Episodenfilme sind meiner Meinung nach eine ganz besondere Art von Film, die aufgrund ihrer Eigenwilligkeit glücklicherweise noch nicht inflationär umgesetzt werden, sodass die Qualität auf Kosten der Quantität sinkt. Überdenke ich einmal Filme dieser Machart die mir auf die Schnelle einfallen, so kann ich eigentlich ausnahmslos von grandiosen Werken sprechen - beispielsweise "21 Gramm" mit Sean Penn und Naomi Watts und "Babel" mit Brad Pitt und Cate Blanchett. "Pulp Fiction" möchte ich außen vor lassen, da ich zu diesem Film kaum einen Draht finde und es hier ja auch um Paul Haggis L.A. Crash gehen soll. Dieser hat zwar ein ungemeines Staraufgebot zu bieten, aber das alleine hat dem Film nicht die 3 Oscars (u.a. für den besten Film) beschert...
Nun, L.A. CRASH ist einer jener Filme, die exakt auf meiner Wellenlänge gefühlvollen Kinos liegen und somit bei mir voll ins Schwarze treffen. Rassismus ist ein heikles Thema mit einer Brisanz, die gut auf die Leinwand projiziert werden kann - das haben schon "American History X" und Konsorten bewiesen. L.A. CRASH inszeniert das Ganze meiner Meinung nach aber noch intensiver, gefühlvoller und menschlicher was mich mehrmals fast zu Tränen rührte. Rassenunterschiede werden hier von einer Seite beleuchtet wie ich's so noch nicht gesehen habe. Wo beginnt Rassismus? Welche Formen kann Rassismus annehmen? Wie geht man mit Rassendiskriminierung um - gleichermaßen als Opfer und als Täter? Diese und noch viele andere Fragen stellt der Regisseur hier dem Zuseher indirekt, den dieser Film nicht zuletzt deswegen nachdenklich werden lässt - und gerade das schätze ich an Filmen immer wieder sehr.
L.A. CRASH ist ein intensives, gut gespieltes und mitreißend inszeniertes Episodendrama - nicht unvergleich, aber dennoch hervorragend. 100% empfehlenswert!
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