L.A. Crash

  • Informationen zum Film
  • L.A. Crash

  • Originaltitel:
    Crash
    Genre:
    Drama
    Produktionsländer:
    USA, Deutschland
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    05.08.2005
    Kinostart Deutschland:
    04.08.2005
    Kinostart USA:
    06.05.2005
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Paul Haggis
    Drehbuch:
    Robert Moresco, Paul Haggis
    Musik:
    Mark Isham
    Darsteller:
    Eddie J. Fernandez, Daniel Dae Kim, William Fichtner, Brendan Fraser, Thandie Newton, Keith David, Sandra Bullock, Terrence Howard, Don Cheadle, Nona Gaye, Jack McGee, Loretta Devine, Matt Dillon, Ludacris, Jennifer Esposito, Art Chudabala, Bruce Kirby, Tony Danza, Karina Arroyave, Dato Bakhtadze, Sean Cory, Ime Etuk, Howard Fong, Billy Gallo, Ken Garito, Octavio Gómez Berríos, James Haggis, Sylva Kelegian, Jayden Lund, Amanda Moresco
  • Inhalt
  • Los Angeles in mitten der Nacht. Wieder gab es einen Verkehrsunfall und selbst Det. Graham Waters ( Don Cheadle ) war darin involviert. Er, geschockt vom geschehenen, stammelte scheinbar zusammenhanglose Worte vor sich hin.
    24 Stunden zuvor. Die Geschichte bis hin zu dem Verkehrsunfall wird in verschiedensten Episoden erzählt. Was war geschehen. Verschiedene Lebensformen bekriegen, überfallen, beklauen oder töten. Und immer wieder sind es gegensätzliche Kulturen die aneinander prallen. Dramatische Begebenheiten lassen Los Angeles in einem anderen Glanze erstrahlen, und Diese ist nicht immer so sauber, wie man sie als Tourist kennt...
  • Filmkritik
  • „ It's the sense of touch. Any real city, you walk. You know? You brush by people, they bump into you. In L.A. Nobody touches you.
    We’re always behind this metal and glass. It's the sense of touch. I think we miss that touch so much that we crash into each other just so we can feel something. „


    Dies sind die einleitenden Worte des Films. Und genau diese Worte sagen so viel aus. L.A. Bürger sind unantastbar geworden. Keiner berührt sich, jeder sitzt hinter seinem eigenen Lenkrad. Und wir müssen schon aneinander knallen, damit wir etwas fühlen.
    Regisseur Paul Haggis versteht dabei nicht nur Autos aneinander knallen zu lassen. Er lässt auch Personen verschiedenster Rassen kollidieren. Jede Rasse denkt sie sei die einzig gute Art. Die Anderen sind böse, hinterlistig und verschlagen. Keiner versteht die Ängste und die Sorgen der Anderen. Die Feinde sind deine Nachbarn. Perser, Chinesen, Mexikaner, Schwarze oder Weiße. Haggis zielt nicht darauf hinaus, gute oder schlechte Gruppierungen zu finden. Jeder der am Anfang böse erscheint könnte sich im Verlauf des Filmes zum Guten entwickeln. Jeder brave Bürger könnte es nicht bleiben. So wie die Charaktere sich ändern so fein gestrickt erzählt jede einzelne Geschichte das Leben mit einer fremden Rasse.

    Diese Geschichten, jede einzelne für sich, sind hochinteressant und explosiv. Die Erzählweise erscheint anfangs ein wenig konfus, jedoch ergibt sehr bald ein Puzzle Teil das Andere und am Ende sehen wir das wunderbare Gesamtbild in seiner ganzen Pracht. Ein Puzzleteil ist eine Geschichte. Sei es das Politikerpaar, das gegen Rassismus ist, doch sehr genau wissen, jeden Moment überfallen zu werden; von den Schwarzen natürlich. Oder der Perser, der sich ein Pistole kauft damit sein Laden nicht ausgeraubt wird, und sein eigentlicher Feind ein schuldloser Mexikaner ist. Oder der Polizist, der seine Macht gerne an Schwarzen ausübt. Oder der dunkelhäutige Regisseur, der in seinem Job zwar angesehen, aber in dieser Umgebung keinen hohen Stellenwert besitzt. Alle diese und noch mehr Geschichten sind selbst in der heutigen Zeit hoch aktuell. Die Diskriminierungen sind allgegenwärtig und präsenter denn je.

