Im ersten Teil des Filmes inszeniert Regisseur Michael Bay ( Bad Boys I und II, Armageddon, The Rock usw... ) eine sehr unwirkliche sterile Welt. Die “ Gefangene “ tragen weiß, deren Wachorgane schwarz. Ihre Schlafstellen liegen Wespennestartig neben einander. Ihre Speisen wirken künstlich, ihre Verhaltensweisen werden permanent überwacht. Sie werden per Armband überprüft und selbst ihre Ausscheidungen kontrolliert. Mit dem Begriff Zuneigung wissen sie nicht anzufangen. Bays Welt im Untergrund ist eine triste Welt.
Sein Regiestil hat in der ersten Stunde rein gar nichts mehr mit seinen bisherigen Werke zu tun. Im neuen Stil arrangiert der Filmemacher gekonnt seine “ Farben “ Schwarz und Weiß. Ohne Choreographie zeigt er Wesentliches, wenn gleich das derzeit modische Zunahe drehen bei Actionszenen auch bei diesem Werk nicht fehlen darf. Michael, und das ist die gute Nachricht, vermeidet jegliche Theatralik die ihn noch bei Armageddon “ auszeichnete “.
Im zweiten Teil wird der Stil der “ alten “ Bay Filme sichtbar. Immer mehr werden Zeitlupenaufnahmen verwendet, die schnelleren Szenen werden stilistisch durch organisiert. Die Welt draußen ist schmutziger und der Realität wesentlich näher. Manches erinnert, ohne Ridley Scotts Arbeit zu ähneln, an Blade Runner. Begrenzte Lebenszeit der Replikanten, in diesem Fall, der Klone. Los Angeles im Jahre 2019 wirkt sehr futuristisch. Fahrzeuge bewegen sich über der Erde, Bahnen und Busse hängen weit über der Straße, die Wohnhäuser wirken überdimensional. Rick Deckart lässt grüßen.
Michael Bay liefert mit “ Die Insel “ eine durchaus gelungene Leistung ab und auch das Schaffen der restlichen Crew kann sich durchaus sehen lassen. Das Editing, speziell in den ersten dreißig Minuten ist enorm und trägt wesentlich zum gelingen des Werkes bei. Die Musik, produziert von Hans Zimmer, komponiert von Steve Jablonsky, ist detaillierter und facettenreicher als die sich immer gleichenden Soundtracks aus früheren Filmen. Die Story ist, wenn auch nicht neu, stets interessant und kaum vorhersehbar. Flucht aus dem 23. Jahrhundert oder Zardoz , bieten geschichtlich analoges, kommen aber an diese neue Inszenierung nicht heran.
Die schauspielerischen Leistungen der beiden Akteure, McGregor und Johansson, birgt eine schwere Aufgabe in sich. Als Klone ohne Vorkenntnisse des Lebens, müssen sie kindlich naiv und überlebenswillenstark gleichzeitig agieren. Sie meistern diese Aufgabe mit Bravour und vor allem; glaubwürdig. Kleine Rollen wurden mit Herr der Ringe Darsteller Sean Bean, Michael Clarke Duncan und Djimon Hounsou besetzt. Die Darbietung von Steve Buscemi ist zwar exzellent wie meist, geriet aber viel zu kurz.
Fazit:
Die Insel kam bei den Zuschauern in den Staaten leider überhaupt nicht an. Möge es daran liegen, das hier die amerikanische Welt keine gute ist, und es keine “ Flaggenträger “ gibt, die die Welt retten müssen ? Hier ist der amerikanischen High Society egal ob Menschen für einen selbst sterben müssen und das kann doch nicht gutgeheißen werden...
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