Godzilla Resurgence

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  • Es ist ein ruhiger Tag in Tokyo, der Hauptstadt Japans. Angestellte nehmen ihre Bahn zur Arbeit, Kinder sind auf dem Weg zur Schule und das Leben geht seinen Lauf. Doch plötzlich gibt es in der Tokyoter Bucht eine starke Eruption, die einen der Autobahntunnel unter dem Meer stark beschädigt und unzählige Menschen schwer verletzt. Sofort ruft die japanische Regierung eine Sondersitzung ein, da man sich noch unklar ist, was diese Katastrophe ausgelöst hat und vermutet zunächst unterirdische, vulkanische Aktivitäten als Ursache für den Vorfall. Doch als sich das Wasser auch noch rot verfärbt und sich schließlich ein riesiges, mutiertes Wesen an Land schleppt, ist allen Beteiligten klar, dass dies das Ende Japans bedeuten könnte.

  • Filmkritik

  • Es ist ein ruhiger Tag in Tokyo, der Hauptstadt Japans. Angestellte nehmen ihre Bahn zur Arbeit, Kinder sind auf dem Weg zur Schule und das Leben geht seinen Lauf. Doch plötzlich gibt es in der Tokyoter Bucht eine starke Eruption, die einen der Autobahntunnel unter dem Meer stark beschädigt und unzählige Menschen schwer verletzt. Sofort ruft die japanische Regierung eine Sondersitzung ein, da man sich noch unklar ist, was diese Katastrophe ausgelöst hat und vermutet zunächst unterirdische, vulkanische Aktivitäten als Ursache für den Vorfall. Doch als sich das Wasser auch noch rot verfärbt und sich schließlich ein riesiges, mutiertes Wesen an Land schleppt, ist allen Beteiligten klar, dass dies das Ende Japans bedeuten könnte. „Godzilla Resurgence“, im Japanischen „Shin Godzilla“(shin bedeutet „neu“, aber auch „wirklich“), ist seit „Godzilla Final Wars“ der erste Film aus Japan, der sich mit unser allerliebstem Lieblingsmonster beschäftigt. Für solch eine Aufgabe musste natürlich auch ein wirklich guter Regisseur gefunden werden und mit Hideaki Anno machte Toho einen wirklichen Glücksgriff. Anno war bisher hauptsächlich für Anime wie die „Neon Genesis Evangelion“-Serie und –Filme bekannt, drehte alle paar Jahre aber auch mal einen Realfilm. So konnten vor allem sein Schulmädchen-Drama „Love & Pop“ und die Anime-Adaption „Cutie Honey“ viel Aufmerksamkeit unter Fans des japanischen Films erlangen. Und nun folgte also der Ritterschlag mit „Godzilla Resurgence“.

    Zunächst einmal muss man anmerken, dass es ungemein hilft, sich etwas mit der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation in Japan auszukennen, damit man im neuesten „Godzilla“-Film zurecht kommt. Aber auch für „Unwissende“ wird der Film ein unterhaltsamer Kaiju-Flick sein. So kritisiert Anno in diesem Film nicht nur das zögerliche Vorgehen der japanischen Regierung beim Tsunami und dem Supergau in Fukushima im Jahr 2011, sondern auch die Schönmalerei der Situation. Dies tut er nicht mit dem Holzhammer, sondern oft auch nur in einigen Nebensequenzen bzw. –sätzen, aber ihre Wirkung verfehlen sie auf keinen Fall. Ein weiteres aktuelles Thema ist die Stärkung des eigenen Militärs gegen die Bedrohung von Ländern wie Nordkorea oder China. Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte Japan keine eigene Armee mehr unterhalten und hat bis heute offiziell nur Selbstverteidigungskräfte. Aktuell plant man in Japan die Verfassung zu ändern, so dass deren Einsatz häufiger und gezielter stattfinden kann. All dies bringt Anno in seinem Film unter und kritisiert dabei so offen in einem Mainstream-Film wie es bisher noch nicht geschehen ist. Wie in einem Godzilla-Film üblich kommt natürlich auch die Kritik an der weltweiten Atompolitik nicht zu kurz.



