Herein spaziert in die skurrile Welt des Tim Burton.
Der 1958 in Burbank, Kalifornien geborene Regisseur fasziniert vor allem mit seinen Ideen. Seine Handschrift ist stets in jedem seiner Filme erkennbar. Selbst mit geschlossenen Augen würde man sofort ein Burton Werk erkennen. Seine Ausdrucksweise ist auch spürbar, sein Stil jederzeit hörbar. Vom tiefsten Schwarz bis hin zum knalligsten Rot, Tim versteht es mit Farben umzugehen. Wie kein Anderer seines Faches versteht Tim; Farbkombinationen so gezielt einzusetzen. Seine bewegenden Bilder sind jederzeit für ein Gemälde gut, die Ausstattung und das Set strotzen vor Kreativität. Faßt ist man geneigt zu glauben Tim Burtons Gehirn sieht nicht so aus wie eines Anderen; Tims Gehirn verbirgt düstere Gänge, verschlungene Pfade und architektonische Konstruktionen.
Auch Charlie und die Schokoladenfabrik ist ein Burton typisches sattbuntes Märchen. Das ärmste Kind der Stadt, ohne Zukunft, jedoch voller Optimismus und voller Zuversicht, macht sich auf um die Fabrik zu erobern. Sein Benehmen und sein Glaube an das Gute erweichen nicht das Herz des Besitzers Willy Wonka, nein es erobert die Herzen der Zuschauer. Zu zielstrebige, freche und verfressene vorlaute Kinder haben das Nachsehen. Sie werden nach und nach von der Gruppe getrennt und die Moralstärke des kleinen Charlie entwickelt sich zu seiner größten Sorgsamkeit. Dieses Auswahlverfahren bewirkt das der Übriggebliebene einen Spezial Preis erhält.
Dem Zuschauer erwartet eine Reise durch Zuckerstangen, Schokoladewasserfälle, Gras aus Pfefferminz und das Buttertoffee Gebirge. Das Sattwerden erfolgt diesmal mit den Augen, kaum alles ist bei dieser Vielfalt zu erkennen. Nur bei etwaigen Rückblenden verwendet Burton sein beliebtes Schwarz, ansonsten herrscht helles und Buntes. Visuell bewegt sich dieses Projekt am Rande der Schmerzgrenze. Etwas mehr wäre definitiv zuviel. Was Tim Burton mit seinem Farbenspiel noch im Griff bekam schaffte er es mit seiner Umsetzung der Zwerge ( Oompa Loompa ) nicht mehr. Das Auftreten dieser Kleinwüchsigen wurde zur Peinlichkeit und entwickelte sich zur Gefahr den gesamten Film zu beeinträchtigen. Ihre Synchron Tanz und Gesangeinlagen waren nicht nur unzumutbar, sie bereiten Schmerz und Hassgefühle. Zur Entschuldigung des Regisseurs sei an dieser Stelle erwähnt das das Originalbuch von Roald Dahl stammt, und Dieser die Oompa Loompas ebenfalls sehr hervor hebt. Aber davon mal abgesehen bereitet Charlie und the Chocolate Factory jenes Vergnügen das sich ein Tim Burton Liebhaber vorstellt. Seine Charaktere sind blendend besetzt und der Score von Danny Elfman übertrifft sich erneut selbst.
Johnny Depp verkörpert den Fabrikbesitzer Willy Wonka und beweist hier seine Vielseitigkeit. Ein wenig erinnert seine Maske der von Michael Jackson.
Fazit:
In Charlie und die Schokoladenfabrik konnte Regisseur Tim Burton erneut seine Visionen unter Beweis stellen und anderen Kollegen seines Faches zum denken anregen. Kreativität ist schwer erlernbar und dieses Talent erkennt man nur bei ganz Wenigen. Wenn gleich auch die düsteren Werke die Besseren sind, so bleibt der Eindruck, der bei Charlie und die Schokoladenfabrik entsteht, ein durchaus positiver.
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