen. Die Frische, die das Werk durchaus besitzt, wird nicht zuletzt von den unbekannten Darsteller unterstützt. Schauspieler, die nur im osteuropäischen Raum angesehen und geschätzt werden. In keiner Weise wird ein so genanntes bekanntes Gesicht vermisst. Obwohl im Charakter des Zavulon wohl Rudger Hauer aus Blade Runner Pate stand.
( Du kennst die Welt da draußen... Ihre Irrwege. Zitat: Trinity, Matrix )
Wächter der Nacht zeigt ein düsteres Moskau. Keine Sehenswürdigkeiten und keine prunkvollen Gemäuer bieten Platz. Die Story wird in U-Bahn Stationen und in Plattenbauten der unteren Mittelschicht gezeigt. Da der größte Teil in der Dunkelheit spielt, wirkt die Stadt unfreundlich und bedrohlich. Selbst die Wohnungen entsprechen nicht dem Standart der 90er Jahren in dem dieser erste Teil spielt. Das unbehagliche Gefühl wird noch von den Vögeln, die sich zu Massen in der Stadt versammeln, unterstützt.
Nochnoi Dozor kann durchaus als gelungen bezeichnet werden, obwohl einige Schwachstellen unübersehbar sind. Einige Handlungsstränge greifen nicht oder nur in etwa. Wie ein Uhrwerk in dem die Räder nicht richtig justiert und deshalb schlecht in einander fassen. Auch durch die Budgetkosten von nur rund 3 Million Euro sind kleinere Schwachstellen im Effekte Sektor erkennbar, aber durchaus vertretbar. Ärgerlich ist die Tatsache das es sich bei diesem Werk um den ersten Teil einer Trilogie handelt. So wird ein Abschluss oder besser gesagt ein Ende, schmerzlich erwünscht. Aber mit diesem Problem hatten wir schon bei Peter Jacksons „ Herr der Ringe „ zu kämpfen.
Fazit:
Ein ambitionierter Spielfilm um düstere Gestalten, Sagen und Versprechungen. Ein russisches Epos das wie durch ein Wunder auch das österreichische Kino gefunden hat. Angenehm die Erkenntnis das Non Hollywood Produktionen auch zu Kinoerlebnisse werden dürfen. Bleibt die Sorge das Nochnoi Dozor nicht nur in kleinen Lichtspielhäuser, sondern auch auf jene großen Leinwände zu sehen ist, die der Film verdient.
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