Die EMS Reihe der Serienkiller umfasst auch den Kannibalen von Milwaukee, Jeffrey Lionel Dahmer.
In diesem Film geht es vielmehr um die Transformation Dahmers in das schreckliche Monster das er war.
Der Zuschauer begleitet ihn auf seinen Stationen durch’s Leben.
Die Geschichte wird nicht nach der Reihe erzählt, eher kreuz und quer. Dahmer ist zu Filmbeginn erwachsen, und doch immer wieder, Rückblenden in die Teenagerzeit Dahmers.
Man erlebt ihn als hilflosen Teenager, der seine Neigungen langsam erspürt. Die Angst davor, die Angst vor weiteren Fantasien. Bis hin zu seiner Flucht in die Trunksucht, das Leidern ist fast fühlbar.
Das Zerwürfnis dieses heranreifenden jungen Dahmers. Aber auch den Ausbruch des Tieres in ihm, sein erster Mord.
Jedoch werden dem Zuschauer all die schrecklichen Details erspart die Dahmer später praktiziert.
Es ist mehr die Atmosphäre die diesen Film ausmacht. Die Taten sind eher schemenhaft dargestellt, schreckliche Einzelheiten werden auch hier nicht gezeigt.
Aber auch ohne näher auf die bestialischen Details der Verbrechen Dahmers einzugehen, ist das EMS Werk schaurig genug und taugt zur Unterhaltung.
Das wahre Geschehen wird etwas wirr erzählt. Jedoch wurde wenig hineingedichtet oder gar verfälscht.
Auch den Darsteller finde ich sehr gut in der Rolle des Kannibalen von Milwaukee.
Er wirkt sehr überzeugend, man leidet mit ihm, hasst ihn und ekelt sich vor ihm.
Jeremy Renner gibt alles, lässt den Kannibalen ein zweites mal aufstehen.
So wird man in die Leidenswege des Jeffrey Lionel Dahmer hineingezogen. Erlebt ihn als einsamen Teenager, hat an seinen Ängsten teil. Man erlebt die Strapazen dieses Menschen, und auch wie er den Kampf mit seiner dunklen Seite verliert, und sich letztlich in seiner Tötungslust verliert.
Es ist ein bizarrer Trip an der Hand dieses Killers.
Obwohl das Geschehen hin und her springt verliert man den Faden nicht. Es sind einige Dinge aus dem wahren Fall so erzählt wie sie sich zugetragen haben, andere wiederum reine Erfindung.
Doch das Gesamtergebnis ist recht ordentlich geraten.
Positiv ist, dass Dahmer nicht schon zu Filmbeginn blutverschmiert und mit Messer mitten im Bild steht, sondern dass die Geschichte sehr sensibel erzählt wird.
Man hat die Möglichkeit sich in Dahmer zu jeder Zeit hineinzuversetzen, oder es zumindest zu versuchen.
Fazit:
Wenn man damit leben kann, dass das Geschehen nicht in ordentlicher Reihenfolge erzählt wird und dann noch erträgt, dass die wahren Begebenheiten eher „verschlüsselt“ wirken, dann ist Dahmer ein guter unterhaltender Film . Jeremy Renner gibt sich alle Mühe. Ein wahrer Film über einen wahrhaften Kannibalen.
Wer seine Geschichte nachlesen möchte, der kann das in der Bonusabteilung tun. Dort steht dem Zuschauer ein kompletter Lebenslauf zur Verfügung.
„Ich weiß nicht warum ich damit anfing. Ich habe immer noch keine Antwort darauf gefunden. Hätte ich die Gründe für mein Handeln schon gewusst bevor dies alles anfing, dann hätte ich wahrscheinlich niemals damit angefangen.
Ich weiß selber nicht ob ich überhaupt normale Gefühle empfinden kann, denn ich habe seit langem nicht mehr geweint. Wenn man dieses lange unterdrückt, dann verliert man diese Fähigkeit möglicherweise irgendwann.“ Jeffrey Dahmer bei seiner Gerichtsverhandlung 1992.
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