    Aber genug zu den subtilen Botschaften, kommen wir zum eigentlichen Grund, warum die meisten Leute den Film anschauen werden: Godzilla. Das Monster wurde von Grund auf neu designt und sieht sehr viel aggressiver und böser aus als bisherige Godzilla-Varianten. Und das wird nicht jedem alteingesessenen Fan schmecken, denn vor allem seine anfängliche Evolutionsstufe ist wirklich hässlich und auch der Schwanz des „richtigen“ Godzilla ist vielleicht etwas zu lang geraten. Aber alles in allem sieht der Neue wirklich fies und gefährlich aus, was zur großen Bedrohung passt, die er darstellen soll. 

    Ein großes Problem des japanischen Films der vergangenen Jahre ist definitiv die Qualität der CGIs. War Japan jahrelang technisch ein Vorreiter, hat man besonders in diesem Bereich den Anschluss verloren. So wirkt Godzilla zwischen den Hochhäusern oft etwas arg künstlich und verliert den Vergleich mit Gareth Edwards Variante um Längen. Aber dafür sind die Effekte der berstenden und zerfallenden Wolkenkratzer wirklich beeindruckend. Musikalisch ist der Film sehr klassisch unterlegt und auch das alte Maintheme findet natürlich seine Verwendung. Schöne Überraschung für Fans von Annos Animes: auch hier verwendet er die bekannte Kampfmelodie aus „Nadia – Secret Of The Blue Water“ und „Neon Genesis Evangelion“ wieder.



    Alles in allem ist sich „Godzilla Resurgence“ seiner Wurzeln und der Bedeutung der Serie bewusst. So gibt es nicht nur musikalische Anspielungen auf Vergangenes, auch der Wissenschaftler Goro Maki, der schon in früheren Filmen auftauchte, wird auch hier namentlich genannt. Trotzdem ist Annos Verfilmung wie ein Neustart, denn Godzilla ist den Japanern hier noch nicht bekannt und bläst zum ersten Mal zum Angriff auf Japan. Die Schauspieler werden westlichen Filmschauern nur wenig sagen, Japankino-affinen Leuten wird das ein oder andere Gesicht definitiv bekannt sein. So sieht man in einer der Hauptrollen z.B. Hiroki Hasegawa(u.a. „Love & Peace“), Jun Kunimura(„Kill Bill“, „Audition“...) oder Satomi Ishihara(„Attack On Titan“...). Eines ist „Godzilla Resurgence“ aber auf keinen Fall: ein an Actionszenen überbordender Film ist er auf keinen Fall. So gibt es kein anderes Monster, das sich mit Godzilla prügeln will und auch die Versuche der Japaner, ihn zu stoppen, sind in ihren Szenen eher unterbesetzt. Alles ähnelt also mehr dem ersten Teil der Reihe von 1954.


    Fazit: Und mit dem 1954er Godzilla kann man „Godzilla Resurgence“ auch qualitativ vergleichen. Annos Film von 2016 hat sicherlich nicht die Bedeutung, die das Original damals hatte, greift aber aktuelle Geschehnisse ähnlich gut auf und kann dabei auch noch großartig unterhalten. Wie oben beschrieben gibt es sicherlich einige kleinere Mängel und auch viele Anspielungen versteht man nur, wenn man sich etwas mit Japans aktueller Lage beschäftigt, alles in allem kann „Godzilla Resurgence“ mit der US-Variante den Boden aufwischen. Hollywood sollte es einfach aufgeben, Godzilla-Filme zu produzieren, denn eines ist nach Annos Verfilmung klar: Nur Japaner können die passende Stimmung und Szenerie für Monsterfilme solcher Art transportieren! 


  • Wertungen
  • Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    Christian Suessmeier
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