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Das Imperium der Wölfe

  • Informationen zum Film
  • Das Imperium der Wölfe

  • Originaltitel:
    L'empire des loups
    Genre:
    Action, Thriller, Drama
    Produktionsland:
    Frankreich
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    26.08.2005
    Kinostart Deutschland:
    25.08.2005
  • Inhalt
  • Eine unheimliche Mordserie im türkischen Viertel von Paris, die durchwegs weiblichen Opfer werden grässlich entstellt aufgefunden. Treibt ein perverser Serienkiller sein Unwesen in der Stadt? Der ermittelnde Kommissar sucht beim ehemaligen Cop Schiffer (Jean Reno) Hilfe. Seine Kenntnis des türkischen Viertels soll dabei helfen den Fall zu lösen. Doch Schiffer ist eine undurchsichtige Figur, seine Methoden sind fragwürdig und letztendlich gestaltet sich die Zusammenarbeit mit ihm risikoreicher als es dem jungen Paul lieb ist...

    Anderswo in der Stadt kämpft die junge Frau Anna (Arly Jover) gegen ihre Amnesie an. Obwohl sie die ausgezeichnete Behandlung des renommierten Dr. Ackerman (Didier Sauvegrain) geniesst, wollen sich viele Gedächtnislücken einfach nicht wiederherstellen lassen. Je tiefer sie in ihr Erinnerungsvermögen vordringt, je weiter sie recherchiert, desto fremdartiger und gefährlicher kommt ihr die Situation vor in der sie sich befindet...
  • Filmkritik
  • Raffiniert konfus -----
    Nach LES RIVIÈRES POURPRES (Die purpurnen Flüsse) ist L'EMPIRE DES LOUPS die nächste Verfilmung eines Romans von Jean-Christophe Grangé, der auch selbst das Drehbuch verfasst hat. Schade, dass gerade eine Literaturverfilmung dort krankt wo es am meisten schmerzt - bei der Story! Zunächst ist der Film darum bemüht eine möglichst raffinierte und komplexe Geschichte zu basteln, doch spätestens in der zweiten Hälfte wird klar, dass sie (als Film) einfach nicht funktioniert. Zu viele Wendungen, zwanghafte Überraschungsmomente und vielleicht etwas zu schlau überlegte Hintergründe lassen die Handlung Bocksprünge aufführen. Zunächst nur etwas befremdlich, steigert sich die seltsame Intensität zur offenkundigen, haarstäubenden Unlogik bis sie letztendlich dazu führt, dass der Film den Zuseher irgendwo im dritten Akt verloren hat. Es bleibt der vehemente Eindruck, dass sich der Drehbuchautor mit seinen raffinierten Thrilleransätze im Laufe des Films selbst überholt hat und am Ende weder einen Überblick über die Auswüchse seiner Phantasie herzustellen vermag, noch die vielen losen Enden der Handlung sinnvoll verknüpfen kann. Jean-Christophe Grangé hat sich offenbar im eigenen Drehbuch verirrt, die zweite Hälfte des Films lässt das komplex aufgebaute Thrillergerüst zusammenstürzen wie ein Kartenhaus. Weder der Autor selbst, noch der Zuseher scheint die konfuse und zeitweilig hochgradig gekünstelte Handlung noch zu durchblicken, letzterer aber mitunter aus schlichten Mangel an Interesse...

    Paris im Regen -----
    Anders als der Drehbuchautor leistet Regisseur Chris Nahon einen guten Job. Obwohl er machmal etwas zu vordergründiger Effekthascherei neigt, ist L'EMPIRE DES LOUPS in Summe durchwegs gut und fehlerfrei inszeniert. Die visuelle Ebene des Films ist auf großer Kinoleinwand durchwegs ansprechend, die Bilder sehr detailliert, überlegt und sehenswert. Der andauernde Regen lässt Spiegelbilder von Gesichtern an den Fensterscheiben förmlich zerrinnen und die visuelle Ästhetik trägt deutlich mehr zur streckenweise mystischen Atmosphäre des Films bei als so mancher Kunstgriff auf der Handlungsebene. Trotz der guten Regiearbeit kann L'EMPIRE DES LOUPS aber leider nicht über einige Längen hinwegtäuschen, die sich speziell in der zweiten Hälfte des Films hartnäckig bemerkbar machen. Chris Nahon tut was er kann um es für den Zuseher interessant zu machen, doch am Ende liegt der Film dennoch als Scherbenhaufen im Kinosaal, zerbrochen in seine einzelnen Handlungsteile, die sich standhaft dagegen wehren sich zusammenzufügen und ein kohärentes Gesamtbild zu vermitteln.

    Wolfsheuler -----
    Schauspielerisch ist L'EMPIRE DES LOUPS überwiegend in Ordnung. Arly Jover gibt, als darstellerisches Highlight des Films, eine überwiegend glaubhafte Performance ab und Jean Reno ist immer noch ok, selbst wenn er sich in solchen Rollen mittlerweile etwas abgenützt hat. Nahe der Katastrophe ist lediglich das völlig deplazierte Hawaii-Hemdchen, dass der eiserne Ex-Cop im Finale trägt. Der Costume Designer hat wohl einen sehr eigenwilligen Sinn für Humor, den ich nur schwer teilen kann. Gesamt gesehen kommt L'EMPIRE DES LOUPS in keinster Weise an den grandiosen LES RIVIÈRES POURPRES heran, sondern ordnet sich eher im Dunstkreis seines, ebenfalls missglückten, Sequels ein. Die erste Hälfte des Films ist durchwegs interessant, ansprechend und spannend, je länger L'EMPIRE DES LOUPS dauert, desto abstruser, uninteressanter und langweiliger wird er jedoch. Das wäre nicht (so) schlimm, hätten wir es hierbei mit einem 90-Minüter zu tun. Die satten 128 Minuten Laufzeit des Films werden in der zweiten Hälfte - ganz speziell jedoch im dritten Akt - dann doch irgendwann zur Qual. L'EMPIRE DES LOUPS mag durchaus gut gemeint sein, wirklich gut ist er sicher nicht, dafür wirft er viel zu viele Zutaten in den Mixer und am Ende schmeckt man den Film vor lauter Gewürze nicht mehr...
  • Wertungen
  • Story
    1,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
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