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Die Wahlkämpferin

  • Informationen zum Film
  • Die Wahlkämpferin

  • Originaltitel:
    Our Brand is Crisis
    Produktionsjahr:
    2015
    Kinostart Deutschland:
    21.01.2016
    Kinostart USA:
    30.10.2015
    Verleiher Österreich:
    Warner Bros.
    Verleiher Deutschland:
    Warner Bros.
  • Inhalt
  • Ein bolivianischer Präsident schneidet bei den Umfragen zu seiner Wiederwahl sehr schlecht ab und engagiert eine versierte Gruppe amerikanischer Berater unter der Leitung der zwar schwer angeschlagenen, aber immer noch genialen Strategin „Calamity“ Jane Bodine (Bullock). Jane bekam ihren Spitznamen einst durch einen Skandal, der sie tief erschüttert hat – daraufhin ist sie freiwillig aus der Branche ausgestiegen. Dass sie sich jetzt dennoch für die neue Kampagne engagieren lässt, hat allein mit ihrem Erzfeind zu tun, dem widerlichen Pat Candy (Thornton), der inzwischen für die bolivianische Opposition arbeitet. Endlich bekommt Jane die Chance, Candy zu schlagen.  Doch Candy kennt Janes wunde Punkte – privat und im Wahlkampf – nur zu genau, und dadurch stürzt sie in eine persönliche Krise, die durchaus mit jener Situation zu vergleichen ist, die von ihrem Team ausgenutzt wird, um die Umfragewerte der Opposition zu verbessern. „Our Brand is Crisis“ schildert die zynischen Methoden und Privatfehden von politischen Spitzenberatern: Außer dem Wahlsieg ist ihnen absolut nichts heilig.

  • Filmkritik

  • Die Welt der Politik wird oft nicht von denen geleitet, die an der Oberfläche vorgeben, die Kontrolle zu besitzen. Dies gilt nicht nur für die internationale Politik, sondern auch für Wahlen in Ländern, die nicht unbedingt viel in der Weltoplitik mitzureden haben. Denn hinter großen Wahlkämpfen stecken mit allen Wassern gewaschene und intelligente Wahlkämpfer oder Wahlkampfstrategen, die die Wahlen als graue Eminenz leiten und die PR für Wahlkämpfe organisieren und planen. Die Wahlkämpferin, im Original Our Brand is Crisis, von Regisseur David Gordon Green arbeitet den Wahlkampf zur bolivianischen Präsidentschaftswahl 2002 auf, der auch schon das Thema des gleichnamigen Dokumentarfilms von 2005 war. Natürlich ist die Verfilmung fiktionalisiert worden, ebenso wie die Namen der Beteiligten, allerdings sagt und der Film einige unschöne Wahrheiten über die Politik und die Menschen, die hinter ihr stehen.


    Das Drehbuch von Tinker Tailor Soldier Spy Autor Peter Straughan legt den Film nämlich als eine Art schwarzer Komödie an, obwohl die ernsten Teile im Film immer noch überwiegen. Der Film hat einen bitterbösen, schwarzen Humor, doch der Film kippt nie über, sodass das Ganze zu einer Satire werden würde, denn die Inszenierung und die Musik lassen den Ernst der Lage nicht vermissen. Die Witze sind Situationskomik, böse Seitenhiebe auf politisches Handeln und die Eigenarten der exzentrischen Charaktere. Doch trotzdem geht es in Our Brand is Crisis auch in die Tiefe und der Film gewährt einen teils erschreckenden Einblick hinter die Kulissen eines Wahlkampfes und der Demokratie. "Alle denkenden Menschen werden für dich wählen. - Wir wollen aber die Mehrheit der Wähler erreichen.", so in ungefähr lautet ein im Film zitierter Dialog, der den Ausgangspunkt dieses Filmes schön zusammenfasst: Politik ist dreckig und es gewinnt derjenige, der die Menschen am besten zu seinen Zwecken manipulieren kann.



    Für die ein wenig ungewöhnliche, aber geniale Wahlkampfstrategin "Calamity" Jane Bodine, die die Hauptfigur des Filmes ist, hat man Sandra Bullock besetzt, die auch in Our Brand is Crisis zeigt, dass sie endlich als ernstzunehmende Schauspielerin in Hollywood angekommen ist und so leicht nicht mehr ihren Status als eben diese verlieren wird. Bullock spielt Calamity Jane als vielschichtigen, nicht immer symphatischen Menschen. Besonderes Augenmerk sei auch auf Joaquim de Almeida gerichtet, der die Präsident Gonzales Sanches de Lozada nachempfundene Figur Pedro Castillo spielt und eine nuancierte und interessante Performance abgibt. Billy Bob Thornton als Janes Rivale Pat Candy harmoniert sehr gut mit den anderen Figuren und spielt einen Widersacher, der kein Bösewicht ist, sondern einfach nur auf der anderen Seite steht und dabei genau so gnadenlos wie sein Gegenüber ist. In der Politik scheint es nun mal keine leicht als böse und gut zuzuordnenden Menschen zu geben.



    Auf visueller Ebene ist der Film eher durchschnittlich, die Kameraarbeit von Tim Orr fällt daher nicht weiter auf oder sticht auch nicht hervor, sie stört aber auch nicht. Die Ausstattung des Filmes ist dagegen sehr detailliert, besonders die Kostüme der Figuren und selbst der Komparserie sind mit ausgesprochenem Feingefühl gemacht und reflektieren ihre Figuren sehr gut. Die Musik von David Wingo ist nicht sonderlich auffällig und wartet eher mit ruhigen, nachdenklichen Stimmungen auf, anstatt mit viel Bombast daherzukommen, was dem Film zugute kommt. Auch das Sounddesign präsentiert eine stringente Klangkulisse des brodelnden und armen Boliviens, das auch von Produktionsdesginer Richard A. Wright mit viel Sorgfalt ausgestattet wurde.


    Fazit:


    Our Brand is Crisis ist ein interessanter, kurzweiliger Film über die Politik und die Schmutzwäsche, die hinter eben dieser steckt. Der Film streift das Thema, sodass man nachher Interesse bekommt, sich mit den dubiosen Politik Consulting Firmen auseinanderzusetzten, die im Film vorkommen. Sandra Bullock ist einwandfrei in der Hauptrolle, ebenso wie Joaquim de Almeida, der aus dem bolivianischen Präsidenten eine interessante Figur macht. Durch die Anlegung als Dramedy kommt auch der Humor nicht zu kurz und kann für einige Lacher sorgen. Our Brand is Crisis ist ein Film, der Lust auf mehr macht und bei dem einen oder andern auch das Interesse für seine Themen wecken kann.


  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Phil Heron
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