    Paul Haggis hat mit seinem Werk „ Crash „, so der Originaltitel, ein Meisterwerk erschaffen. Crash ist die perfekte Fortsetzung von Robert Altmans „ Short Cuts „. Crash ist genau so intensiv, eindringlich und Realitätsnahe wie sein Vorgänger. Genial wie sein Regiestil war die Auswahl der einzelnen Songs. Maybe Tomorrow, In the Deep, Redemption, Whiskey Town und Problems sind nur einige vielsagende Titel aus dem grandiosen Soundtrack. Die Darsteller, keiner trägt eine Hauptrolle, sind ebenfalls gut besetzt. Im speziellen die unbekannten Schauspieler stechen heraus und bieten durch ihre Performance unglaubliche Darbietungen.

    Durch die eindringliche Thematik des Stücks verlässt der Beobachter völlig wortlos und verwirrt den Kinosaal. Und es bedarf geraumer Zeit und vielleicht einem Gläschen, bis dieser Zustand nachlässt. Wenn der Film eines geschafft hat, dann mit Sicherheit die Tatsache das ein Nachdenken wenn nicht ein Umdenken bei jedem Zuschauer stattfindet.

    Fazit:
    113 Minuten Kinoerlebnis pur. Leider etwas zu kurz, denn der Film zeigt nur das Ende eines Kapitels. Die Geschichten und deren Inhalte sind so spannend und interessant erzählt, so das man ruhig noch mehr davon sehen will. Aber das was man gesehen hat, kann mit Sicherheit mit den besten Filmen des Jahres 2005 mithalten.

  • Wertu
  • Story
    5,0
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

Kommentare

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Userkritiken

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Episodenfilme sind meiner Meinung nach eine ganz besondere Art von Film, die aufgrund ihrer Eigenwilligkeit glücklicherweise noch nicht inflationär umgesetzt werden, sodass die Qualität auf Kosten der Quantität sinkt. Überdenke ich einmal Filme dieser Machart die mir auf die Schnelle einfallen, so kann ich eigentlich ausnahmslos von grandiosen Werken sprechen - beispielsweise "21 Gramm" mit Sean Penn und Naomi Watts und "Babel" mit Brad Pitt und Cate Blanchett. "Pulp Fiction" möchte ich außen vor lassen, da ich zu diesem Film kaum einen Draht finde und es hier ja auch um Paul Haggis L.A. Crash gehen soll. Dieser hat zwar ein ungemeines Staraufgebot zu bieten, aber das alleine hat dem Film nicht die 3 Oscars (u.a. für den besten Film) beschert...

Nun, L.A. CRASH ist einer jener Filme, die exakt auf meiner Wellenlänge gefühlvollen Kinos liegen und somit bei mir voll ins Schwarze treffen. Rassismus ist ein heikles Thema mit einer Brisanz, die gut auf die Leinwand projiziert werden kann - das haben schon "American History X" und Konsorten bewiesen. L.A. CRASH inszeniert das Ganze meiner Meinung nach aber noch intensiver, gefühlvoller und menschlicher was mich mehrmals fast zu Tränen rührte. Rassenunterschiede werden hier von einer Seite beleuchtet wie ich's so noch nicht gesehen habe. Wo beginnt Rassismus? Welche Formen kann Rassismus annehmen? Wie geht man mit Rassendiskriminierung um - gleichermaßen als Opfer und als Täter? Diese und noch viele andere Fragen stellt der Regisseur hier dem Zuseher indirekt, den dieser Film nicht zuletzt deswegen nachdenklich werden lässt - und gerade das schätze ich an Filmen immer wieder sehr.

L.A. CRASH ist ein intensives, gut gespieltes und mitreißend inszeniertes Episodendrama - nicht unvergleich, aber dennoch hervorragend. 100% empfehlenswert!

geschrieben am 04.10.2011 um 10:36

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ø Wertung: 7,6/10 | Wertungen: 7 | Kritiken: 1