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Der New York Ripper

  • Informationen zum Film
  • Der New York Ripper

  • Originaltitel:
    Lo squartatore di New York
    Genre:
    Thriller, Mystery, Horror
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1982
    Kinostart Deutschland:
    10.06.1982
  • Inhalt
  • Ein Spaziergänger findet in New York, am Ufer des Hudson Bay, die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau. Doch in der Metropole von New York gehören Morde, Plünderungen und Vergewaltigungen zum Alltag der Polizei - so das dem Fund des schon halb verwesten Körpers, zunächst keine besondere Beachtung geschenkt wird.

    Doch nur kurze Zeit später, geschieht ein zweiter Mord. Wieder ist das Opfer eine junge Frau - der Mörder öffnet ihre Bauchhöhle mit einem Klappmesser und sticht ihr mehrere Male mit unvorstellbarer Brutaltät in den Magen, in den Hals und in die Oberschenkel. Für die Presse sind diese Taten ein gefundenes Fressen - und die Polizei ist nun dazu gezwungen, ihre Jagd auf den Täter zu forcieren.
  • Filmkritik
  • Zu Beginn der 80er Jahre hatte das Subgenre des Slashers seine Hochkonjunktur. Diese Tatsache rief selbstverständlich auch italienische Regisseure auf den Plan. Dario Argento inszenierte 1982 seinen Film 'Tenebre', während Lucio Fulci im gleichen Jahr, mit 'Lo Squartatore di New York', seinen Anteil an der Slasher-Welle beisteuerte. Der Film der, in Deutschland und Österreich, unter dem reisserischen Titel 'Der New York Ripper' vermarktet wurde, gehört zu den brutalsten Werken des im Jahre 1996 verstorbenen Regisseurs Lucio Fulci.

    Wie in jedem seiner Filme, hatte Fulci auch bei 'Lo Squartatore di New York', eine Szene integriert die alle anderen Darstellungen visueller Gewalt, noch bei weitem überbieten sollte :

    Eine junge Prostituierte wird zunächst im Off-Screen von dem Täter an ein Bettgestell gefesselt und mit Heftpflaster geknebelt - bis dato eine Szene, deren Ergebnis auch in Dutzenden von Filmen und Serien zu sehen ist, nichts weiter als Bondage für den Hausgebrauch.

    Doch bereits in den kommenden Einstellungen wird die Handschrift jenes Menschen deutlich, der von von seinen Fans auch als 'Godfather of Gore' bezeichnet wird :

    Der Täter nimmt eine Rasierklinge, setzt diese an der Kopfhaut seines Opfers an und schneidet ihr mitten durch den Augapfel. Doch damit nicht genug, genüsslich zerschneidet der Täter seinem Opfer die Brüste und den Oberkörper und zurück bleibt nichts weiter als ein toter und völlig zerstückelter Mensch. Mit seinem Film 'Der New York Ripper' inszenierte Fulci zweifelsohne eine Orgie aus 'Blut und Gewalt' - allerdings keinen besonders unterhaltsamen Film. Und damit wären wir nun auch anweigerlich an den kritischen Punkten, dieser nun mehr als zwanzig Jahre alten Produktion angelangt :

    Kurz geschrieben :

    Der Film versprüht Langeweile in Reinkultur. Die Dialoge klingen wie ein auswendig gelerntes Bühnenstück, das Schulkinder ihren Eltern beim Adventssingen vorführen und die schauspielerischen Leistungen können wohl nur mit sehr viel Wohlwollen, noch zum Durchschnitt gezählt werden. So wirken im Film, auch einige Szenen geradezu überflüssig und deplaziert.

    Einige kurze sexuelle Andeutungen die es in den Film geschafft haben, mögen zwar den einen oder anderen cineastischen Voyeur erfreuen - sind aber in dieser Produktion ungefähr so nützlich wie ein platter Reifen auf der Urlaubsreise. Warum wird dem Zuschauer über Minuten hinweg, das Innere einer Peepshow präsentiert ? Welche Bedeutung haben jene drei Männer, die Alessandra Delli Colli ungeniert unter den Rock greifen um diese dann mit den Füßen zu befriedigen ?

    Haben diese Szenen vielleicht gar keine Bedeutung ?
    Letzteres ist eine nahliegende Vermutung !

    Bietet der Film einerseits jene überflüssigen Szenen, so fehlt es ihm andererseits an dem nötigen Tiefgang. Die Charaktere wirken blass und die Dialoge sind, wie bereits erwähnt, mehr als dürftig.

    Zurück bleibt ein Genrevertreter der geradezu einen kontroversen Eindruck hinterlässt : Einerseits wird dem Zuschauer sehr viel Gore geboten - andererseits muss dieser jedoch aufpassen, beim vermeintlichen Genuss dieser Produktion nicht plötzlich vor Langeweile einzuschlafen. Aber wie heisst es doch so schön - Das Leben besteht halt manchmal auch aus Entbehrungen.

    Zum Schluss noch etwas für die Chroniker. Der deutsche Kinostart des Films war am 10. Juni 1982. Auf dem VHS-System wurde der Film dann ab Herbst 1982 von der Firma UFA vermarktet. Die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, so lautete die damalige amtliche Bezeichnung, belegte den Film mit Wirkung vom 25.05.1983 mit den Rechtsfolgen einer Indizierung, d.h. mit einer Kombination aus einem Werbeverbot und einem Jugendverbot. In Deutschland, wurde die VHS-Version von UFA, dann knapp fünf Jahre später, durch das Amtsgericht München bundesweit eingezogen, genauer gesagt durch Beschluss vom 06. April 1988.

    Anzumerken ist hierbei, das die Firma UFA insgesamt zwei Versionen dieses Films auf den deutschsprachigen Markt brachte. Die ursprüngliche Version, die in dem Zeitraum von 1982 bis Ende 1986 vertrieben wurde, ist jene Fassung die in Deutschland im Jahre 1988 beschlagnahmt wurde. Diese Fassung ist aber auch nicht völlig ungeschnitten - zwar blieben die Gore-Szenen unangetastet, aber es fehlen einige (belanglose) Dialoge. Die zweite von der Firma UFA vertriebene Fassung, ist hingegen in sämtlichen Goreszenen geschnitten. Zu erkennen ist diese Fassung an dem Hinweis 'neue Version' in der linken unteren Ecke des Videofilms.

    Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, das die geschnittene Version der Firma UFA allenfalls als Briefbeschwerer noch irgend eine Daseinsberechtigung geltend machen kann - denn mit dem Verlust sämtlicher Goreszenen wird, aus einem ohnehin nur durchschnittlichen Film, ein völliger Rohrkrepierer. Auf DVD wurde der Film dann vor einigen Jahren durch die Label Astro, Laser Paradise und Best Entertainment neu aufgelegt.Aber auch hier gilt, das Vorsicht besser als Nachsicht ist.

    Die Fassung der Firma Best Entetainment, ist in allen Gore-Szenen geschnitten, ähnlich wie die zuletzt vertriebene VHS-Fassung der Firma UFA. Rein äusserlich disqualifiziert sich die Fassung von Best Entertainment, schon durch den Freigabe-Sticker der FSK - denn die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, würde einen beschlagnahmten Film, in dessen Originalfassung , niemals freigeben ! Das Best Entertainment, jene geschnittene Fassung auch noch mit der Cover-Aufschrift 'Original Kinofassung' versah, stösst mir persönlich ziemlich sauer auf.

    Die Fassungen von Laser Paradise und Astro sind also jene Alternativen, die der wahre Fan des Films in jedem Falle vorziehen sollte - sofern eine deutsche Tonspur zur Verfügung stehen soll. Popularität erlangte der Film im deutschsprachigen Raum, in meinen Augen, nur durch die schon angesprochene Beschlagnahme der deutschsprachigen Original-Fassung. Ansonsten ist der Film in erster Linie für Fans von italienischem Schmuddelkino, für Nostalgiker und für Komplettisten interessant.Der Durchschnittscineast wird beim Genuss dieses Films, wohl nur Langweile - und auch etwas Ekel empfinden.

    In diesem Sinne : Vorhang auf und Film ab !
  • Wertungen
  • Story
    2,5
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    2,5
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
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